Experimentierraum "Innovationszirkel"

Im Innovationszirkel: Modernisierung städtischer Verwaltung durch ressortunabhängige und prozessorientierte Zusammenarbeit

Wie sieht die Verwaltung der Zukunft aus? Wie werden wir arbeiten? Was kennzeichnet die "Organisation von morgen"? Mit diesen Fragen beschäftigt sich der Innovationszirkel "Junge Verwaltung", den die Freie Hansestadt Bremen ins Leben gerufen hat. Neben der Vernetzung von Beschäftigten aus verschiedenen Dienststellen steht die Erarbeitung und der Austausch von innovativen Lösungsansätzen im Bereich "Arbeit 4.0" und der Organisation der Zukunft im Fokus.

Neue Wege der Arbeitsorganisation

Seit dem Spätsommer 2016 kommen junge Verwaltungsbeschäftigte aus den unterschiedlichen Ressorts zu regelmäßigen Arbeitstreffen zusammen. Begleitet werden die Sitzungen von externen Referentinnen und Referenten, die wichtige Impulse von außen einbringen und so das "Andersdenken" fördern. Denn das Ziel des Innovationszirkels ist: klassische Denkmuster durchbrechen, ressortübergreifendes Arbeiten fördern und jungen Menschen eine Plattform für ihre Ideen bieten, um Innovationsprozesse anzustoßen. Der Innovationszirkel soll die Gedanken und Ideen der jungen Verwaltungskräfte zur Verbesserung und Modernisierung der Verwaltungsarbeit bündeln und ist damit ein wesentlicher Bestandteil des bremischen Innovationsmanagements.

Kern des Arbeitsprozesses im Zirkel ist die Frage, wie sich eine "perfekte" Organisation der Zukunft angesichts aktueller gesellschaftlicher Anforderungen an Verwaltung gestaltet. Hierzu haben die Teilnehmenden erarbeitet, welche Organisations-Eigenschaften sie als besonders wichtig erachten. Im Zuge einer Priorisierung der Themen wurden vier Eigenschaften hervorgehoben, die in Arbeitsgruppen vertieft bearbeitet werden. So beschäftigt sich eine Arbeitsgruppe mit der Frage, wie Beschäftigte besser (virtuell) vernetzt werden können, insbesondere vor dem Hintergrund moderner Techniken. Der Umgang mit der Thematik "Flexibilisierung von Arbeitszeit und -ort" wurde ebenfalls als zentrales Element für die Gestaltung der Organisation von morgen gesehen. Dabei werden Modelle und Ansätze betrachtet, wie das "Funktionieren" der Verwaltung sichergestellt werden kann und gleichzeitig Arbeitsmodelle geschaffen werden, die eine bessere Vereinbarkeit von Privatleben und Beruf ermöglichen. Weitere identifizierte Themenfelder sind die "Bürgerorientierte Organisation" sowie die "Mitarbeiterorientierung". Auch hierzu erarbeitet der Zirkel in Arbeitsgruppen Vorschläge.

Bei den vierteljährlich stattfindenden Arbeitstreffen stehen Herausforderungen, Zielsetzungen und Ideen zu entsprechenden Verbesserungsmaßnahmen im Mittelpunkt der Diskussionen. Die Arbeitsergebnisse werden im Nachgang allen Beschäftigten der bremischen Verwaltung zugänglich gemacht. Zudem wird der Innovationszirkel von der Führungsebene und den Mitbestimmungsgremien begleitet. Dadurch können auch aktuelle Entwicklungen direkt in die Arbeit des Zirkels einfließen.

Führung als Rückgrat für Ideen

Die Projektverantwortlichen kümmern sich in enger Abstimmung mit der Führungsebene und unter Berücksichtigung der verwaltungsinternen Entscheidungsprozesse darum, dass die erarbeiteten Vorschläge und Ergebnisse aus dem Innovationszirkel – soweit möglich – in den Gestaltungsprozess der Verwaltungsmodernisierung einfließen. Zudem stellen die Projektverantwortlichen die Ergebnisse nach Freigabe durch die Führungsebene in ressortübergreifenden Gremien vor.

Ressort- und generationsübergreifendes Arbeiten

Mitte 2018 werden den entsprechenden Führungs- und Mitbestimmungsgremien die Erkenntnisse aus dem Zirkel vorgelegt und gemeinsam evaluiert. Im Anschluss daran möchten die Verantwortlichen die Arbeitsweise des Innovationszirkels ausweiten. So soll unter anderem der generations- und ressortübergreifende Wissensaustausch gestärkt werden. Denn es herrscht Einigkeit darüber, dass Innovation nur funktionieren kann, wenn alle an der Gestaltung beteiligt sind - unabhängig vom Alter oder der jeweiligen Aufgabe innerhalb der Verwaltung. Die hohe Begeisterung der Teilnehmenden, die Ernsthaftigkeit mit der alle Beteiligten den Innovationszirkel annehmen, das positive Feedback der Führungsgremien der Freien Hansestadt Bremen und das Interesse aus anderen kommunalen Verwaltungen sind aussagekräftigte Indikatoren für die Zukunftsfähigkeit des Projektes.


Die öffentliche Verwaltung muss sich verändern: Es geht nicht nur darum, moderne Dienstleistungen für die Bürgerinnen und Bürger bereitzustellen, sondern auch darum, als Arbeitgeber attraktiv zu bleiben. Der Praxisreport "Verwaltung der Zukunft", herausgegeben von der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, bietet Trends, Anregungen und Praxisbeispiele aus Kommunen, Landes- und Bundesbehörden. Mehr Informationen dazu finden Sie unter: www.inqa.de/DE/Angebote/Publikationen/verwaltung-der-zukunft.html