Innovationsmanagement und Innovationscampus

Die Welt der Energieversorger hat sich durch die Energiewende stark verändert. Das birgt für traditionelle Unternehmen wie die EnBW Chance und Herausforderung zugleich. Alles wird schneller und digitaler. Aber auch das Geschäft der ehemals zentralen Energieversorgung ändert sich zunehmend zu einem dezentralen Energiemanagement. Die Herausforderung für die EnBW besteht darin, wandlungsfähig zu bleiben und neue Geschäftsfelder für sich zu erschließen.

2014 wurde zu diesem Zweck ein Innovationsmanagement-Team, mit damals vier Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, gegründet. Ihr Auftrag: Wachstumsmöglichkeiten erspüren und neue Geschäftsfelder schaffen. Der Fokus liegt auf digitalen Lösungen. Mittlerweile hat das Team unterschiedliche Methoden und Programme geschaffen, um Öffnet externen Linkprofessionelles Innovationsmanagement und Öffnet externen Linkabteilungsübergreifenden Austausch im gesamten Unternehmen zu verankern.

Professionelles Ideenmanagement und abteilungsübergreifender Austausch

Seit 2014 besteht der Innovationscampus neben dem Rheinhafen-Dampfkraftwerk in Karlsruhe. Hier können sich Projektteams auf neue Geschäftsmodelle und Produktentwicklungen konzentrieren. Abseits vom geregelten Konzernbetrieb und außerhalb der Konzernstrukturen arbeiten die Projektteams als "interne Start-ups" in Intervallen bis zu drei Monaten. Im offenen und freundlichen Ambiente des Innovationscampus werden Ideen geschmiedet und Konzepte für neue Geschäftsmodelle erdacht. Suchfelder sind: Smart City, Virtuelles Kraftwerk, Connected Home und Nachhaltige Mobilität. Ist die Idee erfolgreich, ist die nächste Station der sogenannte CompanyBuilder am Standort Stuttgart. Hier wird die Markteinführung ganz konkret geplant.

Arbeiten in bereichsübergreifenden und hierarchielosen Teams

Die Projektteams setzen sich aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unterschiedlichster Abteilungen zusammen. Auf dem Campus arbeiten sie, ganz anders als im Hauptkonzern, in Öffnet externen Linkbereichsübergreifenden und hierarchielosen Teams zusammen. Bevor ein Produkt an den Markt geht, kann es bis zu drei Monate am Campus getestet werden. Lohnt es nicht, die Idee zu realisieren, müssen sich die Projektmitarbeitenden davon lösen und können in ihre alten Abteilungen zurückkehren. Allerdings nehmen sie dann zwei Dinge mit: eine offene Denkweise abseits von Silos und den Mut, eine Projektidee zu verfolgen, selbst wenn sie am Ende nicht zur Umsetzung kommt.
 
Zu den erfolgreichen Projekten, die aus dem Innovationscampus hervorgegangen sind, gehört „Sm!ght“ („Smart City Light“), ein Start-up, das auf Basis bestehender urbaner Infrastruktur Lösungen für Ladeinfrastruktur, öffentliches WLAN, Umweltsensorik sowie Sicherheit und Verkehr herstellt. Ende 2017 hatten bereits mehr als 100 Kommunen und Stadtwerke die elektronischen Ladesäulen gekauft und gut 700 einen Router für öffentliches WLAN installiert. Neben „Sm!ght“ hat der Campus schon neun weitere Start-ups hervorgebracht.

Der Innovationscampus fungiert aber nicht nur als Ideenschmiede, sondern auch als Business School. Beschäftigten des gesamten Konzerns wird hier Methodenkompetenz vermittelt. Außerdem soll die Innovations-Online-Plattform iBox das innovative Denken und den Austausch über Abteilungen hinweg bei allen Beschäftigten anregen. Das Besondere daran ist: Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben die Chance, ihre Idee beizutragen. Die Projektideen werden als kurze Ideenskizze auf der Plattform veröffentlicht. Kolleginnen und Kollegen können dann kommentieren und Fragen stellen. Wird eine Idee durch das Innovationsteam als erfolgsversprechend bewertet, kann der Ideengeber mit zwei bis drei anderen Kolleginnen und Kollegen in einer kurzen Entwicklungsphase von circa zwei Wochen, auf dem Innovationscampus, an der Idee weiterarbeiten.