„Betriebsvereinbarung 4.0: Konsequent beteiligungsorientiert“

Aufgrund des Wunsches der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nach mehr Flexibilität und ortsunabhängigem arbeiten, startete Daimler 2013 einen umfassenden Prozess zur Erweiterung der Gesamtbetriebsvereinbarung (GBV) zum mobilen Arbeiten. Festgelegt wurde, dass alle Beschäftigten, sofern es ihre Arbeitsaufgabe erlaubt, ein grundsätzliches Recht auf eine mobile Arbeitsgestaltung haben. Damit stärkt Daimler die Eigenverantwortung der Mitarbeiter und ermöglicht eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben.

Partizipation der Beschäftigten von Anfang an

Das Besondere an der GBV sind nicht nur die vereinbarten Inhalte, sondern vor allem der partizipative Ansatz und der dadurch komplexe Entstehungsprozess. Im Fokus stand für das Unternehmen vor allem die Erprobung einer neuen Form der Beteiligung. Um einen umfassenden Beteiligungsprozess zur inhaltlichen Ausgestaltung der GBV sicherzustellen, stellte Daimler Budget und Ressourcen zur Verfügung. Auf gemeinsame Initiative von Unternehmensleitung und Gesamtbetriebsrat wurde dann ein Team „Mobiles Arbeiten“ zusammengestellt, in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Institut IAO sowie der IG Metall, das die definierten Maßnahmen koordiniert und umsetzt. Neben dem zentralen Team gab es auch an deutschen Standorten lokale Teams, bestehend aus Arbeitgebervertretern und Betriebsräten.

Interessierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden bereits 2015 in einem zweistufigen Beteiligungsprozess, einer Online-Befragung und mehreren Workshops, miteinbezogen. Insgesamt gab Daimler 80.000 Beschäftigten die Gelegenheit, sich zu ihren Ideen, notwendigen Voraussetzungen und Erfahrungen hinsichtlich mobilen Arbeitens zu äußern. In Fragebögen mit mehr als 100 Fragen konnten die Beschäftigten ihre Anregungen mitteilen. Die Rücklaufquote der Befragung lag bei über 41 Prozent. In den zahlreichen Diskussionen wurde deutlich, worauf die Beschäftigten wert legen: ein Recht auf Mobiles Arbeiten, Unterstützung durch moderne IT-Ausstattung, die Möglichkeit zu zeit- und ortsunabhängigem Arbeiten und eine einfache Arbeitszeiterfassung. Der Prozess wurde darüber hinaus kommunikativ durch Unternehmensleitung und Betriebsrats eng begleitet. So gab es neben E-Mails an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie an die Führungskräfte auch regelmäßige Blogbeiträge, in denen die Verantwortlichen über den aktuellen Stand der Verhandlungen im Intranet berichteten. Das ergänzten Infoveranstaltungen an den einzelnen Standorten sowie erklärende Flyer, Broschüren und Filme.

Erfolgsfaktoren der Beteiligungskampagne

Als Zeichen des Erfolgs der Beteiligungskampagne wertet Daimler, dass Betriebsrat und Personaler einstimmig die Einführung mobilen Arbeitens in möglichst vielen Unternehmensbereichen umsetzen konnten.

Im Rahmen eines internen FAQ-Manuals haben die Beschäftigten darüber hinaus die Möglichkeit, sich zu den wichtigsten Fragen rund um die neue GBV zu informieren. Viele interessierten sich vor allem für praktische Fragen zur konkreten Umsetzung, wie beispielsweise die Handhabung von mobilem Arbeiten im eigenen Bereich, den Umgang mit kurzem und langfristigem mobilem Arbeiten, die Erfassung der Arbeitszeiten sowie die technische Ausstattung mit Arbeitsmitteln. Die Sicht der Mitarbeiter zum Beteiligungsformat, das in dieser Form erstmals eingesetzt wurde, soll im nächsten Schritt  noch umfassend evaluiert werden. Sollten sich dabei zusätzliche Bedarfe abzeichnen, sollen diese direkt in den Prozess einfließen.