Gestalten statt abwarten: Der Einsatz neuester digitaler Technologien in der Ausbildung

Ob Düngemittel für’s Feld, Bremsflüssigkeiten für die Automobilindustrie oder saugstarke Materialien für Babywindeln – mit ihrer Forschung und ihren Produkten hat sich die "Badische Anilin- & Soda-Fabrik" (BASF) zum größten Chemiekonzern der Welt entwickelt. Gerade weil die Digitalisierung Arbeitsprozesse immer schneller umpflügt, sollen die Weichen künftig schon bei den Auszubildenden richtig gestellt werden.

Ausbildungswerkstätten mit neuesten Technologien

Die Idee: Anstatt wie früher bei den Kundinnen und Kunden zu schauen, welche Prozesse dort Standard sind und diese anschließend in den Ausbildungskatalog zu übernehmen, will man jetzt selbst Vorreiter sein. Zu groß ist heute die Gefahr, den Anschluss zu verlieren, wenn man abwartet, welche digitalen Entwicklungen sich durchsetzen werden und welche nicht. Neue Technik zu entwickeln und auszuprobieren ist aber in der Berufsschule und im laufenden Betrieb kaum möglich. Deshalb werden BASF-Auszubildende nun von Anfang an in den betriebseigenen Ausbildungswerkstätten und -laboren mit neuesten Technologien in Kontakt gebracht – auch wenn diese im Unternehmen noch gar nicht zum Einsatz kommen oder vielleicht nie Marktreife erlangen werden. Dass sich der Aufwand trotzdem lohnt, zeigt das große Interesse und die Begeisterung zum Beispiel bei den jungen Chemikanten, Chemielaboranten, Anlagenmechanikern, Mechatronikern, sich intensiv mit verschiedensten technischen Lösungen auseinanderzusetzen. Diese Herangehensweise stärkt außerdem ihre Kompetenzen. Wird eine Technologie dann flächendeckend im Betrieb eingeführt, kennen die Azubis diese schon. Das bereits erworbene Wissen kann dann dabei helfen, die teilweise vorhandene Skepsis von anderen Kolleginnen und Kollegen abzubauen.

Digitale Kompetenzen der Auszubildenden nutzen

Gleichzeitig macht die BASF in der Ausbildung verstärkt von den digitalen Kompetenzen ihrer Auszubildenden Gebrauch. Die Auszubildenden erstellen zum Beispiel eigene Filme, um sich unterschiedliche Themen anzueignen. Diese werden dann der nächsten Gruppe als Lernmaterial zur Verfügung gestellt – Lernen von Auszubildenden zu Auszubildenden.

Neuer Standard für alle Auszubildenden

Dass der Fokus auf Digitalisierung in der Ausbildung funktioniert, zeigt auch das Feedback der Ausbilderinnen und Ausbilder, die dem Projekt mit Offenheit und viel Engagement begegnen. Beste Voraussetzungen, wenn der neue Ansatz ab 2018 für alle Auszubildenden bei der BASF in Ludwigshafen zum Standard wird.