Zuhören und Lernen: zwei zentrale Metakompetenzen für Digital Leaders

Wer Technologie und Software nicht versteht, versteht bald auch die Welt und erfolgreiche Geschäftsmodelle nicht mehr. Dies gilt insbesondere für Führungskräfte. Für sie geht es selbstverständlich nicht darum, selbst zum besten Programmierer oder Technologieexperten im Unternehmen mit tiefgehendem Spezialwissen zu werden. Vielmehr geht es darum, die grundsätzliche DNA sowie die Möglichkeiten einer digital vernetzten Welt zu verstehen. Führungskräfte müssen hier offen und lernbereit sein. Warum ist das so wichtig? Erstens, weil Führungskräfte ansonsten dem Risiko ausgesetzt sind, zu manipulierbaren Digital-Analphabeten zu werden. Zweitens, weil ein gewisses digitales Grundwissen die Voraussetzung für die persönliche Vorstellungskraft vom gegenwärtig und zukünftig Machbaren ist. Und drittens, weil Führungskräfte die grundsätzliche Machtverschiebung vom materiellen zum immateriellen Geschäft mit Daten und Software verstehen müssen, denn gerade dort liegt die Macht im 21. Jahrhundert. Die betriebliche Weiterbildung ist daher gefragt, passende und vor allem auch "angstfreie" Lernformate für Führungskräfte anzubieten.

Anfängern gehört die Zukunft

Lebenslanges Lernen ist dabei keine Frage des Alters, sondern eine Frage der Haltung. Denn es ist ein Thema, das für Menschen jeder Altersgruppe und jedes Lebensabschnitts gleich relevant ist. Wer nicht lernt, wird zum Dinosaurier. Zuhören ist dabei eine oftmals weit unterschätzte Lernquelle. Was tut sich am Markt? Wie ändern sich Kundenbedürfnisse? Welche neuen Geschäftsmodelle sind denkbar? Wie lassen sich Prozesse verbessern? Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten haben oft wertvolle Vorschläge und Ideen. Führungskräfte sind gut beraten, ihnen aufmerksam zuzuhören und Formate zu schaffen, mit diesen Wissensträgern in den Dialog zu treten. Hierarchische Grenzen und andere Barrieren gilt es dabei zu überwinden. Denn wenn Führungskräfte der Meinung sind, nur von Menschen lernen zu können, die mindestens auf dem gleichen Level sind wie sie selbst, sind ihre Lernmöglichkeiten sehr begrenzt. Aufmerksames Zuhören erfordert die Abkehr von einem autoritären Hierarchieverständnis und setzt Nahbarkeit, persönliche Experimentierfreude sowie die Bereitschaft voraus, in bestimmten Bereichen wieder Anfänger zu sein. Für viele hierarchisch denkende Führungskräfte eine eher unerfreuliche Vorstellung. Doch Anfängern gehört die Zukunft, während Dinosaurier bekanntlich der Vergangenheit angehören.