4 Fragen an Thomas Gierhard von Warsteiner

  • Warum beteiligt sich die Warsteiner Brauerei an dem Projekt "Arbeit 2020 in NRW"?

    Thomas Gierhard: Wir haben uns an dem Projekt beteiligt, um zum einen mit Fachleuten der Technologie Beratungsstelle (TBS) gemeinsam das Thema Industrie 4.0 genauer kennen zu lernen und zum anderen das nötige Rüstwerkzeug für die Zukunft zu erarbeiten. Wir können und wollen die Arbeit der Zukunft nicht aufhalten, sondern gemeinsame Lösungen finden, damit unsere Kolleginnen und Kollegen so aufgestellt sind, dass sie ohne Angst und Druck den neuen Herausforderungen entgegenblicken.

  • Welche Ziele verfolgt der Betriebsrat damit? Welche Erfahrungen haben Sie im Zuge der Umsetzung gemacht, die sich auf Ihr künftiges Handeln und künftige Projekte auswirken werden?

    Thomas Gierhard: Wir wollen und müssen uns mit den Möglichkeiten der neuen Technologie befassen. Konkret geht es darum, neue Formen der Zusammenarbeit zu testen, die durch den Einsatz technischer Anwendungen möglich werden. Aus diesen Experimenten wollen wir innovative Lösungen entwickeln, wie man die Arbeit anders verteilen kann und wie wir unsere Kolleginnen und Kollegen durch Weiterbildung und Qualifizierung fit machen können für die sich ändernde Arbeitswelt. Parallel werden wir uns weiterhin intensiv mit den klassischen Themen befassen, von der Arbeitszeit und dem Gesundheitsmanagement über Arbeitsplätze und Tarifverträge bis zur demografischen Entwicklung. Auch zu diesen Themen werden wir sicherlich noch einige Betriebsvereinbarungen abschließen.

  • Wie sehen für Sie als Betriebsrat innovative Lösungen für eine neue Arbeitswelt aus?

    Thomas Gierhard: Innovative Lösungen bedeuten für mich als Betriebsrat vernünftige Betriebsvereinbarungen, die den Umgang mit neuen Themen eindeutig regeln. Hier haben wir bereits eine Vielzahl von Vereinbarungen abgeschlossen, zum Beispiel zum Arbeiten im Büro, zur Nutzung von "Skype for Business" und zu Weiterbildung und Qualifizierung – insbesondere von Vorgesetzten. Auch eine Rahmenvereinbarung zum IT-Einsatz haben wir erzielt. Des Weiteren begleiten wir intensiv Projekte, bei denen neue Technologien eingeführt werden, zum Beispiel ein neues Lagerverwaltungssystem, mit dem Staplerfahrer per Bildschirm genau zugewiesen bekommen, wo welche Produkte auf welche Fahrzeuge verladen werden müssen.

  • Hat die Beteiligung an "Arbeit 2020 in NRW" die Zusammenarbeit zwischen Betriebsrat und Geschäftsführung verändert?

    Thomas Gierhard: Die Zusammenarbeit war schon immer gut, bei Problemen haben wir uns an einen Tisch gesetzt und sie besprochen. Es wurden immer Lösungen gefunden, auch wenn man unterschiedlicher Meinung war. Dies werden wir so beibehalten, denn am Ende haben wir das gleiche Ziel: als erfolgreiches Familienunternehmen sicher in der Zukunft bestehen. Unsere Beteiligung an "Arbeit 2020 in NRW" hat uns im Betriebsrat aber den Anstoß gegeben, uns noch intensiver mit der Digitalisierung und den anstehenden Veränderungen auseinanderzusetzen. Wir haben Anforderungen formuliert, wie die neuen Möglichkeiten sinnvoll genutzt werden können und wie Qualifizierung und Weiterbildung aussehen sollen. Diese Anforderungen stimmen wir mit der Geschäftsführung ab.