Gestaltungsprojekt „Arbeit 2020 in NRW“

  • Was ist das Ziel des Projektes „Arbeit 2020 in NRW“?

    Isabell Mura: Das Ziel ist, die Betriebsräte zur positiven Gestaltung der Digitalisierung in ihrem Unternehmen zu befähigen. Sie sollen sich ein umfassendes Bild des Entwicklungsstandes vor Ort sowie der künftigen Planungen machen und daraus ihre Handlungsfelder für die Zukunft ableiten. Die fachliche Unterstützung erfolgt außer von der NGG auch von der Technologieberatungsstelle (TBS) NRW und der Firma Sustain Consult, die als externe Berater alle Schritte des Projektes begleiten.

  • Wie unterstützen Sie Betriebsratsgremien konkret?

    Isabell Mura: Das Projekt läuft in mehreren Phasen ab. Alle Projektschritte werden in Form von Tagesworkshops mit dem gesamten Betriebsratsgremium durchgeführt. Im ersten Schritt nimmt das Gremium eine Bestandsaufnahme des Unternehmens vor, anschließend wird eine Betriebslandkarte erstellt. Dann analysiert der Betriebsrat, wie sich die bisherige Technisierung auf die Beschäftigungsentwicklung im Unternehmen ausgewirkt hat, um daraus Szenarien für die nächsten fünf Jahre abzuleiten. Der Betriebsrat entwickelt eine Strategie, steckt sich konkrete Ziele zur Gestaltung der Digitalisierung und plant das Vorgehen. Läuft die Zusammenarbeit mit dem Arbeitgeber gut, wird im fünften Schritt eine Zukunftsvereinbarung mit ihm abgeschlossen.

  • Vor welchen Herausforderungen stehen Unternehmen, die betriebliche Gestaltungsprojekte umsetzen wollen?

    Isabell Mura: Unternehmen müssen lernen, Beschäftigte stärker in die Gestaltungsprozesse einzubeziehen, so wie wir es auch im Projekt „Arbeit 2020 in NRW“ machen. Denn Teilhabe an Veränderungen baut Ängste ab und das bisher von den Arbeitgebern unterschätzte Innovationspotential der Beschäftigten wird genutzt.

  • Welche Gestaltungsprojekte der „Arbeit 2020 in NRW“ haben Sie besonders überzeugt?

    Isabell Mura: Im Projektverlauf ist deutlich geworden, dass Industrie 4.0 ein Querschnittsthema ist, das sich auf alle klassischen Betriebsratsfelder auswirkt. Man denkt dabei zuerst immer an Arbeitsplatzabbau und Datenschutz. Es geht aber auch um Arbeitszeiten, um Homeoffice, Qualifizierung und Teilzeitmodelle. Für alle Unternehmen gilt: Der Erfolg von Industrie 4.0 hängt von guten Prozessen und einer guten Arbeitsorganisation ab.