Zweiter virtueller Roundtable

26. September 2017

Die AWO Unterfranken sah sich 2012 mit der gigantischen Forderung von über 60.000 aufgelaufenen Überstunden konfrontiert. Das führte zu Unzufriedenheit in der Belegschaft und zu Konflikten zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat. Dabei wollten doch eigentlich alle das Gleiche: die Reduzierung von Überstunden, Rechtssicherheit und eine Stärkung der Attraktivität der AWO Unterfranken für Beschäftigte. Die Lösung lag für die AWO Unterfranken in der Einführung integraler Arbeitszeitkonten, welche Kurz-, Flexi- und Langzeitkonten intelligent miteinander verzahnen. Kombiniert wurde dies mit einem Ampelsystem, welches die Anzahl der Überstunden in farbigen Aktionsstufen transparent darstellt. Überstunden fließen jetzt auf Arbeitszeitkonten und können unterjährig in Form von bezahlter Freistellung, von Arbeitgeber wie Arbeitnehmer initiiert, wieder abgebaut werden. Sollte dies über eine gewisse Bagatellschwelle hinaus bis zum Jahresende nicht gelingen, können die Arbeitnehmer selbst entscheiden, ob sie das fällige Zeitguthaben im ersten Quartal des Folgejahres als Sonderzahlung erhalten möchten oder der fällige €-Gegenwert einem treuhänderisch verwalteten und insolvenzgeschützten Wertguthaben zur späteren Entnahme in Form bezahlter Freizeit gutgeschrieben wird. Die Idee klingt überzeugend, die Bilanz, die die AWO bisher zieht, ist mehr als positiv: Die Anzahl der Überstunden konnte deutlich reduziert werden, die Zufriedenheit der Mitarbeitenden erhöht. Und doch ist die AWO mit diesem System ein Exot. Nur zwei bis drei Prozent der Arbeitgeber in Deutschland bieten derzeit überhaupt eine Wertguthabenbildung in Form eines Langzeitarbeitszeitkontos an.

Wie sie bei der Einführung der Konten vorgegangen sind, was das Ganze kostet und wie sich das System immer wieder verändert, erklärten Geschäftsführer Martin Ulses und Personalleiter Dominik Roth im zweiten virtuellen Roundtable. Per Videochat konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Fragen stellen und sich zum Experimentierraum der AWO Unterfranken austauschen.

Die nächsten Videochats sind bereits in Planung. Wer Interesse hat, kann sich gerne per E-Mail (Link öffnet E-Mail Programmexperimentierraeume@neueshandeln.de) melden. Die nächsten Termine werden außerdem im Öffnet internen LinkNewsetter bekannt gegeben.

Öffnet internen LinkHier finden Sie einige Fragen & Antworten des Videochats.