Der Dialogprozess 4.0

14.11.2016

Am Dienstag, den 29. November können Sie die Abschlusskonferenz zum Dialog Arbeiten 4.0 sehen, in Berlin im Westhafen Event & Convention Center oder im Livestream auf arbeitenviernull.de. Bis dahin werde ich regelmäßig in diesem Blog den Dialog und seine Themen Revue passieren lassen. Damit möchte ich auch die Möglichkeit nutzen, Ihnen schon mal vorab einen kleinen Einblick in das Weißbuch Arbeiten 4.0 zu geben, in dem wir die Ergebnisse des Dialogs und unsere Schlussfolgerungen daraus zusammenfassen.

Gestartet sind wir, weil die Zukunft der Arbeit logischerweise ein zentrales Thema für das Bundesarbeitsministerium ist. Aber auch, weil wir den Eindruck hatten, dass die öffentliche Debatte zu Industrie 4.0 sehr auf technologische Innovationen konzentriert ist und zu wenig auf den Faktor Arbeit und die sich wandelnden Ansprüche der Arbeitenden.

Wir wollten uns darum auch nicht nur auf das Arbeiten in den neuen Produktionswelten der Industrie 4.0 beschränken. Ziel des Dialogs ist es vielmehr, auf Grundlage eines Leitbildes von „Guter Arbeit“ die sozialen Bedingungen und Spielregeln der künftigen Arbeitsgesellschaft in allen Branchen zu diskutieren.

Dabei sind wir bewusst nicht mit Antworten gestartet, sondern haben Fragen in einem Grünbuch aufgeworfen und diese in einem breiten gesellschaftlichen Dialog diskutiert. Die große und vor allem anhaltende Resonanz hat mich selbst überrascht: Das Grünbuch wurde über 27.000 mal gedruckt und 11.000 mal online abgerufen und sogar ins Japanische übersetzt. Es gab nicht nur 50 umfangreiche Stellungnahmen von Sozialpartnern, Verbänden, Unternehmen, sondern auch ca. 12.000 Teilnehmer an unseren Veranstaltungen im Rahmen des Dialogs.

Darüber hinaus haben wir den engen Kontakt mit der Forschung gesucht und auch selbst mehr als zwanzig Forschungsarbeiten und Einzelexpertisen in Auftrag gegeben. Zusammengeführt wurden diese Anregungen in sieben Workshops, in denen ich sie mit insgesamt über 200 Expertinnen und Experten aus der Wissenschaft und der betrieblichen Praxis diskutiert und Gestaltungsbedarfe identifiziert habe.

Es war ein offener Suchprozess der spannende Ergebnisse produziert hat. Dabei wurde schnell klar, dass wir neue Antworten brauchen und auch neue Wege gehen müssen, um diese Antworten zu entwickeln und auszuhandeln. Dazu ab morgen mehr.