185 Publikumsdiskussionen…

…mit Philosophen, Kulturwissenschaftlerinnen, Pädagogen, Kuratorinnen, Staatssekretären und Ministerinnen, Altenpflegeschulleiterinnen, Gründern, Youtuberinnen, Gewerkschaftern, Geschäftsführerinnen, Bloggerinnen, Vorstandsvorsitzenden, Mechatronikerinnen, Wirtschaftsförderern, Journalistinnen, Krankenschwestern, Pröbstinnen und natürlich den Zuschauerinnen und Zuschauern. Insgesamt über 500 Expertinnen und Experten diskutierten nach den Filmen mit dem Publikum, beantworteten Fragen, berichteten über regionale Entwicklungen sowie Chancen und Risiken des digitalen Wandels.

Zitate der Expertinnen und Experten

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Lars Abraham, Geschäftsführer dropnostix GmbH

Gesprächsgast in Potsdam


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Grenzenlose Freiheit vs. Verlässlichkeit im Zeitalter der digitalen Nomaden

Für uns als Start-up ist das Gewinnen von qualifizierten Fachkräften naturgemäß eine große Herausforderung. Einerseits punkten wir mit großen Freiräumen bei Ort und Zeit zur Erledigung der Arbeit im Wettbewerb mit etablierten Unternehmen. Andererseits müssen wir unseren Kunden und Geschäftspartnern auch eine zeitliche und räumliche Verlässlichkeit bieten. 

Gerade in der turbulenten und arbeitsintensiven Anfangsphase des Unternehmensaufbaus ist es wichtig sich im Gründerteam auch regelmäßig Auszeiten zu nehmen um sich nicht zu übernehmen und am Ende den Blick für das Wesentliche zu verlieren. Nur wann endet der digitale Arbeitstag wenn man ständig erreichbar ist? Wir lösen das mit regelmäßigen und konsequenten Offline-Zeiten für unsere Teammitglieder, damit ein Feierabend ein Feierabend bleibt und das Wochenende für andere Dinge zur Verfügung steht.

Webseite von dropnostix
Xing-Profil von Lars Abraham

Dr. Johannes Achatz, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Ethikzentrum der Friedrich-Schiller-Universität Jena

Gesprächsgast in Jena


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Jüngste Fortschritte in der Robotik und Künstlichen Intelligenz versprechen den Einsatz von sicheren und zugleich adaptiven Robotersystemen, die nicht nur Arbeitsplätze in Fabriken sondern bald auch Wohnräume mit Menschen teilen können. Damit werden nicht nur produzierende und verwaltende, sondern auch Arbeitsbereiche der Pflege und medizinischen Versorgung für automatisierte Robotertechnologie und weiterführende Digitalisierung erschlossen.
Es darf jedoch nicht übersehen werden, dass Technik willfährig ist und jedem Herrn dient: zum Guten wie zum Schlechten. Jetzt muss also prospektiv diskutiert werden wie die neuen Möglichkeiten einer Arbeit 4.0 auszugestalten und ihre Chancen und Risiken zu beurteilen sind.

http://www.arbeitsagentur.deWebseite des Lehrstuhls für angewandte Ethik der Uni Jena
Online-Vita von Johannes Achatz

Prof. Dr. Max Ackermann, Kultur- und Medienwissenschaftler, Autor und Journalist - lehrt Verbale Kommunikation und multimediale Sprachgestaltung an der Fakultät Design der Technischen Hochschule Nürnberg

Gesprächsgast in Nürnberg


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Die Digitalisierung verändert beinahe alles, was unsere Vorstellung von Kreativität betrifft: Produktion, Distribution und Rezeption, Ökonomisierung und Medien-Begriffe, Ästhetik und kulturelle Positionen aber auch Haltung und Wert.
Am Thema "Kreativität und Digitalisierung" scheiden sich die Geister: Neo-Analoge und Transhumanisten. Lange wähnten sich Kopfarbeiter oder so genannte „Vertreter der Kreativwirtschaft“ sicher, auch Künstler und Innovatoren fühlten sich unbehelligt.
Das Digitale war vor allem Automatisierung und Rationalisierung. Und das war eine Frage der anderen. Aber jetzt sind da jene, die auch auf dem Feld des Kreativen die Maschinen am Werke sehen. Dennoch glauben die ersteren Unverdrossen weiter, Kreatives gehöre zur Grundausstattung des anthropos, habe mit Handgreiflichem, Sinnlichem, mit "Wesentlichem" oder gar „Ur-Menschlichem“ zu tun, mit Bewusstsein, Gespür und Inspiration. Sei also unersetzlich.
Doch gerade eben erleben wir Mal-Programme, komponierende und musizierende Algorithmen, erste Drehbücher aus dem Computer, Roboter-Journalisten und vieles mehr.
Die einen jubeln zu schnell, weil sie alles, was sie sich erträumten, längst erreicht sehen: eine kreative künstliche Intelligenz. Die anderen aber machen sich zu früh darüber lustig und lachen schon vor Erleichterung über die oft noch lächerlichen Ergebnisse und den Hype des Technischen. Interessant wird es, wenn es daran geht zu differenzieren: Was wäre denn der „Human touch“? Was werden artifizielle Intelligenzen können und worin werden sie sich schwerer tun?
Kurzum: Was ist eigentlich menschliche Kreativität in der Arbeit und was kann und wird sie auch in Zukunft leisten? Wo wird Technisierung unsinnig? Und wo wird es politisch und der Mensch ein schützenswertes Biotop?

Website der Fakultät Design der TH Nürnberg zum Fach Verbale Kommunikation - Language in Media and Design
Xing-Profil von Max Ackermann
Online-Vita von Max Ackermann
Publikationen von Max Ackermann

Jonas Afelad, Student an der Universität Hamburg/ Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften/ Studiengang Sozialökonomie (5. Semester)

Gesprächsgast in Hamburg


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0"

Mit der kontinuierlichen Erforschung und Entwicklung von technischen bzw. digitalen Produkten/Dienstleistungen hat sich auch der (Arbeits-)Alltag vieler Menschen weltweit enorm verändert. Natürlich werden auch weiterhin noch die „klassischen“ Arbeitstätigkeiten benötigt, aber durch die stark vergrößerte Bandbreite an Möglichkeiten gibt es immer mehr Menschen die diese Vielfalt an Optionen für neue Arbeitsmodelle verwenden. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir erst am Anfang dieser „Ära“ stehen, welche von Leuten geprägt sein wird, die mit viel Kreativität aus den vorhandenen Chancen Neues kreieren.

Frank Albrecht, Sozialbetriebswirt, Vorstandsvorsitzender AWO Jena-Weimar e.V. und Geschäftsführer der AWOCARENET GmbH

Gesprächsgast in Jena


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Bei der Arbeiterwohlfahrt zu arbeiten, heißt, in einem immer moderner werdenden, sich stark entwickelnden Markt beschäftigt zu sein, sich als Mitarbeiter ständig neuen Anforderungen zu stellen, sich ständig zu qualifizieren und weiter zu entwickeln.
Als innovativer Arbeitgeber stehen wir allen technischen sowie fortschrittlichen Veränderungen aufgeschlossen gegenüber und begleiten unsere Mitarbeiter aktiv und progressiv. Unser Kreisverband ist geprägt von einem jungen dynamischen Team, welches jederzeit am Puls der Zeit bleibt.
Die digitalisierte Arbeitswelt fordert Unternehmen nicht nur im zunehmenden Maße heraus sondern verändert auch Prozesse. Unser großes Ziel für die kommende Zeit stellt die Endbürokratisierung der Pflege in den Seniorenzentren sowie Pflegeeinrichtungen der AWO dar. Dennoch steht die Pflege der von uns betreuten Menschen weiterhin im Mittelpunkt. Aber auch der Social Media Bereich stellt Unternehmen täglich vor neue Herausforderungen: Man denke dabei nicht nur an die Pflege des Facebook- Auftritts des Unternehmens sondern auch an einen Webauftritt (Homepage) mit zielgruppenorientierter Absprache im zeitgemäßen Design. Die Herausforderung besteht darin, die traditionellen Kanäle, wie die Pressearbeit, mit den neuen Medien, den Social Media, sinnvoll zu verknüpfen. Social Media wird ein immer stärkerer Teil der Kommunikationsstrategie.
Damit Unternehmen auch in Zukunft wettbewerbsfähig bleiben, müssen sie ihre MitarbeiterInnen mit auf den Weg nehmen und für die neuen betrieblichen Anforderungen qualifizieren. Um die benötigten Fachkräfte zu gewinnen und zu halten, müssen Betriebe attraktive Arbeitsbedingungen schaffen, ihre Personalpolitik lebensphasenorientiert aufstellen und flexible Arbeitszeitmodelle anbieten, wie beispielsweise das Home- Office für Mitarbeiter.
Arbeitgeber müssen sich den Herausforderungen der digitalisierten Arbeit stellen und neue Trends aufgreifen- dies gilt insbesondere für das Personalmarketing. Knapp die Hälfte der Jobsuchenden greift inzwischen mobil auf Stellenanzeigen zu. Unternehmen müssen ihre Kommunikationsmittel mobilfähig gestalten, von der Karrierewebsite bis zur Stellenanzeige. Und sie müssen ihre Strategie darauf ausrichten, dass ihre Zielgruppen zunehmend mobil surfen.
Die Gesunderhaltung von MitarbeiterInnen wird ebenfalls immer wichtiger. Dazu gehört auch die psychische Gesundheit, die durch ständige Erreichbarkeit und Entgrenzung von Arbeitszeiten im Zuge von Digitalisierung und Vernetzung neuen Belastungen ausgesetzt ist. Eine Trennung von Privat- und Berufsleben ist trotz verschwindender Grenzen wichtig. Zum Beispiel verleiten uns neue Kommunikationsmöglichkeiten oftmals zur ständigen Erreichbarkeit.
Unternehmen benötigen flexible Organisationsstrukturen, die durch flache Hierarchien, agile Strukturen und projektbezogene Teambildungsprozesse gekennzeichnet werden. Diese Strukturen stellen neue Anforderungen an die Führung, wie auch an die MitarbeiterInnen.
Die Entwicklung der digitalisierten Arbeitswelt birgt viele Möglichkeiten aber auch Herausforderungen. Zugleich ist sie eine Chance, um etablierte Strukturen und Denkweisen zu hinterfragen und eine neue „Qualität der Arbeit“ zu schaffen.

 

Webseite der AWO Jena-Weimar
Webseite von AWO Carenet

Thorben Albrecht, Beamteter Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales

Gesprächsgast in Berlin, Hannover und Potsdam


Thorben Albrecht (* 2. Februar 1970 in Lüneburg) ist beamteter Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Er ist dort zuständig für die Abteilungen für Grundsatzfragen, Arbeitsmarktpolitik sowie für Arbeitsrecht und Arbeitsschutz. Sein wichtigstes Gesetzgebungsprojekt bislang war das Tarifautonomiestärkungsgesetz, mit dem u. a. ein gesetzlicher Mindestlohn in Deutschland eingeführt wurde. Zudem hat der den Dialogprozess "Arbeiten 4.0" angestoßen. Mit diesem bis Ende 2016 angelegten Prozess führt das Bundesministerium für Arbeit und Soziales einen öffentlichen Dialog über die Zukunft der Arbeitsgesellschaft und die Voraussetzungen für "Gute Arbeit" im digitalen Zeitalter.

Leben

Nach seinem Abitur am Herzog-Ernst-Gymnasium in Uelzen studierte er Geschichte, Philosophie und Politik an der Universität Hannover. Er war Geschäftsführer der Jusos, bevor er von 1999 bis 2003 Büroleiter des stellvertretenden SPD-Vorsitzenden Rudolf Scharping wurde. Von 2003 bis Ende 2007 arbeitete er als Referatsleiter für Europapolitik beim Bundesvorstand des DGB und war währenddessen stellvertretendes Mitglied im Vorstand des Europäischen Gewerkschaftsbundes (EGB) sowie stellvertretendes Mitglied im Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss (EWSA). Anschließend war er Büroleiter von Andrea Nahles im SPD-Parteivorstand während ihrer Zeit als SPD-Vize und Generalsekretärin. Ab Februar 2011 folgte er Benjamin Mikfeld als Leiter der Abteilung für politische Planung und Analysen und war damit im von Nahles geleiteten Wahlkampfteam der SPD zur Bundestagswahl 2013 zuständig für das Wahlprogramm der SPD und die Formulierung des Koalitionsvertrages mit der CDU/CSU.

Nachdem Andrea Nahles in der Großen Koalition Bundesministerin für Arbeit und Soziales wurde, holte sie ihn ab Januar 2014 als Staatssekretär erneut in ihr enges Führungsteam. Thorben Albrecht ist verheiratet und hat eine Tochter.

Gastbeitrag von Thorben Albrecht in der Huffington Post

Jan Alexandersson, Research Fellow am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz – DFKI GmbH, Forschungsbereich Intelligente Benutzerschnittstellen; Leiter des Kompetenzzentrums Ambient Assisted Living (AAL) am DFKI; Präsident, OpenURC e.V.

Gesprächsgast in Saarbrücken


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Unter Roboter verstehen manche gerne eine piepsende und sprechende Blechbüxe auf Rollen. In „Star Trec“ hat der Roboter keinen Körper, sondern das Schiff – die Umgebung – kommuniziert in natürlicher Sprache mit der Besatzung. Sowohl die Blechbüxe als auch die intelligente Umgebung können den Menschen dienen, nicht nur in Fabriken, sondern auch zu Hause. Beispiele sind Serviceroboter, die „lästige“ oder gar schwere Arbeiten unterstützen und/oder erledigen können, wie Staubsaugerroboter, Spühl-/Waschmaschinen, Roboter, die Menschen heben können, intelligente Rollstühle/Rollatoren etc. Einige Roboter haben mit Kopf, Körper, Armen und Beinen eine menschenähnliche Gestalt bekommen – Humanioden – um u.a. die Akzeptanz zu steigern.

Robotern werden zunehmend im Alltag verschiedene Rollen spielen! Beim Einsatz der Roboter im Bereich Alterspflege gibt es zwei Denkrichtungen:

  • So lange der Mensch glücklich ist, können Roboter eingesetzt werden. Beispielsweise wäre eine Roboter-Robbe zum Kuscheln für demente Menschen in Ordnung.
  • Der Einsatz von Robotern darf nur nach humanen Prinzipien eingesetzt werden wobei eine Roboter-Robbe zum Kuscheln nicht gestattet ist. Eine (lebendige) Katze schon.

Ich bin sehr gespannt wer – Berufstätige sowohl als auch Bewohner – welche Roboter wofür einsetzen und akzeptieren werden. Im Rahmen meiner Tätigkeiten am DFKI möchte ich diese Entwicklung mitgestalten!

Online-Vita von Jan Alexandersson
Webseite des Competence Center for Ambient Assisted Living
Webseite von openURC
Webseite von SIforAge
Forschungsprojekt HYSOCIATEA

Nadine Antic, Geschäftsführende Gesellschafterin

Gesprächsgast in Tübingen


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Sehr komplexes Thema mit riesen Chancen und Risiken, dessen Ausmaß ich noch nicht überblickt habe.

Webseite von Global Flow
Webseite von Albfertil

Facebook-Seite von Global Flow

Prof. Dr. Reza Asghari, Hochschulprofessor

Gesprächsgast in Braunschweig


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Die digitale Revolution verändert die Prozesse und Strukturen der Unternehmen nachhaltig. Sie verändert auch die Marktmechanismen, intensiviert den Wettbewerbsdruck und erhöht die Innovationsdynamik. Während in der Industriegesellschaft noch ausreichend Zeit für eine perfekte Konzeption, Planung und Ausführung von Produkten vorhanden war, wird die Geschwindigkeit zu dem maßgeblichen Bestimmungsfaktor unternehmerischen Erfolgs. Produkte müssen noch stärker an Kundenbedürfnisse ausgerichtet werden (Lean Start-up Ansatz). Die technische Optimierung findet in einem iterativen Prozess und in Interaktion mit den Kunden statt. In diesem Kontext wird die kooperative Führung wichtiger denn je. In der Arbeitswelt 4.0 werden die MitarbeiterInnen mehr Verantwortung übernehmen. Sie werden den Erfolg des Unternehmens in einem viel größeren Umfang mitbestimmen, als dies ohnehin zzt. der Fall ist. “Smart Employee” wird ein neues Schlagwort sein, an das wir uns gewöhnen müssen.

Online-Vita von Reza Asghari
Website vom Entrepreneurship-Center
Website des Lehrstuhls für Entrepreneurship der TU Braunschweig

Dr. phil. Galia Assadi, Sozialpädagogin, Soziologin, Philosophin, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut Technik ·Theologie· Naturwissenschaften (TTN) an der LMU München

Gesprächsgast in München


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0"

Die weitreichenden gesellschaftlichen Entwicklungen der Technisierung und Digitalisierung der Arbeits- und Alltagswelten, bergen Chancen ebenso wie Gefahren und konfrontieren uns mit bis dato unbekannten Fragen, die wir kreativ beantworten können. Hierbei sollten wir uns stets von der übergreifenden Frage nach dem guten Leben leiten lassen und uns mit Mut zur Gestaltung der Zukunft der Frage stellen, wie und mit welchen technischen Geräten wir in Zukunft zusammenleben wollen. Um dieser Herausforderung gemeinsam begegnen zu können, ist ein kontinuierlicher, gesamtgesellschaftlicher Verständigungsprozess über die Möglichkeiten und Risiken der Technisierung von immenser Bedeutung, da dieser erst die Voraussetzungen für eine reflektierte Urteilsbildung schafft und somit als Garant für eine verantwortbare Zukunftsgestaltung dient.

Online Vita

Projekt "MTEmotion"

Prof. Dr. Uwe Aßmann, Professor für Softwaretechnologie, Technische Universität Dresden

Gesprächsgast in Dresden


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0"

Sensitive Roboter, die  den Menschen in ihrer Umgebung beachten und schützen, werden immer günstiger. In den nächsten Jahren werden sie die Pflege von alten und kranken Menschen vereinfachen, weil sie z.B. für flexible Transport- und Hebeaufgaben eingesetzt werden können. Auch im „Smart Home“ können sie dem Menschen dienen, denn sie können Bestellungen ausführen oder in Notfällen mit Menschen interagieren und Hilfe rufen.

Der Lehrstuhl Softwaretechnologie hat in den letzten Jahren einige vielversprechende Fallstudien zu diesen Themen durchgeführt, z.B. „HomeTurtle – ein Fahrroboter, der Bestellungen per Tablet entgegennimmt“ oder „WEIR – Steuerung von Roboterarmen mit sensorbehafteter Kleidung“.

Website der Software Technology Group der TU Dresden

Website der IEEE 5G Summit in Dresden
Online-Vita von Uwe Aßmann
Publikationen von Uwe Aßmann

Andreas Augustin, MdL; Informatiker; Stellvertretender Vorsitzender des Technik Kultur Saar e.V.

Gesprächsgast in Saarbrücken


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Was bei all den Gesprächen über Industrie 4.0 und den Arbeitsplatz der Zukunft gerne übersehen wird, ist der Privatsektor. Denn so wie Computer in Form von PCs den Einzug ins heimische Büro gehalten haben, werden jetzt 3D-Drucker für Privatpersonen bezahlbar. Damit gelangt ein nicht unerheblicher Teil industrieller Fertigungsmöglichkeiten nun plötzlich platzsparend in Privathände. Und das mit allen Konsequenzen, die sich daraus ergeben.

Vor etwa 40 Jahren gab es Menschen, die meinten, PCs seien Geräte, die sich vielleicht ein paar wenige 100 Menschen auf der Welt kaufen würden, denn wer braucht daheim schon die Rechenleistung einer Großrechenanlage, selbst wenn sie nicht mehr groß ist? „Seltsamerweise“ haben inzwischen aber mehr als 100 Menschen auf der Welt einen PC.

Ein PC wird niemals mit einer Großrechenanlage der gleichen Generation mithalten können. Aber die Leistung ist für den Privatbedarf mehr als ausreichend. Auf der anderen Seite ist es ebenso wenig absehbar, dass ein privater 3D-Drucker gegen industrielle Großanlagen wie CNC-Fräsen, Hydraulik-Pressen oder auch einfach nur industrielle 3D-Drucker der gleichen Generation ankommen wird. Aber muss er das? Ich denke nein.

So wie die Industrie ihre Produkte individualisieren kann, können Individuen ihre Einzelstücke in Serienproduktion fertigen. Daheim. Als Privatperson oder in selbständiger Arbeit.

3D-Druck ist in diesem Sinne die nächste disruptive Technologie und die Auswirkungen werden wir in den nächsten Jahren sehen. Ob daraus ein neuer Mittelstand von Neugründern entsteht, wage ich selbst zu bezweifeln. Doch dass die neuen Möglichkeiten völlig spurlos an der Gesellschaft vorübergehen, wage ich ebenso zu bezweifeln.

Webseite des Hackerspaces Saarbrücken

Foto: Carsten Schröder

Martin Aust, Leiter der Kinemathek Hamburg und des Metropolis Kinos

Gesprächsgast in Hamburg


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0"

Computer, Internet, digitale Welten dringen in fast alle Belange unseres Lebens ein, ob privat oder beruflich. Fluch oder Segen?
Arbeiten 4.0 und Futurale bieten einen interessanten Ansatz sich mit den Veränderungen ins unserer Arbeitswelt auseinanderzusetzen, Einblicke zu verschaffen und über die Auswirkungen auf unsere Gesellschaft zu diskutieren.

Webseite des Metropolis Kinos

Hendryk Balkow, ames Medien | Management Balkow, Frank & Fischer GbR

Gesprächsgast in Jena


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0"

Unter Arbeiten 4.0 stelle ich mir zwei wesentliche Hoffnungen vor, die ich als Produzent und Projektmanager habe. Zum einen die gereiften, verbesserten Tools im Prozess- und Projektmanagement und andererseits eine Rückbesinnung und Fokussierung in der Kommunikation, die wieder mehr das Persönliche, das Diskrete und Nahe einschließt. Wir tanzen in der Kommunikation auf zu vielen Hochzeiten, verursachen Kommunikationsprobleme/Missverständnisse und bauen Distanzen auf.
Digitale Vernetzung braucht auch ihre Auszeiten und Ausnahmen. Es geht nicht darum, auf den großen Haufen im Internet noch einen Haufen drauf zu setzen, sondern nun auch eigene Keime zu pflanzen als Ableger einer gereiften Generation. Aus den vielen Möglichkeiten der Post-Moderne müssen wir nun nach einer explorativen Phase Lehren ziehen und uns wieder fokussieren, statt verzetteln. Dazu gehört auch Selbstdisziplin als Schlüssel zu Selbstbestimmung und Freiheit.

Webseite von Junge Medien Thüringen e.V.
Webseite von Feuerköpfe

Doris Bandhold, Film-Presseagentin, Kuratorin Filmforum der Nordischen Filmtage Lübeck

Gesprächsgast in Hamburg


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0"

Unsere Arbeitswelt verändert sich rasant. Die Auswahl der Filme bietet eine spannende Grundlage, um über die ganze Bandbreite der Veränderungen zu diskutieren: Lebensphasengerechtes Arbeiten, agile Unternehmen, Abschied von der analogen Arbeitswelt, flache Hierarchien und Pflegeroboter, um nur einige zu nennen. Zusammen mit den eingeladenen Experten entsteht ein sehr qualifiziertes Forum für die Frage „Wie wollen wir in Zukunft arbeiten?” 

Webseite von Doris Bandhold
Kontakt zu Doris Bandhold

Eduard "Barny" Barnsteiner, Eigentümer barnsteiner-film

Gesprächsgast in Kiel


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0"

Die Gesellschaft muss eine neue Definition der Arbeit finden und verinnerlichen. Ausgehend von der These, dass der überwiegende Teil der heute geleisteten körperlichen Tätigkeit aber auch der verwaltenden Tätigkeit in absehbarer Zeit zu überwiegenden Teilen von Maschinen und Programmen erledigt werden wird, muss sich die Gesellschaft mehr dem Thema der freien Wissensarbeit widmen.

Strukturen, die Arbeit als Grundlage des Broterwerbs sehen, sind in naher Zukunft nicht mehr tragfähig. Das Einbinden der Tätigen in eine örtlich und zeitlich festgelegte Schablone taugt letztlich nur als Überwachungsstruktur.

Die neue Arbeitswelt wird und muss eine Arbeitswelt sein, die Lösungen und Evolution für die Gesellschaften anbietet. Dies kann nur gelingen, wenn wir den kommenden Generationen die Möglichkeit verschaffen, sich ohne Zwang des Gelderwerbs in die Gesellschaft einzubringen.

Fragestellungen des sogenannten garantierten Grundeinkommens sind keine Antwort auf die Frage nach Konsum- und Produktionssteigerung, sondern spiegeln die Fähigkeit zu erkennen, dass sich nicht nur der Einzelne sondern die ganze Gemeinschaft im Sinne der gesellschaftlichen Evolution voran bewegt.

Es muss ein zusätzlicher Faktor hinzutreten, nämlich die Loslösung vom kapitalistischen Erfolgsdenken, hin zu einem gesellschaftlichen Nutzdenken. Nicht der Angriff zum Vorteil des Einzelnen oder einer einzelnen Gruppe sollte der Antrieb sein, sondern der Eingriff zum Nutzen der Gemeinschaft. Soweit die utopische Sichtweise für die Zukunft.

In der Gegenwart zeigt sich freilich ein anders Bild und dieses Bild ist derzeit nicht erfreulich. Selbst in einer Situation, wo das verfügbare Kapital in großem Umfang zur Verfügung steht, werden Kredite kaum vergeben, finden sich nur schwer Investoren, die bereit sind abseitige oder neue Pfade zu beschreiten.

Die Tätigkeit in diesen Bereichen findet entweder den Weg in die fast grenzenlose Selbstausbeutung, oder mündet leider auch oft in die Ausbeutungsstrukturen Dritter im Rahmen von Junggründungen. Zu oft steht schnelles Wachstum im Vordergrund, zu oft werden strangulierende Finanzierungen abgeschlossen und oft ist der Atem zu kurz.

Solange der Wandel in der gesellschaftlichen Beurteilung nichtvollzogen ist, stellen viele Startups im Bereich 4.0 (was auch immer dies heißen mag) einen ersten zaghaften Versuch dar, einen ersten Schritt in eine neue Dekade der Gesellschafts- und Wirtschaftsgeschichte zu beschreiten. Einen Schritt den ich in der Umkehrung zu Neil Amstrong sehe, jede Gründung ist am Anfang ein kleiner Schritt für die Gesellschaft, für den Gründer ein gigantischer Sprung.

Univ.- Prof. em. Dr. rer. oec. habil. et Dr.-Ing. et Dr.h.c. Heinz Bartsch, Fachexperte für Arbeitswissenschaft, Ergonomie, Personalmanagement, Sicherheitswissenschaft, Mensch-Maschine-Systeme, Personalführung, Arbeitsorganisation; Universitätsprofessor.

Gesprächsgast in Rostock


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0"

Als Arbeitswissenschaftler habe ich mich viele Jahre in Lehre und Forschung mit den Gesetzmäßigkeiten und Wirkungsbedingungen der menschlichen Arbeit befasst und die Entwicklung der Arbeitsgesellschaft verfolgt und begleitet.
Ausgehend von einem Menschenbild, das den Menschen als ein autonomes Subjekt  begreift, das zur Regulierung der eigenen Beziehungen mit der Umwelt und zur Selbstregulation fähig ist, steht er immer im Mittelpunkt bei der Entwicklung und Gestaltung von Arbeitsprozessen.  Das auch im Sinne der Interaktionsprozesse zwischen Mensch und Technik im Rahmen der Gestaltung von Arbeitsprozessen und ihrer Umsetzung an konkreten Arbeitsplätzen. Im Sinne der engen Kopplung von Technik / Technologie  und Arbeit  muss gleichzeitig gesehen werden, dass der neuzeitliche Arbeitsbegriff  zunehmend  Eigentum, soziale Teilhabe und persönliche Identität impliziert. Das sind Grundanforderungen, die auch im Sinne der Weiterentwicklung von Wissenschaft und Technik, z.B. bei der zunehmenden Digitalisierung der Arbeitswelt, ihre Bedeutung behalten.  Es ändern sich zwar damit die Arbeitsinhalte und ihre Ausführungsbedingungen, gleichzeitig muss man aber auch frühzeitig die damit verbundenen neuen Gefahren und Erschwernisse erkennen und durch eine prospektive Arbeitsgestaltung verhindern bzw. ihre negativen Wirkungen kontrolliert zu minimieren versuchen. Burnout, Depressionen und Technikstress (insbesondere bei älteren Menschen) können Folgeerscheinungen sein, die schon heute in der Arbeitswelt weit verbreitet sind. Es können völlig neue psychisch bedingte Krankheitsbilder entstehen, die vor allem von der Angst der Betroffenen genährt sind, den ständig wachsende Anforderungen, der Beschleunigung und Optimierung, nicht mehr gewachsen zu sein. In der zunehmend mobilen Arbeitswelt ist der deutliche Trend zu erkennen, verstärkt neuartige mobile Informationstechnologie wie Smartphones oder Tablet-PCs zu nutzen. Daraus ergeben sich nicht nur völlig neue Organisationsformen der Arbeit, sondern auch völlig neue Anforderungen an die erforderliche Qualifikation, die physischen und psychischen Leistungsvoraussetzungen der Arbeitsausführenden. Das alles lässt sich in der Organisationsform eines Unternehmens nur dann langfristige erfolgreich realisieren, wenn hier eine mitarbeiterorientierte Unternehmenskultur  gelebt wird. Hier gibt es für die arbeits-, sozial- und organisationswissenschaftliche Forschung noch sehr viele offene Fragen.  Als eine nicht zu unterschätzende Folgewirkung der zunehmenden Digitalisierung der Arbeitswelt  ( auch mit ihren globalen Wirkungen ) muss zur Kenntnis genommen werden, dass zwar einerseits viele neue Arbeitsplätze geschaffen werden können, aber gleichzeitig  mehr Aufwand lebendiger Arbeit freigesetzt werden wird. Es werden mit großer Wahrscheinlichkeit  bedeutend mehr Arbeitsplätze vernichtet, als neue geschaffen werden können. Welche sozialen und politischen Konsequenzen das haben kann, wissen wir auch aus der Kenntnis von 150 Jahren Geschichte der Arbeitsgesellschaft zumindest in Europa. Das kann durchaus der Nährboden einer erneuten Diskussion zum Verhältnis von Arbeits- und Mußegesellschaft im positiven Sinne befördern. Ich habe schon vor Jahren durch Publikationen darauf hingewiesen. Damit sind aus dem riesigen Komplex nur einige ausgewählte mögliche Folgewirkungen genannt.
Frau Ministerin Andrea Maria Nahles sieht diese Problematik wahrscheinlich ähnlich. Deshalb kann ich ihre Initiative nur begrüßen, dazu einen gesellschaftsoffenen Diskurs zu führen, der hiermit auch meine persönliche Unterstützung erfährt.

Webseite von Heinz Bartsch
Online-Vita von Heinz Bartsch
Publikationen von Heinz Bartsch
Profil von Heinz Bartsch auf LinkedIn

Benjamin Bauer, Geschäftsführer ZOLLHOF – Digitales Gründerzentrum, Co-Founder UniCoach, Co-Founder Gründermagnet

Gesprächsgast in Nürnberg


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Arbeiten 4.0 bedeutet für mich vor allem eine sinnvolle Digitalisierung der Arbeit im Schulterschluss mit dem Arbeitnehmer. Dabei spielt vor allem der unternehmerische Mitarbeiter eine große Rolle, welcher die Digitalisierung der Arbeit von innen vorantreiben muss.

Interview mit Benjamin Bauer


Instagram-Account von Benjamin Bauer

Thorsten Bauer, Gründer Urbanscreen, Medienkünstler / Creative Director

Gesprächsgast in Bremen


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0"

  • Arbeit muss neu definiert werden
  • Arbeit als identifikationsstiftender Gegenstand relativiert sich
  • Eine neue Balance zwischen Freiheit (freelance) und Zugehörigkeit (Gruppe, Arbeitgeber ec.) entsteht.
  • Arbeit wird knapper und kreativer

Webseite von UrbanScreen

Michael Baukloh, Leiter Existenzgründung bei der Industrie- und Handelskammer Reutlingen

Gesprächsgast in Tübingen


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Arbeit 4.0 bringt Chancen für Startups !

Startups, die mit Ihren Geschäftsmodellen auf die Arbeitswelten der Zukunft setzen, gehen zwar ein hohes Risiko ein, können aber von den enormen Chancen profitieren. Denn Daten, Prozesse, Maschinen und Menschen verbinden sich zu einem Netzwerk, das ein digitales Abbild der gesamte Wirtschaft und Gesellschaft ist. Damit werden neue Geschäftsmodelle möglich. Jede Technologie bringt Chancen und Risiken. Das war schon immer so. Startups müssen also sensibel dafür sein, Chancen zu nutzen und Risiken in den Griff zu bekommen. Sie müssen den Mut mitbringen und sich in die Unsicherheit der neuen Märkte wagen. Also: Keine Angst vor 4.0!

Die Zukunft der Arbeit liegt in meiner Stadt weil...

... hier Pioniergeist auf Fleiß trifft.

Die Arbeitswelt der Zukunft wird geprägt sein durch...

... höhere Komplexität, mehr Geschwindigkeit, weniger Kästchendenken.

Arbeiten 4.0 bedeutet für mich...

... neue Chancen, neue Formen der Zusammenarbeit und die Möglichkeit, das alles mit zu gestalten und in die richtigen Bahnen zu lenken.

Webseite der IHK Reutlingen
Webseite des IHK Campus Startup

Berthold Bäuml, Leiter des Labors “Autonome, lernende Roboter” am Institut für Robotik und Mechatronik, des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Gesprächsgast in München


Herr Berthold Bäuml schloss 1997 sein Studium als Diplomphysiker an der Universität Bayreuth ab. Seitdem forsch er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am DLR Institut für Robotik v.a. auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz und Humanoiden Robotik. 2011 gründete er am Institut das Labor für “Autonome, lernende Roboter” und leitet dieses seither. Seine Arbeiten werden regelmässig international mit Preisen ausgezeichnet.

Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0"

Die Zukunft der Arbeit liegt in meiner Stadt weil…

… Robotik eine zentrale Rolle spielen wird und die Region um München ein Zentrum der Robotik von Weltrang ist, mit starken Universitäten, Forschungszentren und vielen Robotik Startups und führenden Roboterherstellen.

Die Arbeitswelt der Zukunft wird geprägt sein durch…

… die Chance, dass sich der Mensch immer mehr auf kreative und soziale Arbeit konzentrieren kann, indem ihm die einfachen oder gefährlichen Tätigkeiten u.a. von intelligenten Robotern abgenommen werden. Dies kann aber nur bei einer Neudefinition von  Wertschöpfung gelingen.

Arbeiten 4.0 bedeutet für mich…

… die Entlastung des Menschen durch einen hohen Automatisierungsgrad und die enge Kooperation von Mensch und Roboter. Intelligente Roboter werden  in der Produktion, bei Dienstleistungen, aber auch im privaten Haushalt dem Menschen immer mehr gefährliche oder stupide Arbeiten abnehmen können.

Videos zu Forschungsarbeiten an Humanoiden Robotern: 1 & 2

Carmen Beckenbach, für verschiedene Kultureinrichtungen im In- und Ausland tätig

Gesprächsgast in Karlsruhe


Nach einem Studium der Kunstgeschichte und Geschichte an der Universität Heidelberg ist Carmen Beckenbach seit mehr als zehn Jahren für verschiedene Kultureinrichtungen im In- und Ausland tätig. In den vergangenen Jahren arbeitete sie für folgende Festivals: „re/act – internationales Studentenfestival für digitale Medienkunst“, „internationaler Medienkunstpreis“, „Stuttgarter Filmwinter“ und „Made in Stuttgart“. Seit 2014 ist sie in der Auswahlkommission des Dokumentarfestivals dokKa.

Birgit Becker, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Jena

Gesprächsgast in Jena


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Der Mensch entwickelte sich seit Urzeiten immer weiter. Mit Beginn der industriellen Revolution um 1800 gewann diese Entwicklung an Dynamik. Der Durchbruch der Computertechnologie zum Ende des 20. Jahrhunderts veränderte die Arbeitswelt erneut. Einfachere Tätigkeiten und Büroarbeiten konnten durch computergesteuerte Programme und Maschinen übernommen bzw. vereinfacht werden, jedoch entstanden auch zahlreiche neue Beschäftigungsfelder. Die Arbeitswelt verändert sich stetig, sodass „Arbeiten 4.0“ für mich kein Schreckensszenario ist. Arbeitgeber werden soweit automatisieren wie möglich, um wirtschaftlicher arbeiten zu können. Gerade mit Blick auf die Demografie und die Fachkräftegewinnung ist dieser Schritt auch notwendig. Ich bin mir jedoch sicher, dass in kaum einem Beruf der Mensch vollständig ersetzbar ist. Im Gegenteil, gerade Berufsfelder mit hohem Anteil von Nicht-Routine Tätigkeiten werden profitieren und die Beschäftigtenzahlen werden steigen.

Webseite der Arbeitsagentur
Webseite des Magazins "Faktor A"

Moritz Becker, Gründungsmitglied von smiley e.V.

Gesprächsgast in Hannover


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Ich erlebe in meiner Arbeit Schülerinnen und Schüler, die sehr intuitiv das Internet zum gemeinsamen Arbeiten nutzen. Vernetzt in Gruppen bei Whatsapp oder per Sykpe werden Referate vorbereitet und gemeinsam gelernt. Dieser Generation hat diese Art zu Arbeiten keiner beigebracht, es lag quasi mit den Möglichkeiten des Smartphones „auf der Hand“ und wurde spielerisch gelernt. Nach dem Motto „im Zweifelsfall Online“ ist das Internet immer eine Strategie der Problemlösung. Ohne WLAN fühlen sich viele allein und unsicher.

Auf der anderen Seite erlebe ich ebenfalls in meiner Arbeit oft Eltern und auch Lehrerinnen und Lehrer, die diese Art des vernetzt-seins nicht als konstruktives Arbeiten empfinden und eher grundlegend ablehnend reagieren. Hier wird nicht selten im Zweifelsfall das analoge Buch und die Tafel in der Schule einer Online vernetzten Lernkultur bevorzugt. Es gilt im Klassenraum oft das Motto „im Zweifelsfall Offline“, das Fehlen eines offenen WLAN im Klassenraum vermittelt vielen Lehrkräften ein Gefühl von Sicherheit.

Ich denke nicht, dass alles, was Jugendliche intuitiv vernetzt machen pauschal unterstützenswert ist. Nicht selten klagen Schülerinnen und Schüler über Stress durch eine permanente digitale Verfügbarkeit, der sie eigentlich nicht entsprechen wollen. Aber aus Angst, etwas zu verpassen, gibt es scheinbar keine Alternative zum „immer-Online-Sein“. Mindestens genauso wenig unterstützenswert ist für mich eine grundlegend ablehnende Haltung. Spannend wird es aber, wenn sich Erwachsene mit ihren Vorstellungen von Geselligkeit und gemeinsamen Arbeiten auf die Ideen und Strategien von Jugendlichen einlassen. Hier müssen wir Brücken bauen. 

Wir können viel voneinander lernen, wenn wir vorurteilsfrei und neugierig die Möglichkeiten einer digitalen vernetzten Kultur ausprobieren, reflektieren und dem anpassen, was wir Menschen tatsächlich brauchen. Arbeiten 4.0 bedeutet für mich, dass Internet so einzusetzen, dass es uns entlastet – und nicht andersherum.

Webseite der smiley e.V.

Dr. Beate Beermann, Direktorin und Professorin, Leiterin des Fachbereichs „Grundsatzfragen und Programme" der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

Gesprächsgast in Dortmund


Seit 20 Jahren im Bereich Arbeits- und Gesundheitsschutz tätig; zuvor Studium der Psychologie mit dem Schwerpunkt Arbeits- und Organisationspsychologie;

Arbeit am Institut für Arbeitsphysiologie an der Universität Dortmund (IfADo) dem heutigen Leibniz Institut für Arbeitsforschung. Zentraler Gegenstand ihrer Arbeiten waren Fragen der Arbeitszeitgestaltung.

1992 wechselte sie in die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA). Die BAuA ist eine Ressortforschungseinrichtung, die wissenschaftsbasierte Politikberatung für das Bundesministerium für Arbeit und Soziales leistet.

Seit vier Jahren Leitung des  Fachbereichs „Grundsatzfragen und Programme“.

Zentrale Aufgabenfelder: Veränderung der Arbeitswelt (Systematisches Monitoring „BiBB-BAuA Erwerbstätigenbefragung) und deren Folgen. Megatrends wie Globalisierung, Technisierung, demografischer Wandel und Restrukturierung in den Betrieben sind  zentrale Punkte von Forschung und Entwicklung.

Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Der Wandel der Arbeitswelt stellt für Betriebe und Beschäftigte eine zentrale Herausforderung dar. Auffällig ist dabei, dass die Veränderungen nicht für alle gleich sind. Wir haben es vielmehr mit einer zunehmenden Vielfalt von Anforderungen zu tun. Das betrifft insbesondere die aus dem sozialen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und den Arbeitsprozessen resultierenden Anforderungen, wie zunehmende Komplexität und Dynamik. Seit längerem ist eine hohe Veränderungsgeschwindigkeit in den Betrieben zu beobachten, die sowohl hohe Anpassungsleistungen im Sinne der Qualifizierung als auch des Umgangs mit psychischen Belastungen von den Beschäftigten fordert. Gleichzeitig haben sich auch die Bedürfnisse der Beschäftigten an ihre Arbeit verändert. Hier ist insbesondere auch die Frage der Vereinbarkeit von Beruf und privaten Interessen zu nennen. Unter dem Schlagwort „Work-life Balance“ sind innovative Lösungen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf gefordert. Vor diesem Hintergrund stellen die Möglichkeiten, die sich aus der Digitalisierung ergeben sowohl Chancen als auch Risiken dar. Digitales Arbeiten ermöglicht zeit- und ortsflexibles Arbeiten und entfaltet damit ein hohes Maß an Handlungsspielräumen – von denen wir wissen, dass sie positiv auf Gesundheit und Motivation wirken können – birgt aber gleichzeitig die Gefahr der Überforderung durch die Entgrenzung der Arbeit und ständiges „Online“ sein und den damit reduzierten Möglichkeiten des „Abschalten-Könnens“.

Bei der Arbeit mit innovativen digitalen Technologien und im Bereich der Smart Services kann Digitalisierung sowohl die differenzielle und dynamische Arbeitsgestaltung fördern und damit zu einem nachhaltigen Schutz der Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Beschäftigten beitragen. Sie kann aber gleichsam zur Verdichtung von Arbeit und zur Reduktion kognitiver Anforderungen für die Beschäftigten führen. Was mit erhöhten psychischen Belastungen und einer potenziellen Dequalifizierung der Beschäftigten einhergehen kann. Der Digitalisierung wohnt demzufolge durchaus eine hohe Ambivalenz inne. Will man die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Beschäftigten nachhaltig sicherstellen, aber die Chancen der Veränderungen nutzen, muss man die Risiken abwägen und gewisse Mindeststandards setzen, wohlwissend, dass wir über die Auswirkungen neuer Anforderungen oder Anforderungskonstellationen nur wenig gesicherte Erkenntnisse haben. Hier ist insbesondere auch die Forschung gefragt.

www.baua.de

Chris Bellaj, Freier Journalist und Dozent

Gesprächsgast in Nürnberg


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Leben wir um zu arbeiten oder arbeiten wir um zu leben? Sind wir für die Arbeit da oder die Arbeit für uns? Die Grenzen zwischen Arbeit und freier Zeit sollten klar sein. Arbeit 4.0 ist da eine bleibende Herausforderung.

YouTube-Kanal von Chris Bellaj
Flickr-Account von Chris Bellaj
Blog von Chris Bellaj
Website des Jugendradios Free Spirit
Website von Radio Z

Ulrike Bentlage, MY CAREER­MAP Ulrike Bentlage e.K.

Gesprächsgast in Gütersloh


Geboren in Gütersloh
Studium von Germanistik, Romanistik und Mathematik in Münster und Nantes:
  Eine wunderbare Studienzeit in Westfalen und am Atlantik mit Wahrscheinlichkeitsrechnung, Mediävisitik und viel echtem Studentenlebe
Referendariat an einem bilingualen französisch-deutschem Gymnasium
 Mit wahrer Freude am Unterrichten und dem anschließenden Wunsch, noch mehr unbekanntes Terrain zu entdecken.
Projektleitung in der Bertelsmann Stiftung für Bildungsprojekte
 Start in die erste großen dot.com Ära. – Schwerpunkt-Themen rund um e-Learning und Kooperationen mit beeindruckend vorwärtsdenkenden internationalen Projektpartnern.
Beraterin bei »The Boston Consulting Group«. Schwerpunkte: Strategie, HR und Organisation – gewissermaßen die »Bergtour« – eine steile Lernkurve mit breitem Panorama. Und Lektionen wie: Auch der große Wurf gelingt nur mit gnadenlosem Blick für das Detail.
Leitung Marketing an der Universität Bielefeld, Mitglied des Rektorates
. Ein kurzer Ausflug – und dennoch lohnend.
HR Strategie und Managemententwicklung im Zentralen Personalwesen des Bertelsmann Konzerns
. Ein perfektes Zusammenspiel von strategisch-konzeptionellen Organisationsprojekten und der stets neuen Aufgabe, die individuelle Passung von persönlichen Profilen und den Anforderungen von Positionen zu beurteilen.


Website von MY CAREERMAP

Martina Berendes, Schulleiterin der  Caritas- Berufsfachschule für Altenpflege

Gesprächsgast in Nürnberg


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Mit der fortschreitenden technischen Entwicklung werden Neuerungen sicherlich auch in Bereiche des Berufslebens Einzug halten, in denen dies jetzt noch unvorstellbar ist. So auch in die den Pflegealltag.  Ich finde diese Vorstellung jedoch nicht beängstigend, sondern sehe darin eine Chance, den Herausforderungen der Zukunft entgegenzutreten.

Website des Caritas Verbands Nürnberg

Florian Bernschneider, Hauptgeschäftsführer Arbeitgeberverband Region Braunschweig

Gesprächsgast in Braunschweig


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Die großen digitalen Innovationen fanden mit google, facebook und Amazon in den letzten Jahren eher außerhalb Europas statt. Bei der nun vielerorts im Fokus stehenden Anwendung neuer Kommunikationstechnologien in klassischen Fertigungs- und Produktionswelten haben wir allerdings gute Vorrausetzungen, weltweiter Taktgeber und Innovationsmotor zu werden. Damit wir diese Chancen nutzen können, gilt es aber nicht nur Wege zu finden, wie Maschinen intelligenter miteinander kommunizieren. Es geht darum, unsere Arbeitswelt insgesamt mit diesen neuen Chancen der Digitalisierung weiterzudenken und weiterzuentwickeln. Diese notwendigen Innovationen unserer Arbeitswelt lassen sich dabei aber nicht am Reißbrett planen, sondern müssen vor Ort entstehen und brauchen Raum, um sich fernab alter Denkmuster zu entwickeln.

Website des AGV-BS
Xing-Profil von Florian Bernschneider

Madita Best, Geschäftsführerin und Mitgründerin der Daheim gUG

Gesprächsgast in Dortmund


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Zivilgesellschaftliches Engagement bekommt durch „Arbeiten 4.0“ ein völlig neues Gesicht. Immer mehr soziale Initiativen basieren auf digitalen Ideen. Egal ob Inklusionsprojekte, Kulturförderung oder Flüchtlingshilfe – engagieren kann man sich längst nicht mehr nur vor Ort, in Vereinen oder Kirchen, sondern auch über Laptop und Smartphone. Schritt für Schritt wird ehrenamtliche Arbeit digitaler, vernetzter und internationaler. Diese Entwicklungen geben mehr Menschen die Chance, im Rahmen ihrer Möglichkeit einen Beitrag zu leisten. Gleichzeitig entstehen neue organisatorische Herausforderungen: Wie kann ehrenamtliche Arbeit mit digitalen Hilfsmitteln besser koordiniert werden? Wie kann man Helferinnen und Helfer mit sozialen Medien besser an ihr Ehrenamt binden? Und schließlich: Wie schaffen die Ideen hinter „Arbeiten 4.0“ eine fairere, inklusivere und engagiertere Gesellschaft? Soziale Entrepreneure sind aufgerufen, Antworten auf diese und andere Fragen zu finden. Sie testen neue Formen der Zusammenarbeit, experimentieren mit alternativen Organisationskonzepten und heben Engagement ins digitale Zeitalter.

Webseite von Daheim
LinkedIn-Profil von Madita Best
Xing-Profil von Madita Best

Johann Beurich, YouTuber "DorFuchs"

Gesprächsgast in Dresden


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Das Internet hat extrem viele neue Möglichkeiten eröffnet, zu kommunizieren, zu spielen, zu leben und eben auch zu arbeiten. Vor allem im Bereich Social Media gibt es mittlerweile nicht nur Einzelne, die ihren YouTube-Kanal oder ähnliches nutzen, um damit das Geld zu verdienen, von dem sie leben. Im Moment geht das ganz gut und es sieht so aus, als könnte man als YouTuber nahezu unbegrenzt weiter wachsen, wenn man konsequent dran bleibt, aber, wie sich die Dinge hier langfristig entwickeln, ist absolut nicht abzusehen. Wer elementar von YouTube abhängt, kann von jeder Veränderung im Algorithmus, der die Videovorschläge generiert, komplett aus der Bahn geworfen werden. Und es kann genauso gut sein, dass die Videos, die heute geklickt werden, in zwei Jahren niemand mehr sehen will. Letztlich ist es für Leute, die mit kreativer Arbeit im Internet Geld verdienen immer lukrativer, Dinge zu produzieren, die Aufmerksamkeit erregen – egal, ob sie hilfreich, gut oder wahr und richtig sind.
Ich denke bei Arbeiten 4.0 an die Möglichkeiten von Tätigkeiten jeglicher Art im Bereich Social Media, wo vor allem die Jugend heute stark beeinflusst wird.

YouTube-Kanal von Johann Beurich
Website von Johann Beurich

Benny Beyer, Kommunikationsdesigner, Marketing, Beratung, Konzeption; Geschäftsführer Kombinat Süd

Gesprächsgast in Jena


Benny Beyer – ist Experte für Kommunikation, Marketing /Gestaltung und Coaching und bestens vernetzt. Benny Beyer ist gelernter Kommunikationsberater und Mediendesigner und seit mehr als 5 Jahren selbständig tätig für Existenzgründer und bestehende Unternehmen. 

Webseite von Kombinat Süd

Daniel Bieber, Geschäftsführer und Wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Sozialforschung und Sozialwirtschaft (iso) Saarbrücken

Gesprächsgast in Saarbrücken


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Die Digitalisierung wird das Arbeitsleben stark verändern. Welche Konsequenzen das für die Arbeitsmärkte hat, wie sich die Arbeit selbst verändert, welche neuen Formen von Arbeitszeit und Arbeitszeitkontrolle, von work life balance, von überbetrieblichen und betrieblichen Aushandlungsprozessen, von Leistungsbegriffen usw. sich im Zusammenhang mit einer zunehmenden Digitalisierung von Arbeitsprozessen ergeben werden, ist weitgehend offen. Es spricht allerdings einiges dafür, dass die zunehmende Bedeutung des digitalisierten Arbeitens oder des Arbeitens in digitalisierten Umwelten zu mehr führt als nur zu einer Verstetigung oder Verschärfung schon länger andauernder Trends.
Im Bereich der personenbezogenen Dienstleistungen, also da, wo die Arbeit vor allem „analog“ und eben nicht digital ist, können sich durch die Einbettung der Arbeit in digitalisierte Umwelten Veränderungen ergeben, die in hohem Maße gestaltbar sind. Es kommt also vor allem darauf an, ob wir neue Technologien der Digitalisierung nutzen, um mehr vom Gleichen zu machen. Oder ob wir sie nutzen, um ganz neue Dienstleistungen anbieten zu können. So können wir etwa Alltagsunterstützende Assistenzlösungen (AAL) nutzen, um die Zahl der von einem ambulanten Pflegedienst betreuten Menschen deutlich zu erhöhen. Oder wir können sie nutzen, um den Service zu verbessern.

Online-Vita von Daniel Bieber
Webseite des Max-Weber-Instituts für Soziologie der Universität Heidelberg
Webseite des iso-Instituts
Beitrag von Daniel Bieber auf internationalmonitoring.com

Foto: Jennifer Weyland

Prof. Dr. Dr. h. c. Dieter Birnbacher, Hochschullehrer

Gesprächsgast in Düsseldorf


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Angesichts der demografischen Entwicklung und der bis auf weiteres bestehenden Unheilbarkeit vieler degenerativer Erkrankungen wird die Zukunft der Pflege wird stärker als heute vorstellbar ist, von Maschinen und Robotern bestimmt sein. Ethisch stellt sich die Frage, wie weit der Einsatz von Pflegerobotern gehen darf. Lässt sich menschliche Zuwendung rationalisieren? Wenn ja, wer und anhand welcher Maßstäbe sollte über ihre Rationalisierung entschieden werden?

Online-Vita von Dieter Birnbacher

Marc Biskup, Redakteur bei MDR SACHSEN-ANHALT, Vorstand ARTist! e.V.

Gesprächsgast in Magdeburg


Marc Biskup zog für ein freiwilliges kulturelles Jahr nach Magdeburg. Neben seinem Studium der Kulturwissenschaften, Wissensmanagement und Logistik engagierte er sich ehrenamtlich im kulturellen Bereich. Ab 2008 arbeitete er mit Freunden beim Magdeburger KulturStadtMagazin Kulturfalter/kulturschwärmer, das sich als Magazin mit kulturellem und lokalpolitischem Anspruch etablierte. Dort hatte er bis 2013 verschiedene Postitionen inne (Leitung Terminredaktion, Redaktionsleitung, Social-Media-Redaktion). Seit 2013 ist er beim Mitteldeutschen Rundfunk tätig - in den Bereichen Online, Social Media und Nachrichten.

Weblog von Marc Biskup

Klaus Blaudzun, Kulturmanager, Geschäftsführer eines Kultur- und Bildungsunternehmens

Gesprächsgast in Rostock


Klaus Blaudzun, Jg. 1958, lebt in Rostock, verheiratet, zwei Kinder. Berufe: Lehrer, Germanist, Projektmanager, Promotion an der Universität Rostock und dort bis 1992 Lehre in Literatur- und Wissenschaftstheorie. 1992/93 Mitgründung Institut für neue Medien gGmbH Rostock, dort bis heute Geschäftsführer und Projektleiter der Film- und Medienwerkstatt Rostock mit Freizeitbildungsangeboten und Filmnachwuchsförderung. 2004 Mitbegründer von FISH – Festival im Stadt Hafen Rostock mit Wettbewerb zum jungen deutschen Kurzfilm bis 27 Jahre. 2008 Mitgründung der gemeinnützigen KARO Aktiengesellschaft für das interdisziplinäre Kunst-/Medien-/Bildungshaus FRIEDA 23 in Rostock.

Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0"

Ist ein, wenn nicht das Zukunftsthema. Die vierte industrielle Revolution betrifft nicht allein die Evolution unser Werkzeuge. Das sind wir ja schon ‚gewohnt’.  Nun wird unsere Welt, gerade auch die Arbeitswelt, überformt von einer Revolution unserer Informations- und Denkzeuge. Das geht über alles Gewohnte weit hinaus, noch dazu in rasender Geschwindigkeit. Arbeit wird mehr und mehr Informationsverarbeitung, mit neuen Informationstechnologien und einem ganz neuen Verhältnis von Mensch und Maschine. Dieses ganz andere Arbeiten braucht ein neues, anderes Lernen, eine andere Bildung – das wissen wir aus der Geschichte, aus der Veränderung von Arbeit und Bildung durch die erste industrielle Revolution. Arbeits- und Bildungsbiographien sind schon heute in irritierenden Veränderungen, das aber ist nur der allererste Anfang fundamentaler Umwälzungen.

Blog des Instituts für neue Medien
Webseite des Medien Collegs Rostock
Webseite des FiSH-Filmfestivals
Webseite der Karo gAG

Dr. rer. pol. Antje Blöcker, Sozialwissenschaftlerin

Gesprächsgast in Braunschweig


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Arbeiten 4.0 reiht sich ein in einen seit 2011 (Hannover Messe/Acatech) geführten Diskurs über Digitalisierung/Industrie 4.0. Geklärt werden sollte die Genese des Diskurses ebenso wie die Realität von Arbeit 4.0 in der Arbeitswelt. Was bedeutet die Forderung nach einem neuen sozialen Kompromiss? Dazu ist es erforderlich, die neue Qualität, den Mehrwert von Arbeit 4.0 gegenüber 1.0 bis 3.0 zu erkennen. Während der Industrie 4.0-Diskurs mit technologischen Disruptionen argumentiert, braucht Arbeiten 4.0 eigene Merkmalsausprägungen.

 

Katharina Bluhm, Moderatorin für Kinder- und Jugendbeteiligung in der Beteiligungswerkstatt MV/ Jugendmedienverband MV e.V.

Gesprächsgast in Rostock


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0"

Flexible Zeiteinteilung, die auch einen Feierabendmodus hat, Ortsunabhängiges Arbeiten ermöglichen und finanzielle Sicherheit sind nur ein paar Stichworte die mir bei Arbeiten 4.0 in den Sinn kommen. Arbeiten bedeutet für mich nicht nur Geld zu verdienen um den Lebensunterhalt bestreiten zu können. Ich möchte auch sinnvolles für die Gesellschaft leisten können. Dafür scheint es heute auch ein hohes Maß an eigenem Zeit- und Projektmanagement zu brauchen um sich nicht zu verzetteln oder am Ende auf eigene Rechnung Überstunden zu schieben. Arbeitsplatzteilung und Familienfreundlichkeit sind weitere wichtige Aspekte. Das sind eine Menge Herausforderungen vor denen wir stehen und die wir auch noch nicht so umgesetzt haben. Dafür muss sich in den Köpfen und Einstellungen der Menschen zur Arbeit noch was ändern. Da sind wir alle gefragt.

Blog der Beteiligungswerkstatt des LJRMV


Instagram-Profil des Jugendmedienverbands MV
Webseite des Jugendmedienverbands MV

Gabriele Böhmer, Leiterin Entrepreneurshipstrategie, Innovation, Technologie, Internationales und Redaktionsleiterin Munich Startup – Das offizielle Startup Portal für München

Gesprächsgast in München


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0"

Arbeiten 4.0 bedeutet für mich...

... der Aufbruch in neue Arbeitswelten. Die Digitalisierung dringt in immer weitere Lebensbereiche vor. Besonders nachhaltig wird sie unseren Arbeitsalltag beeinflussen. Digitale Trends, Technologien und Tools prägen die Arbeitswelt 4.0 und ermöglichen es, effizienter, flexibler und vernetzter zusammenzuarbeiten. Ich sehe hier große Gestaltungschancen für Startups. 

Die Zukunft der Arbeit liegt in München, weil...

... die sehr starke Forschungsorientierung der hiesigen Wirtschaft, innovative Unternehmen und Startups in Zukunftsbranchen und eine hohe Industrie 4.0-Affinität die Landeshauptstadt auch in den nächsten 15 Jahren zu den Top-Standorten in Deutschland machen werden. Exzellente Hochschulen mit Fokus auf Unternehmertum sowie die ausgezeichnete Lebensqualität sind weitere Erfolgsfaktoren.

Die Arbeitswelt der Zukunft wird geprägt sein durch...

... neue Technologien, aber auch ein Umdenken des bisherigen gesellschaftlichen Verständnisses von Arbeit, Unternehmen und Mitarbeitern. Wissen wird stärker geteilt, Prozesse in Unternehmen demokratisiert, Eigenschaften wie hohe Flexibilität, Motivation, laufende Fortbildung und Eigenverantwortung noch stärker gefordert.

Das offizielle Startup Portal für München

Sebastian Borek, CEO und Co-Founder der Founders Foundation gGmbH

Gesprächsgast in Gütersloh


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0"

Die Digitalisierung wird unsere Arbeitsweise sehr stark verändern - Beispielsweise wird der Einsatz von künstlicher Intelligenz einige Berufsgruppen verlagern, effizienter gestalten aber auch komplett kanibalisieren.

Technische Errungenschaften wie High-Speed Netzwerke, SaaS Modelle und Mobile Technologien ermöglichen kollaboratives und dezentrales Arbeiten zu jederzeit und an jedem Ort. Diese Entwicklungen haben bereits jetzt schon erste Auswirkungen auf traditionelle Büro und Arbeitsstrukturen. Die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit verschwimmen, das erfordert auch eine neue Arbeits-Kultur.

Gerade die Robotik wird viele Berufszweige sowie deren Arbeitsabläufe deutlich verändern, teilweise sogar komplett ersetzen. Niedriglohnländer müssen sich neu positionieren, aber auch die inländische Produktion ist plötzlich wieder konkurrenzfähig, da Logistikkosten wegfallen und näher an der Forschung gearbeitet wird.

In der ersten Phase der Digitalisierung von Arbeitsprozessen werden auch nicht geschulte Arbeiter komplexe Tätigkeiten verrichten können. Wie bereits heute schon mittels Augmented Reality. Hierbei werden beispielsweise Arbeitsschritte direkt auf die Werkbank projetziert, Diese Entwicklung wiederum hat jedoch einen Einfluss auf die Ausbildung und das Lohnniveau haben.

Generell gesprochen wird das Arbeiten in Zukunft messbarer, transparenter und steht in einem deutlich stärkeren Wettbewerb durch direkte Vergleichbarkeit.

Website von Founders Foundation


Artikel über Founders Foundation im Handelsblatt
Artikel über Founders Foundation in der Wirtschaftswoche

Julia Borggräfe, Senior Vice President Human Resources & Corporate Governance Messe Berlin GmbH und Partnerin autenticon – consulting in context

Gesprächsgast in Berlin


Beruflicher Werdegang

  • Seit 2013 - heute: Senior Vice President Human Resources & Corporate Governance Messe Berlin GmbH
  • Seit 2012 - heute: Partnerin bei autenticon – consulting in context
  • 2009 – 2012: Senior Manager HR Western Europe Sales & Financial Services, Daimler AG, Stuttgart
  • 02/2008 – 02/2009: Manager Projects, HR Processes & Change Management, Mercedes Benz France, Paris
  • 02/2006 – 02/2009: Manager Projects, HR Processes & Change Management, Daimler Sales and Financial Services AG, Berlin
  • 01/2004 – 11/2006: Manager Labor Relations & Policies, DaimlerChrysler Financial Services AG, Berlin
  • 04/2001 – 12/2003: Personalreferentin für Grundsatzfragen/ Arbeitsrecht bei der Koelnmesse GmbH, Köln
  • Seit 08/2001: Zulassung als Rechtsanwältin (Schwer punkt: Arbeitsrecht, Sportrecht)
  • 06 – 10/2000: Kanzlei Dan Assan, Tel Aviv/Israel

 

Organisationen


Publikationen


Arbeitsschwerpunkte:

  • (Internationales) HR Management
  • Arbeitsrecht
  • Corporate Governance
  • Compliance
  • Revision
  • Unternehmenskultur/ Organisationsentwicklung
  • Prozessmanagement
  • Change Management
  • Systemische Organisationsberatung
  • Arbeit 4.0
  • Projektmanagement
  • Corporate Social Responsibility
  • Leadership


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0"

Entscheidend für die Arbeit der Zukunft wird sein:

  • dass alle wesentlichen Einflussfaktoren (Digitalisierung, Globalisierung, gesellschaftliche Veränderungen etc.) in der Diskussion um zukünftige Arbeitsmodelle Berücksichtigung finden
  • ein breiter gesellschaftlicher und politischer Konsens für die Notwendigkeit von Veränderungen geschaffen wird
  • win-win Situationen für alle wesentlichen Stakeholder geschaffen werden (was ein möglichst gemeinsames Verständnis voraussetzt) und objektive Kriterien als Entscheidungsmaßstab dienen
  • neue/erforderliche Modelle konsequent umgesetzt werden.

 

 

Frank Bösenkötter, Dipl. Kaufmann, Geschäftsführer Dicide GmbH

Gesprächsgast in Kiel


Kurzer CV

Nach Berufsausbildung zum Industriekaufmann und abgeschlossenem Betriebswirtschaftsstudium mit Schwerpunkt Marketing und Technologiemanagement begann Frank Bösenkötter seine berufliche Karriere bei der weltweit tätigen Unternehmensgruppe ACO Severin Ahlmann mit Hauptsitz in Rendsburg/Schleswig-Holstein. Hier verantwortete er u.a. den Aufbau von Vertriebsgesellschaften in Osteuropa.

1997 wechselte der gebürtige Kieler in die Telekommunikationsbranche. Nach mehreren Jahren Auslandserfahrung in Skandinavien und der Schweiz über die TDC Kopenhagen, wird er nach verschiedenen leitenden Managementpositionen in der Geschäftsführung verantwortlich für Produkte und Netzbetreiber beim Service Provider Talkline GmbH.

2007 wechselte Frank Bösenkötter zur debitel AG, Stuttgart und übernahm damit die Verantwortung für das Produkt- und Akquisitionsmangement der größten unabhängigen Vertriebsoberfläche in Deutschland.

2010 wird Frank Bösenkötter verantwortlich für Produkte & Angebote im Gesamtkonzern der freenet AG. 

2015 gründen Frank Bösenkötter und Klaus-Hinrich Vater die Dicide GmbH, ein Unternehmen der Vater Gruppe. Es unterstützt deutschlandweit Unternehmen dabei, ihre Chancen im digitalen Wandel zu nutzen. Dabei stehen die Mobilisierung von Geschäftsprozessen sowie die Entwicklung und Umsetzung von digitalen Geschäftsmodellen im Fokus. 

Aus den vielen Jahren Managementerfahrung im In- und Ausland verfügt Frank Bösenkötter über viel Erfahrung und Expertise über:

  • Aufbau und Ausbau von profitablem Wachstum im Kerngeschäft
  • Merger & Acquisitions mit erfolgreichen Migrationen und Change Management
  • Entwicklung, Umsetzung und Aufbau von digitalen Unternehmensstrategien
  • Steuerung und Entwicklung von werthaltigen Multi-Channel-Vertriebskonzepten
  • Customer-Lifecycle-Management
  • Aufbau von Lean-Geschäftsmodellen
  • Aufbau neuer Geschäftsfelder und Vermarktungskonzepte für online und offline
  • Tiefes Wissen und Erfahrung über Methoden und Förderung modernen Arbeitens in Unternehmen 

Frank Bösenkötter ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt in Kiel. 

Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0"

Arbeiten 4.0 bedeutet für mich in erster Linie sich den Arbeitsalltag zu erleichtern. Dafür bietet die Digitalisierung enorme Chancen, die jedoch auch mit Veränderungen verbunden sind. Dieser Wandel ist am Anfang immer schmerzhaft, weil es heißt, sich von Vorstellungen, Investitionen, Erwartungen zu verabschieden und sich auf Neues einzulassen. Wer in der Arbeitswelt von morgen erfolgreich bestehen will, der muss in der Lage sein, die Faktoren Mensch, Ort und Technologie in eine sinnvolle Verbindung zu bringen.



Webseite dicide.de
Blog von Dicide

Karl-Heinz Brandl, Leitung Innovation und Gute Arbeit, MTI, ver.di

Gesprächsgast in Berlin


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0"

ver.di steht und kämpft für das Recht auf Gute Arbeit: „Der Mensch hat ein Recht auf Gute Arbeit. Ein Recht auf eine Arbeit, in der er Wertschätzung und Respekt erfährt. Ein Recht auf Arbeitsbedingungen, die er auch als abhängig Beschäftigter mitgestalten kann. Ein Recht auf eine Arbeitsgestaltung, durch die seine Gesundheit und seine Persönlichkeit gefördert werden. Ein Recht auf ein Arbeitsentgelt, das seiner Leistung gerecht wird und ihm ein Leben in Würde ermöglicht.“ (Grundsatzerklärung ver.di, 2010)

Weil die Digitalisierung - Arbeit 4.0 – Wirtschaft 4.0 die Arbeitswelt maßgeblich verändert, bringen wir uns in diesen Veränderungsprozess ein.

Wir beteiligen uns, wir mischen uns ein und wir machen uns für die Umsetzung von Leitlinien für Gute Digitale Arbeit stark. Denn die Beschäftigten müssen an den Arbeitsgestaltungsprozessen beteiligt und ihre Interessen gewahrt werden. Gute Arbeit heißt vor allem Beteiligung.

Dafür stehe und arbeite ich als Bereichsleiter Innovation und gute Arbeit bei der ver.di Bundesverwaltung.

Innovation und Gute Arbeit

Daniel Buhr, Politikwissenschaftler; Professor für Policy Analyse und Politische Wirtschaftslehre, Institut für Politikwissenschaft, Eberhard Karls Universität Tübingen

Gesprächsgast in Tübingen


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Die Digitalisierung durchdringt mehr und mehr unseren Alltag. Daten und Dinge, analog und digital, Menschen und Maschinen: Alles wird miteinander vernetzt. Längst hat die Digitalisierung unterschiedlichste Wirtschaftsbereiche durchdrungen – in der Industrie wie in der Landwirtschaft, aber auch im Gesundheitswesen oder im Handwerk. Der Dreiklang aus Automatisierung, Dezentralisierung und Vernetzung löst vielerorts Wandel aus: inkremental, radikal, mitunter auch disruptiv. Und so stellen sich im Angesicht dieser Entwicklungen und Phänomene wie Industrie 4.0, Cloud Computing, Künstliche Intelligenz, Big Data und dem Internet of Everything recht grundsätzliche Fragen: Welche Auswirkungen hat die zunehmende Digitalisierung auf uns Menschen? Wie wollen wir in einer digitalen Welt leben, lernen und arbeiten? 

Auffallend ist, dass sich viele Publikationen zur Digitalisierung hauptsächlich um das Technische drehen: es geht um das „Internet der Dinge“, „intelligente Objekte“ und „smarte Fabriken“. Die Frage, was das für uns Menschen und unsere Gesellschaft als Ganzes bedeutet, ist bisher eher schwach ausgeleuchtet. Daher gilt es, gerade diese Dimension stärker in den Blick zu nehmen. Arbeit 4.0 beleuchtet genau diesen Aspekt der Digitalisierung und stößt damit eine wichtige Debatte an: Wo lauern Risiken – aber wo finden sich auch Chancen für soziale Innovationen und sozialen Fortschritt? 

Die Zukunft der Arbeit liegt in meiner Stadt weil...

... Tübingen – wie kaum ein anderer Ort in Deutschland – für Bildung und lebenslanges Lernen steht – von der Kinder-Uni bis zum Studium Generale. 

... sich gerade Hochqualifizierten künftig vielfältige Möglichkeiten für die Gestaltung des eigenen Arbeitslebens eröffnen, sowohl was die zeitliche und örtliche Abwicklung, als auch die Art der Tätigkeit und den Zugang zu ihr betrifft.

Die Arbeitswelt der Zukunft wird geprägt sein durch...

  1. die Arbeitsgestaltung wird zeitlich und räumlich immer flexibler;
  2. die Arbeitsabläufe werden stärker digitalisiert und automatisiert, enthierachisiert und dezentralisiert; und sie werden dadurch auch transparenter.

Arbeiten 4.0 bedeutet für mich...

... Chancen. Wenn wir die Entwicklungen nicht nur als technische Herausforderung verstehen – und diese nicht allein technisch lösen wollen. Denn eine technische Innovation (Digitalisierung) mag betriebswirtschaftlich erfolgreich sein und zieht häufig auch volkswirtschaftliche Erfolge nach sich – damit sie aber eben auch für möglichst viele Menschen eine Verbesserung der Lebensqualität bedeutet, muss sie auch zu einer sozialen Innovation führen (z.B. neue Lebensphasenorientierte Arbeitszeitmodelle)

Prof. Dr. Guido Bünstorf, Professor für Volkswirtschaftslehre, Fachgebiet Wirtschaftspolitik, Innovation und Entrepreneurship, Universität Kassel.
Daneben Stellvertretender Geschäftsführender Direktor, INCHER-Kassel, Direktoriumsmitglied im Forschungs- und Lehrzentrum unternehmerisch Denken und Handeln, Universität Kassel, sowie Gastprofessor, Institut für Innovation und Entrepreneurship, Universität Göteborg (Schweden).

Gesprächsgast in Kassel


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Entrepreneurship – das ist das Versprechen von selbstbestimmtem Arbeiten zur Durchsetzung eigener Ideen und die Verheißung von Wohlstand durch Innovation. Für manche Gründer (seltener Gründerinnen) stimmt das auch. Allerdings zeigt die Statistik, dass die meisten Unternehmensgründer hart arbeiten, aber weniger Geld verdienen als vergleichbare Angestellte. Ihre Unternehmen schaffen Jobs, aber auch diese Jobs sind häufig schlecht bezahlt und bieten wenig Sicherheit.

Eine unternehmerische Gesellschaft muss die Balance finden zwischen Autonomie und Selbstausbeutung, zwischen Innovation und Abbau des Sozialstaats. Mehr Entrepreneurship bedeutet mehr Freiraum für Kreativität, für die Verbindung von Arbeit und Selbstverwirklichung, für den sozialen Aufstieg und die Integration von Minderheiten. Mehr Entrepreneurship ist aber auch mit neuen gesellschaftlichen Herausforderungen verbunden. Geschäftsmodelle, die primär dadurch profitabel werden, dass sie Steuern, Sozialabgaben und Regulierungsstandards umgehen, schaffen mehr Probleme als sie lösen. Startups müssen sich an die Regeln des Steuer- und Arbeitsrechts halten. Gründerinnen und Gründer müssen in die Systeme der sozialen Sicherung eingebunden werden. Zugleich muss die Politik aufpassen, dass der Schutz sozialer Errungenschaften nicht von denen als Vorwand missbraucht wird, die Innovation verhindern und ihre etablierten, oft durch überholte Regulierungen geschützten Geschäftsmodelle verteidigen wollen.

Einfacher wird die Soziale Marktwirtschaft durch diese Herausforderungen nicht...

Website des Departments of Economics der Uni Kassel

Rene Burghardt, Projektmitarbeiter für die IG Metall

Gesprächsgast in Braunschweig


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Neue Formen und Erscheinungen von Arbeit sollten nicht als einseitige Flexibilisierungsanforderung an die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer verstanden werden. Vielmehr bieten sich Möglichkeiten humanerer Arbeitsbedingungen sowie mehr Freiheiten auf Seiten der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Diese Möglichkeiten müssen nicht nur gedacht, sondern auch gestaltet werden.

 

Cora Causemann, selbstständige Sport- & Eventmanagerin

Gesprächsgast in Gütersloh


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Arbeiten 4.0 bedeutet für mich die Arbeitswelt der Zukunft, geprägt von einem hohen Maß an Flexibilität, Mobilität und Erreichbarkeit aber auch Eigenverantwortung und Selbstverwirklichung, mit einem sehr großen Entwicklungspotential. Durch digitale und mobile Arbeitsplätze wird es den Menschen ermöglicht orts- und zeitunabhängig zu arbeiten um auf diese Weise ihr Leben bedarfsgerechter zu gestalten sowie einen eigenen Rhythmus zu entwickeln, ohne dabei an einen festen Ort gebunden zu sein. Für Unternehmen bedeutet diese unaufhaltsame Entwicklung einen großen Schritt im Rahmen ihrer unternehmerischen Tätigkeiten, bietet ihnen allerdings bei einer strukturierten Herangehensweise ein großes Potential, besonders im Bereich der Mitarbeitermotivation sowie Kostenreduktion.

In Bezug auf meine persönlichen Tätigkeiten spielt Arbeiten 4.0 bereits eine sehr große Rolle, da die Zusammenarbeit mit verschiedenen Veranstaltern weltweit ohne Orts- und Zeitunabhängigkeit sehr schwer zu realisieren wäre. Der Informationsaustausch findet komplett onlinebasiert statt und ich habe so die Möglichkeit zu jeder Zeit an jedem Ort mit meinen Kunden zu kommunizieren, mich auszutauschen und an Projekten mitzuwirken.

 

Christian Cordes, Leiter Digitale Kultur und Schiller40 Coworking Space im Kulturwerk der Stadt Wolfsburg, Vorstand German Coworking Federation e.V. Bundesverband Coworking Deutschland

Gesprächsgast in Braunschweig


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Arbeit 4.0 ist keine Frage einer technischen Abhandlung, sondern mehr eine Frage der kulturellen Revolution in Unternehmen und dessen Arbeits- und Führungsverständnisses.

Website von Coworking Germany
Website von Werkfläche

Torsten Conrad, Gründer/Technischer Vertrieb/Student

Gesprächsgast in Bayreuth


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Arbeiten 4.0 ist gerade für Gründer und Gründerinnen schon jetzt Teil des täglichen Arbeitsablaufs.
Dabei eröffnet die Digitalisierung des Arbeitsprozesses die Möglichkeit, Arbeitsabläufe flüssiger und effizienter, auch über große Distanzen hinweg, zu gestalten und damit schneller als die Konkurrenz sein zu können. Manche Projekte werden so überhaupt erst möglich.
Das völlig papierlose Büro wird jedoch weiterhin eine Utopie bleiben, dennoch bieten sich nicht allein im Arbeitsablauf zahlreiche Chancen dank der Digitalisierung. Beispielhaft seien hier die verbesserte Dokumentation von Arbeitsergebnissen sowie ein erleichterter Wissenstransfer zwischen den Generationen erwähnt.
Arbeiten 4.0 bedeutet aber auch einen Wandel der klassischen Arbeitsweise hin zu flexibleren Strukturen. 40 Jahre und mehr im selben Unternehmen zu verbringen wird in Zukunft die Ausnahme sein. Vielmehr werden Unternehmen mit Arbeitnehmern zu tun haben, die sich und ihr Handeln mehrfach im Leben hinterfragen und gegebenenfalls das Arbeitsumfeld der jeweiligen Lebenssituation und –wünschen anpassen wollen. Gerade die Generation Y legt nicht mehr ausschließlich Wert auf die Karriere, sondern verlangt auch die Vereinbarkeit zwischen Beruf und Familie. Hier liegt vielleicht der größte Vorteil der Digitalisierung, diesem Wunsch gerecht werden zu können.

Website des Gründerforums Bayreuth

Website von Hauck Technik
Xing-Profil von Torsten Conrad

Ralf M. Damitz, Sozialwissenschaftler & Multijobber

Gesprächsgast in Kassel


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Frühjahr 2016. Ich arbeitete gerade zur Geschichte der ArbeiterInnenbewegung und steckte meine Nase in Bücher, die davon handelten, welche heftigen Auseinandersetzungen die äußerst vitale und konfliktfreudige Arbeiterklasse Chicagos in den 1880er Jahren mit ihrem quasi natürlichen Opponenten, dem aufstrebenden und nicht minder radikalen Industriekapital, austrugen. Die Schlachthöfe Chicagos bildeten damals das Experimentierfeld für das, was sich wenig später ausbreiten und durch Taylor und Ford weltberühmt werden sollte: die Mechanisierung und Automatisierung von Arbeitsabläufen. Neben Lohndrückerei, die die Unternehmer gern und in allen Schattierungen praktizierten, bestand die größte Bedrohung der Arbeiterinnen und Arbeiter damals darin, dass ihr Arbeitsplatz durch Maschinen ersetzt wurde.

Als ich mich von den staubigen Büchern löste, um irgendwas im Internet zu recherchieren, befiel mich für einen Moment der Eindruck, als stimme etwas mit dem Raum-Zeit-Kontinuum nicht: das alte Bedrohungsszenario – Technik ersetzt menschlichen Arbeitsplatz – besaß aktuell Hochkonjunktur in der Aufmerksamkeitsökonomie der digitalen Medien. Das Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung hatte gerade seine Studie zu Substituierbarkeitspotenzialen veröffentlicht und diskutierte, mit welchen Auswirkungen beim zukünftigen Megatrend »Digitalisierung« in Deutschland zu rechnen sei. Die mediale Resonanz im Netz zeichnete sich, neben allerlei Quatsch, durch ein Schwanken zwischen existenziellen Bedrohungsszenarien und unternehmerischen Verheißungen aus.

Es scheint als würde auch beim Thema »Arbeit 4.0« der Kapitalismus seine Gespenster nicht los, weshalb es kaum verwundert, welchen Aufwand bspw. das BMAS betreibt, um sie bestmöglich zu vertreiben. Mich interessieren als Sozialwissenschaftler an diesem Themenkomplex vor allem die Ambivalenzen. Die anstehenden Veränderungen in den Arbeitswelten werden neue Herausforderungen für die Gestaltung der (individuellen) Lebenschancen mit sich bringen. Das sind ernstzunehmende gesellschaftliche Aufgaben. Meine Erfahrung in der ArbeitnehmerInneninteressenvertretung sagen mir allerdings, dass einer allzu blumigen Rhetorik dabei nicht zu trauen ist. Die »Arbeit« wird auch heute schnell zum privilegierten Ort der Produktion von Unfreiheit: Wer seine Rechte nicht kennt oder wem die Möglichkeiten beschnitten werden, für seine Rechte einzustehen, dem werden sie genommen.

Wir sollten das diskutieren. Öffentlich. Und das heißt: demokratisch.

Online-Vita von Ralf Damitz

Aart De Geus, Vorstandsvorsitzender Bertelsmann Stiftung

Gesprächsgast in Gütersloh


Website der Bertelsmann Stiftung

Hanne Detel, Akademische Mitarbeiterin am Institut für Medienwissenschaft der Eberhard Karls Universität Tübingen, Co-Autorin des Buchs "Der entfesselte Skandal. Das Ende der Kontrolle im digitalen Zeitalter" (gemeinsam mit Bernhard Pörksen), Forschungsarbeiten zum Thema "Netzprominenz".

Gesprächsgast in Tübingen


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Zu früheren Zeiten war es nur über die klassischen Medien, die sogenannten Gatekeeper, möglich, an die Öffentlichkeit zu treten. Dieser Umweg ist im Internet-Zeitalter nicht mehr zwingend notwendig: Mithilfe neuer Kanäle und Plattformen kann heute jeder Mensch und jedes Unternehmen sichtbar werden, einen direkten Kontakt zum Publikum oder den Kunden aufbauen und – zumindest potenziell – die Aufmerksamkeit vieler Internetnutzer erlangen. Diese Entwicklung hat enorme Auswirkungen auf unsere Arbeitswelt:

  • Es entstehen neue Berufsbilder, allesamt Aufmerksamkeitsspezialisten der digitalen Welt: Erfolgreiche YouTuber und Blogger leben davon, attraktive Inhalte für ihr Netzpublikum zu produzieren und die so gewonnene Beachtung zu monetarisieren; Social Media Manager, Suchmaschinenoptimierer oder Viral Video Producer unterstützen Unternehmen dabei, mit ihrer Marke, ihren Inhalten oder Produkten im Internet sichtbar zu werden. All diese „Arbeiter 4.0“ ergänzen die Akteure der alten Branchen, können aber auch zur Konkurrenz werden.
  • Berufsfelder wie Marketing und Werbung haben sich verändert: Unternehmen nutzen die direkten Kanäle zum Kunden oder Publikum, um das eigene Image zu pflegen, die Marke zu prägen und Produkte zu bewerben. „Arbeiten 4.0“ bedeutet also auch, die Darstellung des Unternehmens weitgehend selbst zu steuern und die Kontrollinstanz der klassischen Medien dabei zu umgehen.
  • Immer mehr „Arbeitnehmer 4.0“ entwickeln eigene Medienstrategien: Sie präsentieren sich mit ihren spezifischen Fähigkeiten und Kenntnissen in Sozialen Netzwerken wie Xing oder LinkedIn, in Blogs oder auf Twitter – und werden dort von Personalern und Headhuntern gefunden und angesprochen. Viele Unternehmen wiederum nutzen die Möglichkeiten der Sozialen Medien, um sich als attraktive Arbeitgeber darzustellen und Nachwuchskräfte frühzeitig an sich zu binden.
  • Die Sozialen Medien machen Interaktion zu einem Grundprinzip der Kommunikation in der „Arbeitswelt 4.0“ – und verhelfen dem Kunden zugleich zu einem neuen Maß an Macht. Er kann Produkte und Leistungen öffentlich einsehbar bewerten, direktes Feedback geben und im Extremfall gemeinsam mit anderen Netznutzern einen Shitstorm auslösen.

Online-Vita von Hanne Detel
Webseite des Buchs "Der entfesselte Skandal" von Hanne Detel

Bettina Dicken-Rieger, Krankenschwester und Pädagogin (M.A.)

Gesprächsgast in München


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0"

Die Veränderungen in der Arbeitswelt wirken sich auch auf den Pflegeberuf aus. Die Zunahme der Dokumentation und der Digitalisierung nehmen immer größeren Raum ein und schmälern die Zeit, die Pflegekräfte bei Patienten und Bewohnern verbringen. Der nächste Schritt könnte sein, dass Roboter pflegerische Tätigkeiten übernehmen, was technisch bereits machbar ist. Sieht man Pflege als einen ganzheitlichen Beziehungsprozess an, dann ist der Einsatz von Robotern in diesem Zusammenhang schwer vorstellbar. Im Gegenteil, es sollte darum gehen, den Pflegeberuf attraktiver zu machen und dadurch dem Personalmangel vorzubeugen.

Christian Dickert, Freelancer, Digital Transformation Consultant, Agile Product Owner, Project, Manager, Requirements Engineer

Gesprächsgast in Nürnberg


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0"

Vor über 16 Jahren hat mein erster Arbeitgeber mich am ersten Tag in den Büroräumen begrüßt: Hier ist dein Notebook, hier ist dein Handy. Dort sind auch ein Schreibtisch und ein Stuhl für dich, aber die wirst du nicht oft brauchen... Seither habe ich mein Office immer mit dabei. Mein Berufsleben – nennen wir es wohlwollend eine Karriere – strukturiert sich weniger in Arbeitgeber und Positionen, sondern in Projekteinsätze. Frei nach Sepp Herberger: Nach dem Projekt ist vor dem Projekt! Die verfügbaren Tools und Technologien sind heute ausgefeilter, die Versionsnummern an den Betriebssystemen höher, die Notebooks mobiler, die Smartphones smarter, die Breitbandnetze breiter, die Netzabdeckung größer. Aber am Grundsatz hat sich nichts geändert – egal ob in den Büroräumen des Kunden, bei einem Termin, bei einem Vortrag oder einer Schulung, auf einer Messe, im Home Office, im Coworking Space, im Hotelzimmer, im Zug, im Flugzeug, im Reisebus, im Wartesaal, oder nötigenfalls auch im Totalstau auf der Autobahn – du wischst über dein Smartphone, klappst deinen Notebook auf, und bist verbunden mit deiner Arbeitsumgebung und kannst sinnvoll am aktuellen Projekt weiterarbeiten, von beinahe überall auf der Welt! Arbeiten 4.0 bedeutet für mich vor allem, dass die mir seit jeher vertraute Arbeitsweise nunmehr einen griffigen Namen bekommen hat und in der gesellschaftlichen Diskussion angekommen ist. Nicht zuletzt deshalb weil die Digitale Transformation uns alle mehr und mehr erfasst, und weil immer mehr Menschen sich damit auseinander setzen und auf diese Weise arbeiten. Aus dem exotischen Arbeitsmodell von damals ist eines der gängigsten Modelle geworden.

Xing-Profil von Christian Dickert
LinkedIn-Profil von Christian Dickert

Meike Diehl, Geschäftsführung Diehl Kommunikation GmbH, Agentur für PR und Marketingkommunikation

Gesprächsgast in Frankfurt


Werdegang

Mehr als 12 Jahre in der PR (hauptsächlich im Gesundheitsmarkt sowie der Hightech- und Nachhaltigkeitsbranche). Umsetzung von Multichannel-Kommunikationskampagnen, mit einer starken Expertise im den Bereichen Unternehmens- und Marketingkommunikation. Dabei langjährige Israel-Deutschland Erfahrung, mit regelmäßigen Reisen seit 1993, Studium an der Hebrew University in Jerusalem (ein Jahr) und Tätigkeit für israelische Unternehmen und Organisationen seit 2005. Daher exzellentes Netzwerk und Kenntnis der israelischen Arbeitskultur.

Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Die Arbeitswelt von morgen wird von der weiter zunehmenden Digitalisierung geprägt. Einen Eindruck davon bekomme ich auf meinen regelmäßigen privaten und geschäftlichen Reisen nach Israel. Das Land ist einer der wichtigsten Innovationsstandorte weltweit. In der Startup Nation wird ohne Pause und in hoher Geschwindigkeit daran gearbeitet, Bereiche wie Big Data oder Cyber Security voranzubringen. Keine Frage, dass dabei auch in Zukunft Technologien entwickelt werden, die unseren Arbeitsalltag verändern. Der USB-Stick, die VoIP-Telefonie, der Messenger oder andere Innovationen aus dem Heiligen Land haben dafür schon den Weg bereitet. Sicher wird es viele Entwicklungen geben, natürlich auch aus anderen Ländern, die wir uns heute noch gar nicht vorstellen können. Ich bin sehr darauf gespannt!

LinkedIn-Profil von Maike Diehl
Webseite Diehl Kommunikation
Facebook-Profil von Diehl Kommunikation

Christian Dirb, Gerontologe, Leiter des Fort- und Weiterbildungsinstitutes der AWO Nordhessen gGmbH

Gesprächsgast in Kassel


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Arbeit 4.0 bedeutet eine innovative und „gute“ Arbeitswelt, die einem Raum gibt, die eigenen Fähigkeiten zu entfalten bei gleichzeitig sicheren Arbeitsbedingungen. Innovative Arbeitswelt bedeutet aber auch neue Formen der Arbeitsorganisation, verstärkte Dienstleistungsorientierung, sich wandelnde Qualifikationsprofile und Berufsbilder, interaktive Wertschöpfungsprozesse und eine rasant zunehmende Digitalisierung. Dabei ist darauf zu achten, dass die komplexen Prozesse, die das Zusammenwirken von technologischem Fortschritt, Personal-, Kompetenz- sowie Organisationsentwicklung interoperabel sind. In vielen Berufsgruppen wird die Digitalisierung den Beschäftigten neue Formen von räumlicher und zeitlicher Flexibilität bieten bei gleichzeitiger Gefahr der ständiger Erreichbarkeit und der Vermischung von Beruf-und Privatleben.

Website des Instituts für Fort- und Weiterbildung der AWO Nordhessen

Hugo Dittmar, Pensionär, Betreuer, bis 2015 pflegender Angehöriger

Gesprächsgast in Bayreuth


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Man sollte den Menschen nicht vergessen.

Bericht über Hugo Dittmar auf der Website der Alzheimer-Forschung

Prof. Dr. Klaus Dörre, Krankenpfleger, Hochschullehrer, AB Arbeits-, Industrie- und Wirtschaftssoziologie, FSU Jena

Gesprächsgast in Jena


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0"

Ist die Digitalisierung ein Demokratisierungsprojekt?
Projekte, die auf eine intelligente Schwarmorganisation zielen, haben mittelfristig nur eine Chance, wenn sie mit einer gesellschaftlichen Demokratisierungsstrategie verbunden werden. Auch dafür gibt es Ansätze. Jenseits der Debatte um die Gefahren von Big Data und die damit verbundene Problematik einer umfassenden Kontrollgesellschaft finden sich durchaus Initiativen, die sich das demokratische Unternehmen auf ihre Fahnen geschrieben haben. Vorreiter sind eher, wenn auch nicht ausschließlich, kleinere Unternehmen mit qualifizierten Belegschaften im High-Tech-Bereich. Diese Unternehmen sind auf die Kreativität, auf die Produktionsintelligenz ihrer Mitarbeiter angewiesen. Kreativität, so ein bekanntes Argument, lässt sich nicht erzwingen. Um innovativ sein zu können, benötigen die Beschäftigten Freiräume. Sie wollen ihren eigenen Arbeitsplatz, ihre Arbeitsbedingungen selbst gestalten. Unternehmen die dies erkennen, sind, so ein weiteres Argument, letztendlich auch effektiver und effizienter. Demokratie im Unternehmen wird, so könnte man schlussfolgern, ein Schlüssel zu wirtschaftlichem Erfolg. „10 % Umsatzrendite und fast alles ist erlaubt“, lautet die Devise. Die Partizipationsniveaus reichen von der Gestaltung des eigenen Arbeitsplatzes, über die demokratische Wahl des Chefs/Vorgesetzten bis zum Einfluss von Genossen/Mitgliedern auf Investitionsentscheidungen. Zur formalisierten Mitbestimmung haben solche Ansätze jedoch ein überaus ambivalentes Verhältnis. Demokratisierungsansätze, die diesen Namen verdienen, müssten indessen erheblich über solch partizipative betriebliche Wertschöpfungsgemeinschaften, aber auch über die derzeit vorhandenen Möglichkeiten betrieblicher und unternehmensinterner Mitbestimmung hinausgehen und neben dem Wie auch auf das Was und das Wozu (digitaler) Produktion Einfluss nehmen.

Online-Vita von Klaus Dörre
Forschungsprojekte von Klaus Dörre
Veröffentlichungen von Klaus Dörre

Frank Drath, Krankenpfleger, Fachpfleger Psychiatrie, Pflegedienstleitung und Hausleitung Hestia Pflege und Heimeinrichtung GmbH

Gesprächsgast in Rostock


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0"

Die Hestia Pflege und Heimeinrichtung betreut in Stralsund Menschen mit einer geistigen und psychischen Behinderung. Die Arbeit mit unseren Bewohnern erfordert ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen, Aufmerksamkeit und Liebe zum Beruf. Jeden Tag müssen sich die Mitarbeiter auf die unterschiedlichen Bedürfnisse und Befindlichkeiten  unserer Bewohner einstellen. Vor diesem Hintergrund ist der Einsatz von Robotern in der Betreuung  schwierig und kann die Beziehungsarbeit nicht ersetzen. Der Fachkräftemangel ist auch bei uns Thema  und nicht mehr weg zu diskutieren. Wir sollten uns in diesem Zusammenhang aber  fragen, wie wir den Beruf der Altenpflegerin attraktiver machen. In der Praxis werden Roboter in Teilbereichen einige Aufgaben übernehmen können, ohne geschultes Personal wird es aber auch in Zukunft nicht gehen. Außerdem sollten wir in dieser Diskussion den ethischen Aspekt nicht vergessen.

Prof. Dr. Rolf Drechsler, Professor für Rechnerarchitektur an der Universität Bremen und Direktor im Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) 

Gesprächsgast in Bremen


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Elektronische Komponenten bestimmen zunehmend unsere tägliche Umgebung. Fanden sie früher im Wesentlichen in Rechenanlagen Anwendung, werden sie heute immer mehr Teil unseres täglichen Lebens. So sind Handys und Smartphones sehr verbreitet. Auch die Arbeitswelt hat sich dadurch signifikant verändert.
Durch die Neuerungen ergeben sich zahlreiche Möglichkeiten, und es muss untersucht werden, in welcher Weise diese neuen Technologien in der Zukunft eingesetzt werden sollen.

Website des Fachbereichs Informatik der Uni Bremen
Website des DFKI
Online-Vita von Rolf Drechsler
Twitter-Profil von Rolf Drechsler

Prof. Dr. Annette Dufner, Professorin für Philosophie, derzeit am Philosophy&Economics-Studiengang der Universität Bayreuth

Gesprächsgast in Bayreuth


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

In einigen Fachbereichen der Universitäten ist es zunehmend üblich, jede Woche hunderte von Kilometern zur Arbeit zu pendeln. Einige Kollegen leben sogar in einem anderen Land als demjenigen, in dem sie arbeiten. Während in der Vergangenheit oft argumentiert wurde, Arbeit und Privates würden aufgrund der neuen Medien eher verschwimmen, ist in anderer Hinsicht daher das genaue Gegenteil der Fall. Die sozialen Auswirkungen sind interessant und vielschichtig. So finden etwa Arbeit und privates Engagement in solchen Fällen an weit voneinander entfernten Orten statt.

Online-Vita von Annette Dufner (Uni Münster)
Online-Vita von Annette Dufner (Uni Bayreuth)

Kim Nena Duggen, Vorstand und Berater/Coach bei der oose Innovative Informatik eG

Gesprächsgast in Hamburg


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0"

Das Thema Industrie 4.0 fordert u.a. die Automatisierung von Geschäftsprozessen und die Umsetzung von Internet of Things. Dies ist aus technischer Sicht sicherlich wichtig, aber wo bleiben die Menschen, die in diesen Prozessen unterstützt durch Maschinen und Systeme arbeiten sollen? Für mich steht Arbeiten 4.0 vor allem für Organisationsformen, die Menschen auf Augenhöhe arbeiten lassen und die Kernkompetenz von Mitarbeitenden im richtigen Kontext in den Vordergrund stellt. oose ist als Beratungs- und Trainingshaus im IT-Umfeld seit mehreren Jahren ohne Hierarchiedenken, mit selbstorganisierten Mitarbeitern und selbstdefiniertem Arbeitsumfeld aufgestellt. Wir trennen Denken nicht vom Handeln und stellen den Menschen (Mitarbeiter und Kunden) und dessen Bedürfnisse in den Vordergrund, weil diese unsere wichtigste und komplexeste Ressource darstellen.

Webseite von oose

Online-Vita von Kim Nena Duggen

Achim Dunker, Gründer Zwo-Filmproduktion GmbH, Regisseur, Autor, Dozent

Gesprächsgast in Düsseldorf


Michael Ebenau, IG Metall

Gesprächsgast in Frankfurt


Michael Ebenau arbeitet seit 1988 bei der IG Metall. Er ist u.a. für wirtschafts- und gesellschaftspolitische Fragestellungen zuständig. Vor seinem Wechsel nach Frankfurt war er Bevollmächtigter der IG Metall in Jena.

Alexander Eglmaier, Gewerkschaftssekretär DGB Bayern

Gesprächsgast in Nürnberg


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Für die Sicherung von Beschäftigung und Förderung von guter Arbeit ist eine sozio-technische Arbeitsgestaltung mit einer Technikfolgenabschätzung erforderlich, durch die der Einsatz von neuen Technologien und die Arbeitsorganisation von Beginn an aufeinander abgestimmt werden.

Beschäftigungsorientierte Innovationen können nur durch die Beteiligung der Beschäftigten und ihrer betrieblichen Interessenvertretungen erreicht werden. Neue Arbeitsformen sowie komplexere Tätigkeits- und Kompetenzanforderungen erfordern eine vorausschauende Qualifizierungsstrategie. Dafür müssen die notwendigen Zukunftskompetenzen der Beschäftigten entwickelt, aus- und weitergebildet werden. Eine lernförderliche Arbeitsorganisation und eine lebensbegleitende Weiterbildungskultur in den Unternehmen sind dafür unerlässlich.

Gute digitale Arbeit kann helfen, die unterschiedlichen Interessen der Beschäftigten in ihren jeweiligen Lebensphasen angemessen zu berücksichtigen und die Vereinbarkeit von Privatleben und Arbeit, insbesondere von Beruf und Familie, zu verbessern. Dafür müssen der Arbeit neue Grenzen gesetzt werden. Dies gilt sowohl für die Flexibilisierung der Arbeitszeit als auch für die Leistungsziele, um Überlastungen und psychische Erkrankungen der Beschäftigten zu vermeiden.

Die Potenziale der Digitalisierung sollen dafür genutzt werden, die gesundheitlichen Belastungen der Beschäftigten, zum Beispiel durch innovative Assistenzsysteme, zu senken.

Die Digitalisierung, insbesondere die Entwicklung der Plattform-Ökonomie, stellt neue Anforderungen an die Arbeitsbeziehungen. Notwendig ist eine Anpassung des Arbeitnehmer- und Betriebsbegriffs sowie eine Erweiterung der Mitbestimmungsrechte und Mitbestimmungsmöglichkeiten bei vernetzten Formen der Arbeitsorganisation (Cloud-Working), bei der Entwicklung von Standards bei web-basierter Auftragsvergabe (Crowdsourcing), der Leistungspolitik (Zielvorgaben und Ergebnisorientierung) und mobiler Arbeitsformen.

Website des DGB Mittelfranken

Dr. techn. Norbert Elkmann, Leiter Robotersysteme, Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF

Gesprächsgast in Magdeburg


Dr. techn. Norbert Elkmann schloss 1993 sein Studium als Dipl.-Ing. für Maschinenbau an der Universität Bochum ab und promovierte 1999 an der Technischen Universität in Wien. Seit 1998 leitet er das Geschäftsfeld Robotersysteme am Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung in Magdeburg. Sein Forschungsinteresse gilt mobilen Robotern, Inspektionsrobotern und der sicheren Mensch-Roboter-Interaktion. Derzeit leitet er als Projektkoordinator mehrere Industrie- und öffentlich geförderte Projekte der Grundlagen- und Angewandten Forschung. Er hat bisher mehr als 60 Publikationen veröffentlicht und ist Mitautor des Springer Handbook of Automation.

Dr. Stefan Engelhard, Diplom-Physiker; Leiter Institut für Wissensmanagement und Wissenstransfer (IHK-IWW) sowie Bereichsleiter Innovation und Umwelt bei der IHK Reutlingen

Gesprächsgast in Tübingen


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Arbeiten 4.0 klingt abstrakt und etwas unzugänglich. Beschreiben soll es die Auswirkung der Digitalisierung auf unseren beruflichen Alltag und unsere Arbeitsabläufe. Persönlich finde ich hier eine positive Bezeichnung anstrebenswert. 

Clevere und benutzerfreundliche IT-Lösungen nennt man heute smart: smart TV, smart City, smart Mobility, ... smart Work wäre für mich eine solche positive Bezeichnung. Zudem bin ich ein großer Befürworter von smarten Projekten mit denen in abgegrenzten Bereichen das Zusammenwirken von Mensch und neuer IT-getriebener Infrastruktur ausprobiert wird. Bei all diesen Projekten geht es um den Menschen. Wie kann man seinen Bedürfnissen besser gerecht werden. Wie kann er entlastet werden. Was akzeptiert er. Was bleibt ungenutzt.

So ist es auch bei Arbeit 4.0, smart Work o.ä. Wie können Menschen im Arbeitsleben ihre Fähigkeiten besser entfalten? Der Ausblick darauf sollte uns Freude machen. Keinesfalls sollten Zukunftsängste oder eine Verunsicherung eintreten. Das Gefühl des „abgehängt Werdens“ tritt übrigens nicht nur beim Arbeitnehmer, sondern auch beim Arbeitgeber, dem Unternehmer ein. Ein Unternehmen, das sich zum Beispiel aus einem Sägewerk zu einem Händler mit holzverarbeitendem Produktionsbetrieb weiterentwickelt hat und gutes Geld verdient. Würde dieses Unternehmen ein neues Firmengebäude bauen, das seinen 20 Mitarbeitern bessere Räumlichkeiten bietet und Kundenanforderungen gerechter wird, wenn der Unternehmer gleichzeitig Zukunftsängste hat? Den Strukturwandel bei den Sägewerken hat er überstanden. Nun aber Internet der Dinge, 3D-Druck, Industrie 4.0 …

Die Antwort lautet: Wenn er nicht investiert, wird er abgehängt. 

Man muss von seinen Fähigkeiten überzeugt sein - als Unternehmer und als Arbeitnehmer. 

Publikation von Stefan Engelhard: "Satellitennavigation in Baden-Württemberg: Staus-Quo und Potenziale"
Publikation von Stefan Engelhard: "Theoretical study of energy transmission, reflection and sloshing in a perturbed monomolecular chain"
Publikation von Stefan Engelhard: "Quantum mechanical study of time-dependent energy transfer between perturbers in a Scheibe aggregate"

Thorwald Erbslöh, Geschäftsführender Gesellschafter der bluehouse GmbH

Gesprächsgast in Hannover


2008 Beendigung Studium (FH) „Informationstechnologien und Gestaltung international“. Thema der Diplomarbeit „Möglichkeiten der Markenbindung in virtuellen Web 2.0 Communities“

2008 Projektleiter in der bluehouse GmbH

2011 Gesellschafter der bluehouse GmbH

2014 Geschäftsführender Gesellschafter der bluehouse GmbH

Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Dauerhaftes lernen, immer kürzere Anwendungszeiten, mehr Eigenverantwortung (Thema Altersvorsorge) und eine permanente Fragestellung nach dem Sinn, dem Nutzen und dem Wert der Arbeit. Es wird immer weniger hinterfragt, ob bestehende Entwicklungen überhaupt Sinn ergeben, und wenn ja, in welchem Kontext. Ab wann wird aus einer Idee ein Trend und verändert unser Leben dauerhaft und nachhaltig. Beschäftigungstiefe oder alles im Blick behalten - Die Wahrnehmung und die Gesellschaft wandeln sich in einer nie dagewesenen Geschwindigkeit. Dran bleiben, den richtigen Blick zu entwickeln und Prioritäten zu setzen, gehört in die Vorstellung von Arbeit 4.0.

Webseite der bluehouse GmbH
Xing-Profil von Thorwald Erbslöh

Johanna Erlbacher, Dipl. Ing. Mechatronik (Univ.), Projektleitung Kompetenzzentrum Digitales Handwerk

Gesprächsgast in Bayreuth


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Der Digitale Wandel ist ein globaler Innovationsprozess, der massive Auswirkungen für alle Bereiche in Wirtschaft und Gesellschaft hat. Unter dem Begriff Industrie 4.0 wird die Digitalisierung und Vernetzung der Wertschöpfungsketten diskutiert; dies hat weltweite Auswirkungen für alle beteiligten Unternehmen und Organisationen. Durch den Einsatz moderner Produktions- und Automatisierungs-Technologien sowie von Informations- und Kommunikations-Technologien (IKT) lassen sich die Arbeitsstrukturen innerhalb sowie die Kooperationsmöglichkeiten zwischen Unternehmen, Kunden und anderen Wirtschaftsakteuren nachhaltig erweitern, in Echtzeit verfolgen und verändern. Damit entstehen auch neue Anforderungen an die Kooperationsbereitschaft zwischen Unternehmen sowie innerhalb ihrer Belegschaften.
Die Digitalisierung bleibt nicht auf den produzierenden industriellen Kern Deutschlands beschränkt, wie es verkürzt unter dem Begriff Industrie 4.0 diskutiert wird, sondern erfasst alle Teile der Wirtschaft - auch Handel, Dienstleistungswirtschaft und Handwerk. Allerdings ist empirisch festzustellen, dass die Großunternehmen i.d.R. in ihrer Digitalisierung weiter fortgeschritten sind. Dies wird u. a. mit deren besseren Ressourcenausstattung (Strategie, Personal, Zeit, Finanzen) begründet. Dagegen haben viele der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) mit weniger als 250 Beschäftigten noch erheblichen Nachholbedarf in der Digitalisierung. Dies gilt insbesondere für Klein- und Kleinstunternehmen mit weniger als 20 Beschäftigten, die in Deutschland den beachtlichen Anteil von mehr als 92,5 % aller Unternehmen ausmachen. 50 % der Unternehmen haben sogar weniger als 5 Beschäftigte. Weiterhin gibt es einen starken Trend zu „Solo-Unternehmen“, speziell im Handwerk.
Aus diesem Grund ist es wichtig, die Digitalisierung speziell auf die Bedürfnisse der kleineren und mittleren Betriebe aufzubereiten. Die Handwerkskammer für Oberfranken hat mit dem Kompetenzzentrum Digitales Handwerk, welches über das Bundeswirtschaftsministeriums gefördert wird, die Möglichkeit den Einsatz von neuen digitalen Technologien und Innovationen in die Betriebe zu transferieren, so dass diese zukunfts- und wettbewerbsfähig sind.

Website der Handwerkskammer Oberfranken
Website des Kompetenzzentrums Digitales Handwerk

Rita Erlemann, Diplom-Psychologin, seit 1990 als Beraterin in der Beratungsstelle Demenz und Pflege bei AWO Pflegedienste gGmbH in Kiel

Gesprächsgast in Kiel


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Wenn ich in Rente bin – und das wird absehbar der Fall sein – werde ich mich auch mehr mit den digitalen Medien beschäftigen. Im Moment stehe ich am Rande. Darum freue ich mich auf die Gesprächsrunde, denn ich merke, dass ich neugierig bin auf das, was bisher durch den Einsatz von Robotern in der Pflege möglich ist. Es könnte unter guten allgemeinen Rahmenbedingungen eine Bereicherung sein. Ich freue mich auf einen anregenden Austausch.

Katrin Helena Ernst, Project Manager, Kompetenzzentrum Führung und Unternehmenskultur,  Bertelsmann Stiftung

Gesprächsgast in Gütersloh


Katrin Helena Ernst lebt als Diplompädagogin, systemische Beraterin, Coach und Mutter in Gütersloh. Sie ist in Westfalen aufgewachsen und hat englisch – deutsche Wurzeln. Ihr Weg, beginnend mit dem Lehramts- und Pädagogikstudium, ist bunt und geht vom Bälleparadies bei Ikea (als Studentin), über Prozessberatung in klein – und mittelständischen Unternehmen, Qualitätsmanagement und Personalentwicklung im Gesundheitswesen bis zu Managemententwicklung und Talentmanagement in der Wirtschaft.
Für ein Tauschprojekt hat sie mit ihrer Familie ein Jahr in der französischen Schweiz gelebt und dort Land und Leute schätzen gelernt. Seit 2015 ist sie in der Bertelsmann Stiftung im Kompetenzzentrum Führung und Unternehmenskultur als Projektmanagerin tätig und verantwortet dort die Executive Trainings.
In all ihren Tätigkeiten legt sie den Fokus auf die individuelle Begleitung von Menschen in ihrer jeweiligen Situation. Menschen zu begegnen, sie auf ihrem Weg zu begleiten und in der Resonanz zu ihnen Wachstum ermöglichen, steht für sie im Mittelpunkt ihres Schaffens.

Informationen über Creating Corporate Cultures
Website von Creating Corporate Cultures
Blog von Creating Corporate Cultures

Yvonne Firdaus, Geschäftsführerin Factory Campus

Gesprächsgast in Düsseldorf


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Agiles Arbeiten ist kein Trend. Die digitale Revolution ist längst Realität. Die Arbeitswelt 4.0. ist nicht nur Frei- Experimentier- Vernetzungs- und Lernraum, sondern benötigt ihn auch. Offenheit und Lernbereitschaft sind mehr denn je Vorraussetungen zur Überlebensfähigkeit von Freelancern, Startups, Kreativen aber auch Unternehmen. Interdisziplinäre wie internationale Netzwerke sind unumgänglich um Lösungen auf zusammenhängende komplexe Fragen zu finden. Neue Technologien sind sog. “Enabler”; gleichzeitig stellen sie uns die Aufgabe und vor die Herausfoderung ein entwickeltes Verhältnis zu Automaten mit Intelligenz zu erwerben. Arbeiten 4.0. kann mehr Chancengleichheit bedeuten, ist in der Lage gesellschaftliche Hindernisse zu entkräften und positive Entwicklungen in Gang setzten. Die digitale Transformation hat vor allem gesellschaftspolitische Dimensionen, an denen wir wachsen oder scheitern. Welche Rolle wird der Mensch sich selbst und welche der Maschine zugestehen?

Website von GarageBilk
Bericht über die FuckUp-Night
Bericht über Coworking Spaces in der 52° LIVE
Bericht über Coworking Spaces auf Heuer Dialog
Website von Factory Campus

Lars Federau, Staatl. gepr. Techniker Elektrotechnik, Geschäftsführung Günstiger3D

Gesprächsgast in Kassel


Website von Günstiger3D

Michael Fischer, Bereichsleiter Politik und Planung, ver.di

Gesprächsgast in Braunschweig


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Die Fortschritte der Digitalisierung von der Miniaturisierung über die zunehmende und zugleich immer weniger sichtbare digitale Vernetzung von immer mehr Dingen und immer mehr Individuen bis hin zur Entwicklung sogenannter „künstlichen Intelligenz“ schaffen eine Fülle neuer Möglichkeiten – die jedoch durchaus ambivalent sind. So können auf der einen Seite Arbeitsorts- und Zeitsouveränität für Erwerbstätige verbessert und die Arbeit selbst erleichtert, humanisiert und sinnhaft gestaltet werden. Auf der anderen Seite sind aber unter den gegenwärtigen Kräfteverhältnissen und rechtlichen Bedingungen in einer zunehmend globalisierten Wirtschaft auch zahlreiche Risiken erkennbar: Sie reichen von einem erdrückenden Überwachungs-, Kontroll- und Steuerungsregime und einer zunehmenden Intensivierung und Entgrenzung von Arbeit über digitale Prekarisierung, Erosion sozialer Standards und gesellschaftlicher Polarisierung bis hin zu digitalisierungsbedingter Arbeitslosigkeit. Dabei werden auch neue Fragen aufgeworfen, zu denen noch keine fertigen Antworten vorliegen. Forschungsbedarfe werden artikuliert und Suchbewegungen haben eingesetzt. Auf einen automatischen Konsens aller Akteure werden sie aller Voraussicht nach zwar nicht hinauslaufen, konstruktiv-kritische  Dialoge können aber konfliktarme Lösungen befördern.

Dass die Digitalisierung gestaltet und auch reguliert werden muss, um die Risiken zu minimieren und die Chancen zu vergrößern, steht außer Zweifel. Dafür, dass aus „Arbeiten 4.0“ Gute Arbeit 4.0 wird, setzt sich ver.di für und mit abhängig Erwerbstätigen ein.

Beitrag von Michael Fischer auf Philosophie InDebate

Thorsten Flink, Geschäftsführer WIT Wirtschaftsförderungsgesellschaft Tübingen mbH

Gesprächsgast in Tübingen


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Unsere Arbeitswelt ändert sich ständig und die Zyklen der Veränderung werden immer kürzer. Räumliche Entfernungen werden unbedeutender, die Möglichkeiten der Arbeitsgestaltung vielfältiger. Dabei werden das Arbeitsumfeld und die Arbeitsatmosphäre wichtiger. Die Entwicklungen der Technik bieten v.a. Chancen für neue Unternehmen. Dabei ist  Tübingen ein hervorragender Ort für Arbeiten 4.0: Internationale Forscher, innovative Unternehmen, dynamische Existenzgründungen und dazu eine moderne Infrastruktur, eine bunte Kulturszene und abwechslungsreiche Freizeitaktivitäten.

Webseite der WIT Tübingen

Dorothea Forch, Gewerkschaftssekretärin bei ver.di im Fachbereich Telekommunikation und Informationstechnologie

Gesprächsgast in Jena


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Noch vor wenigen Jahren war es die Arbeit 2.0, verstanden als Arbeiten online von jedem Punkt der Erde aus, die uns umtrieb und noch bevor wir sie richtig verstanden hatten, sind wir bei Arbeit 4.0. Nicht selten wird der Begriff auch im Zusammenhang mit der Industrie 4.0 verwendet, was mir treffender erscheint. Im Grunde lässt sich Arbeit 4.0 verstehen, als die Aufhebung starrer Produktionsabläufe, hin zu einer flexiblen, völlig in Netzwerke integrierten und abgestimmten Produktionsweise, die längst von Algorithmen gesteuert wird.
Dies gilt nicht nur für die Arbeit in der Industrie, sondern auch für die Arbeit im Dienstleistungssektor, wie bspw. der Pflege oder der Verwaltung, wo Abläufe computergesteuert sind und in denen auch Entscheidungen gefällt werden. Oder in der Logistik/Versandhandel, wo demnächst Drohnen die Ware zustellen. Die Entwicklungen in der IT/TK-Branche sind nicht zuletzt ein Motor dieser Entwicklungen; immer schnellere Datenübertragung macht Arbeiten 4.0 erst in diesem Umfang möglich und gestaltet neben Arbeit 4.0 auch das Leben 4.0 – von der Fitnessapp bis zum Smart-Home.
Doch wie sieht es mit den Arbeits- und Lebensbedingungen, dem work-life-balance unter Arbeit 4.0 aus? Geht es immer so weiter mit den technischen Entwicklungen? Wenn alles immer automatisierter und technisch vernetzter abläuft, was wird aus den Arbeitenden? Welche Rolle spielen Bildung und Qualifikation? Wie muss Ausbildung gestaltet sein, in einer Arbeitswelt 4.0? Was passiert mit gering Qualifizierten? Was bedeutet das Arbeiten in der Cloud für ArbeitnehmerInnenrechte? Wie weit können betriebliche Mitbestimmung oder Arbeitsschutz  und flexibles Arbeiten gemeinsam gehen? Was bedeuteten die damit einhergehenden Arbeitsmodelle für unser Sozialsystem? Was macht es aus Menschen den ganzen Tag allein unter Computern zu arbeiten?
Denn so schön sich die meist propagierten Freiheiten in Arbeit 4.0 anhören, so sind sie doch nur für diejenigen schön, zu deren Lebensentwurf sie passen. Der „digital native“ oder “digitale Nomade“ ist wohl eine romantisierte Figur für Träumer und eignet sich höchstens als Lebensphase für einige Wenige. Für viele ist er vermutlich eher lästige Begleitung, wenn man Arbeit in Hamburg, Familie in Berlin und Freunde in Stuttgart unter einen Hut bekommen will, einer Tätigkeit nachgeht, für die lange Wege überbrückt werden müssen oder im sogenannten regulären Arbeitsmarkt keine Anstellung findet und sich mit Arbeit in der Cloud durchschlagen muss. Spätestens bei Familiengründung, der Pflege von Angehörigen oder der Frage nach der Alterssicherung oder einem regelmäßigen Einkommen, das den Lebensunterhalt sichert kann die flexible und oft belastende Arbeit 4.0 keine guten Antworten und Lösungen anbieten.
Für viele arbeitenden Menschen erscheint Arbeit 4.0 derzeit eher wohl als Bedrohung, denn als Fortschritt und das kann man ihnen nicht einmal verübeln.

Beitrag von Dorothea Forch auf Gegenblende.de
Xing-Profil von Dorothea Forch

Madlen Freudenberg, Prozessgestalterin für moderne Arbeitswelten und Partizipation, selbstständig

Gesprächsgast in Kassel


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Plötzlich ist alles Arbeiten 4.0 - wer nicht mitreden kann ist weg vom Fenster - so zumindest die überall geschürte Angst. Wie aber können wir zukunftsfähig zusammenarbeiten, wenn die Menschen in Unternehmen und Institutionen mehrheitlich noch bei Arbeiten 2.0 stehen? Um mit voller Überzeugung in die Arbeitswelt von morgen einzutauchen muss das Vergangene gemeinsam wertgeschätzt und abgeschlossen werden. Das verhindert kurzgedachten Aktionismus, der mehr schadet als nutzt. Letztendlich verbirgt sich doch hinter des Kaisers neuen Kleidern - der Mensch. Erst wenn seine Entfaltung ermöglicht wird, kann Arbeiten 4.0 Realität werden.

Website von Madlen Freudenberg

Johannes Freyer, Margraf New Media GmbH, Inhaber/Geschäftsführer; denk-stube Coworking Tübingen GbR, Mitinhaber

Gesprächsgast in Tübingen


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Der Wandel unserer Lebens- und Arbeitswelt nimmt, bedingt durch die Digitale Revolution, atemberaubend an Tempo zu. Zunächst einmal öffnen sich damit Chancen und Nischen für Verbesserungen und Erleichterungen, die positiven Einfluss auf unsere Lebens- und Arbeitsqualität nehmen können. Längerfristig betrachtet stellen sich aber auch neue Fragen - für uns als Individuen, als Teams, als Staaten, als Menschheit. Es sind Fragen nach unserer menschlichen Identität, unseren Werten und unserer Motivation, für deren befriedigende Beantwortung wir gesamtgesellschaftlich haften. Hierfür braucht es einen lebendigen Dialog - jetzt!

Webseite der Margraf New Media GmbH
Webseite von denk-stube
LinkedIn-Profil von Johannes Freyer

Johannes Funk, Heimleiter im Seniorenzentrum Parkschlössle in Karlsruhe-Durlach

Gesprächsgast in Karlsruhe


Hr. Funk ist Heimleiter im Seniorenzentrum Parkschlössle in Karlsruhe-Durlach und hat dort zusammen mit seinen PflegemitarbeiterInnnen bereits 1995 einen geschlossenen Pflegebereich für demenzerkrankte Menschen aufgebaut, der in Karlsruhe Vorbild für andere vergleichbare Wohnbereiche war.

Sascha Kristin Futh, Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Kassel

Gesprächsgast in Kassel


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

„Arbeiten 4.0“ ist aktuell ein populäres Thema, das in Wissenschaft und Praxis mit großer Aufmerksamkeit rege debattiert wird. Dabei zeigt sich bislang, dass die Herausforderungen und Handlungsbedarfe aktuell noch schwierig exakt zu benennen sind. Je nach Branche, Unternehmen oder Einrichtung wird das Thema Digitalisierung zum Teil sehr unterschiedlich diskutiert. In Teilen der Industrie führt die Digitalisierung bereits jetzt zu großen Veränderungen der Arbeitsprozesse, in manchen Dienstleistungsbereichen wie dem Pflegesektor scheint sie bislang kaum eine Auswirkung zu besitzen. Es wird eine der großen Herausforderungen der Zukunft sein, dieses unterschiedlichen Entwicklungen so zu vereinen, dass angemessen auf Qualifizierungsbedarfe, neue Arbeitsplatzmodelle und -prozesse sowie sich ergebende vereinfachte Kontrollmöglichkeiten durch Digitalisierung reagiert werden kann. Die Gewerkschaften sind hier gefragt, die Beschäftigten vor zu großen Anforderungen und zu starken Kontrollen zu schützen, aber auch auf ihre Flexibilisierungswünsche zu reagieren. Auch die Arbeitgeber müssen sich auf zukünftige Anforderungen an ihre Mitarbeiter in digitalisierten Arbeitsprozessen einstellen und bereits jetzt ihre Beschäftigten angemessen vorbereiten. Zugleich sind beide Sozialpartner und der Staat angesichts einer angestrebten hohen Beschäftigungsrate gefragt, Lösungen für die Menschen zu finden, deren Arbeitsplätze digitalisiert werden.
Es ist nicht eindeutig klar, ob es zutrifft, dass fast 50% der Arbeitsplätze in den USA (Frey/Osborne 2013) bzw. etwas mehr als 40% in Deutschland (Bonin et al. 2015) durch Digitalisierung verloren gehen werden und ob die Berechnung überhaupt auf die deutsche Wirtschaftsstruktur übertragbar ist, oder ob durch die Digitalisierung nicht auch wieder neue Arbeitsplätze entstehen oder ins Ausland ausgelagerte Produktion wieder nach Deutschland zurückkehrt. Die Auswirkungen der Digitalisierung sind also offen, dennoch scheint bisher auf jeden Fall eines klar: die Digitalisierung wird zur größten Veränderung der Arbeits- und Wirtschaftsstruktur der neueren Zeit führen.

Online-Vita von Sascha Kristin Futh
Publikationen von Sascha Kristin Futh
Website der Kooperationsstelle Wissenschaft und Arbeitswelt der Uni Kassel

Eckhard Geitz, Krankenpfleger, Politikwissenschaftler, Dokumentarfilmer

Gesprächsgast in Kassel


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Ist Arbeit 4.0 nur ein netter Slogan?
Alles könnte schon bald mit nahezu allem vernetzt sein. Unablässig werden Daten ausgetauscht, zunehmend auch von Maschinen untereinander. So wird menschliches Verhalten grundlegend beeinflusst – egal ob beim Bezahlen mit der Kundenkarte, Teamarbeit in der Cloud, Postings in sozialen und Netzwerken. Von der Pflege des Xing-Profils bis zum view des youtube-clips: Wir produzieren eine gigantische Datenspur.
Was hat das mit Arbeit zu tun? Was ist Arbeit eigentlich? Wie verändert sich das Verständnis davon, was Arbeit ist und was nicht durch veränderte, technologisch ermöglichte Kommunikation?
Ist die Durchdringung menschlicher Kommunikation und ihre Übersetzung in maschinelle Kommunikation als Verdinglichung menschlicher Kommunikation und Vermenschlichung maschineller Kommunikation zu verstehen? Wohl schon, denn sie findet in funktionalistischen Schnittmengen statt, geteilt von Mensch und Computer.
Meine These: Arbeit 4.0 ist zunächst nichts anderes als ein nett klingender Slogan. Denn Arbeit ist nicht an und für sich gut und sie wird es nicht dadurch, dass man ihr den Zusatz 4.0 hinzufügt. Herrschaft und Technik sind untrennbar miteinander verbunden; effizientere Technik bedeutet effizientere Herrschaft -  auch über Arbeitende und Arbeit.

Videoworkshop mit Eckhard Geitz auf Materiale-Textkulturen.de
Artikel "Kleine Massage gefällig?" auf Tagesspiegel.de
Filminfo "SEXarbeiterin" auf kino.de
Artikel "Rebellion in Bild und Ton" von Eckhard Geitz auf ver.di.de
Artikel "Feindselige Stimmung" von Eckhard Geitz auf taz.de

Pfarrer Dr. Jochen Gerlach, Leiter des Referates Wirtschaft-Arbeit-Soziales; Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck

Gesprächsgast in Kassel


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0"

Digitalisierung und Arbeitswelt
Durch die Digitalisierung werden in den nächsten Jahren etwa 500 000 in Deutschland abgebaut und etwa 450 000 Stellen entstehen neu. Es vollzieht sich ein gravierender Wandel in der Arbeitswelt. Viele einfache Arbeiten fallen weg, aber auch Menschen in anspruchsvollen Berufen werden ihre Arbeit verlieren. Insgesamt birgt die Digitalisierung große Chancen. Sie wird wie jede technische Revolution große Wohlstandsgewinne bringen, sie ermöglicht viele Erleichterungen im Alltag, im Berufsleben, in der Mobilität, für Beteiligungsformen, für home office Arbeitsplätze, Unterstützungsmöglichkeiten für Menschen mit Beeinträchtigungen.
Aber diese Wohlstandsgewinne werden nicht einfach allen Menschen in der Gesellschaft gleich stark zugutekommen. So ein gravierender sozialer Wandel braucht eine gute, starke politische Steuerung und zivilgesellschaftliches Engagement, damit die Gefährdungen vermieden oder abgemildert werden.
Für die Arbeitswelt bestehen die wichtigsten Gefährdungen in der Aushöhlung von Arbeitnehmerschutzrechten und von Datenschutzrechten: Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer können in einen globalen Lohnwettbewerb gestellt werden (Cloud-und Crowsworker). Die Digitalisierung erlaubt einen nie gekannten Zugriff auf private Daten. Es ist ein umfassende Durchleuchtung aller Arbeitsprozesse, Gesundheitsdaten, Bewegungsprofile, sozialer Kontakte, Verbraucherverhalten und weiteres möglich. Diese Daten können missbraucht werden – von Arbeitgebern, Versicherungen, Werbeunternehmen. Ordnungspolitisch besteht eine wichtige Gefährdung darin, dass die Welt der Digitalisierung durch wenige große Unternehmen bestimmt wird und monopolistische Strukturen entstehen (google, amazon, …).
Aus christlicher Sicht stellt die Entwicklung der Digitalisierung eine Herausforderung für die Bildung und politischen Befähigung der Menschen dar. Die Kirche wirkt daran mit, Menschen individuell für einen kritischen und konstruktiven Umgang mit neuen Medien und Techniken zu stärken. Zudem muss das politische Bewusstsein für Datenschutz, Arbeitnehmerschutzrechte und Mitbestimmungsrechte wachgehalten und diese Rechte politisch gut verankert werden.

Website der Arbeitswelt EKKW

 

 

Christian Geselle, Volljurist und Dipl.-Verwaltungswirt, Stadtkämmerer der Stadt Kassel

Gesprächsgast in Kassel


Der Volljurist und Dipl.-Verwaltungswirt Christian Geselle lebt mit seiner Frau und seinen beiden Kindern im Kasseler Stadtteil Niederzwehren. Beruflich ist er - nach seinem Polizeidienst in Frankfurt/Main und einem Jurastudium in Göttingen - im Höheren Verwaltungsdienst des Landes Hessen in Kassel tätig gewesen. Seit dem 1. Mai 2015 hat Geselle die Funktion des Stadtkämmerers inne und leitet das Dezernat für Finanzen, Beteiligungen und Soziales.

 

Lutz Geydan, Gewerkschaftssekretär IG Metall Nordhessen. Arbeitsbereiche: Betriebsbetreuung, Gewerkschaftliche Bildungsarbeit, Angestelltenarbeit

Gesprächsgast in Kassel


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Arbeit durchdringt immer mehr auch unser ganzes Leben. Diese Feststellung ist inzwischen ein Allgemeinplatz. Und es stimmt – ein Satz, der „gefahrlos“ auf jeder entsprechenden Veranstaltung ausgesprochen werden kann, ist zum Beispiel der, „dass die Arbeitswelt sich verändert.“ Was aber verändert sich tatsächlich? Neben der fortschreitenden Digitalisierung sind das besonders Managementstrategien.
Diese Strategien zielen zum Beispiel darauf ab, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu unternehmerischem Denken anzuhalten. Sie sollen sich im Betrieb wie Freiberufler fühlen.
Der Weg führt schon lange von der direkten, tayloristischen Steuerung hin zu indirekter Steuerung, die durch die ungefilterte Weitergabe von Kundenwünschen, durch die Vorgabe von Zielen und die Steuerung durch Kennziffern gekennzeichnet wird.
Ist das alles schlecht? Nein – diese Art der Steuerung bedeutet einerseits größere Transparenz innerhalb der Unternehmen und mehr Chancen zu Kreativität und Selbstverwirklichung für die Beschäftigten.
Andererseits erhöht sie den Konkurrenzdruck innerhalb der Belegschaften, verschärft die Leistungsverdichtung und die Durchdringung des Lebens mit Arbeit.
Wenn Arbeiten 4.0 ein Erfolg werden soll, muss sich ihre Ausgestaltung aber entscheidend an den Bedürfnissen der Menschen und nicht ausschließlich am Markt orientieren.
Die Gestaltung der Digitalisierung wird somit eine der wichtigsten gewerkschaftspolitischen Aufgaben der Zukunft.

Website der IG Metall Nordhessen
Informationen zur gewerkschaftlichen Bildungsarbeit auf der Website der IG Metall Nordhessen
Informationen zur Angestelltenarbeit auf der Website der IG Metall Nordhessen

Angela Giese, Wirtschaftsredakteurin Nürnberger Nachrichten

Gesprächsgast in Nürnberg


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Wir sollten den Fokus mehr auf die Chancen als auf die Gefahren legen. Das Wichtigste ist, den Wandel rechtzeitig zu erkennen und sich darauf einzurichten. Ganze Berufsbilder werden verschwinden. Da heißt es: Qualifizierung hat Vorrang.

Prof. Ulf Glende, Honorarprofessor für Polygraphie, Hochschule Wismar/Fakultät Gestaltung; selbständiger Unternehmer, zertifizierter Datenschutz- und Informationssicherheitsbeauftragter

Gesprächsgast in Rostock


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0"

Eine Welt der Vernetzung von Arbeit und Privaten muss den Sinn der Arbeit neu definieren. Benötigte Kreativität entstand auch immer in Schutzräumen des Nichtstuns, die jetzt wesentlich kleiner werden.Durch die heute zunehmend leichter werdende Vergegenständlichung von Informationen bekommt deren Schutz eine ganz neue Bedeutung. Wenn es früher auf die Verbreitung von Wissen und Information ankam, kann in der Zukunft dieses Wissen schon ein Produkt sein. Das alles, ohne sich die Information zu Eigen gemacht oder verstanden zu haben.

Alexander Goebel, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Arbeits-, Betriebs- und Organisationspsychologie der Friedrich-Schiller-Universität Jena

Gesprächsgast in Jena


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0"

Die fortschreitende Digitalisierung der Gesellschaft eröffnet ein weites Feld für zahlreiche Innovationen und neue Geschäftsmodelle. Dazu gehört es auch, den Mut zu haben, neue Wege zu gehen. Durch die damit verbundenen Risiken und Unsicherheiten ist es nicht verwunderlich, dass nicht alle Vorhaben erfolgreich sein können. Ein neuer Umgang mit dem Scheitern sollte daher ebenfalls bedacht werden. Es ist wichtig, Misserfolge als systemimmanent wahrzunehmen und Bewältigungs- und Lernprozesse zu etablieren, um aus Fehlern lernen und den Einzelnen sowie die Gesellschaft voranbringen zu können.

Online-Vita von Alexander Goebel

Dr. Christopher Gohl, Wissenschaftlicher Assistent am Weltethos-Institut an der Universität Tübingen

Gesprächsgast in Tübingen


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Arbeit 4.0 ist Teil einer größeren Revolution – der Digitalisierung. Ich erwarte, dass ein Teil der Arbeitswelt, wie wir sie heute kennen, neu erfunden wird: neue Job-Profile, neue Arbeitsabläufe, veränderte Wertschöpfungsketten. Wie bei jeder Revolution wird es disruptive und destruktive, aber auch emanzipatorische und ermächtigende Dynamiken geben. Damit die Entwicklung zum Fortschritt werden kann, brauchen wir den Dialog über zwei Hauptfragen: Wozu digitalisiert wirtschaften? Und wie machen wir die Veränderungen zu Chancen für jeden Betroffenen? Diese Fragen müssen wir auf einem sicheren Wertefundament beantworten. Ich meine: Verantwortete Freiheit ist dafür der Leitwert. Durch alle Veränderungen hindurch sollten wir einander mehr Selbstbestimmung gewähren, aber auch den verantwortliche Gebrauch der eigenen Freiheiten erwarten. Nutzen wir 4.0 für eine Arbeitswelt der Chancen für jeden Menschen auf Selbstbestimmung!

Die Zukunft der Arbeit liegt in meiner Stadt, weil...

... in Tübingen Fleiß und Geist seit jeher zusammen produktiv waren!

Die Zukunft der Arbeit wird geprägt sein durch...

... neue Formen und alte Werte: Auch und gerade, wer digitalisiert arbeitet, muss professionell, kollegial und menschlich integer sein.

Arbeiten 4.0 bedeutet für mich...

... keine Entschuldigung mehr dafür, etwas nicht zu wissen! 

Webseite des Weltethos-Instituts
Publikation von Christopher Gohl: "Ethik der digitalen Kollaboration"

Joachim Gottwald, Partner xGAP Unternehmensberatung, Unternehmensfinanzierung

Gesprächsgast in München


Seit 2003 berät Joachim Gottwald Gründer und kleine, mittlere Unternehmen in den Phasen Gründung, Wachstum, Marketing und Vertrieb, Restrukturierung, Unternehmensnachfolge und Kapitalbeschaffung.

Mehr als 100 Gründungen sind im Wirtschaftsraum Oberbayern bislang mit Unterstützung von Joachim Gottwald an den Start gegangen. Fördermittelprogramme unterstützen Unternehmer und Gründer für die Bereiche Unternehmensgründung, Unternehmenswachstum, Unternehmensnachfolge, Projektgewinnung sowie Kapitalbeschaffung. Dies gilt vor allem für Gründer und für Unternehmen aus Deutschland mit einer Grösse von 1 bis 250 Mitarbeitern.

Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0"

Arbeit 4.0 eröffnet viele Möglichkeiten und Chancen innerhalb der Balance Mensch und Maschine. Es gibt heute eine Vielzahl an Assistenzsystemen, die mehr als je zuvor in allen Lebens- und Arbeitssituationen unterstützen. Hierdurch findet eine Umverteilung und Neuorganisation von Tätigkeiten statt, die ganze neue Möglichkeiten schafft. Hierdurch entsteht eine neue Qualität der Arbeit.

Webseite von xGAP

Joachim Gottwald auf Xing

Eike Gräf, Junior Policy Analyst beim iRights.Lab, Student an der Freien Universität Berlin (M.A. Politik), Gründungsmitglied des studentischen Think Tank für digitale Themen Groupe Numérique.

Gesprächsgast in Potsdam


Bachelor in Hamburg (Französisch / Geschichte). Erster Master in Paris (European Affairs). Gründungsmitglied des studentischen Think Tanks für digitale Themen „Groupe Numérique“ an der Sciences Po Paris (unter der Dachorganisation Terra Nova). Trainee beim Europäischen Datenschutzbeauftragten EDSB in Brüssel im Sommer 2015. Seit Herbst 2015 beim iRights.Lab und bei iRights.Media. Zweiter Master in Berlin voraussichtlich Oktober 2016 (Politik).

Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Besonders spannend finde ich den Vergleich, wie die Veränderungen der Arbeitswelt durch die Digitalisierung in Deutschland und in Frankreich aufgenommen werden. In beiden Ländern geistert die berechtigte Befürchtung von Massenarbeitslosigkeit durch Automatisierung menschlicher Arbeit durch Wissenschaft und Medien. Während in Deutschland oft auch Vorteile betont werden, wie etwa die Entlastung von Arbeitnehmern und die Schaffung von Freiräumen für neue Aufgaben, gibt es in Frankreich eine große Debatte über die Aushebelung der Gewerkschaften durch die „Uberisierung“ der Arbeit im Kontext  der Gig-Economy. Ich halte es für sinnvoll, gute Ideen aus beiden Ländern aufzugreifen und zu kanalisieren um dem Wandel der Arbeitswelt zu begegnen und politisch zu gestalten. Chancen sehe ich vor allem in der Einbeziehung von Arbeitnehmern in kooperativen Arbeitsmodellen, der Entbindung von örtlichen Zwängen durch virtuelle Arbeit und in neuen Möglichkeiten der Selbstverwirklichung. Fab-Labs und Technologien wie 3D-Drucker bergen hier ein großes Potenzial, sowohl für individuelle Kreativität als auch für wirtschaftliche Innovation.

Webseite von iRights.Lab
Webseite von iRights.Media
Webseite von Groupe Numérique

Florian Gregorzyk, Journalist und Videoblogger

Gesprächsgast in Dortmund


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Arbeit kann auch Spaß machen. Das sollte aber nicht bedeuten, dass sie weniger bezahlt werden darf. Die Branche Webvideo ist vergleichsweise jung und erfährt gerade im Journalismus noch zu wenig Beachtung. Das lässt Platz für neue Ideen und vor allem: Pionierarbeit.

YouTube-Kanal von Florian Gregorzyk
Webseite von Florian Gregorzyk

Kerstin Griese MdB, Vorsitzende des Ausschusses für Arbeit und Soziales

Gesprächsgast in Düsseldorf


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Die Digitalisierung ist eine große Herausforderung für die Arbeitswelt, aber auch für unser Privatleben und den sozialen Zusammenhalt. Digitale Technik muss den Menschen nützen. Vernetzte und digitalisierte Arbeit soll ebenso wie die klassischen Arbeitsplätze unter dem Leitbild guter Arbeit stehen. Mehr Mitbestimmung, faire Arbeitsbedingungen und gute Löhne, dafür muss die Politik die Rahmenbedingungen setzen.

Webseite von Kerstin Griese
Lebenslauf von Kerstin Griese

Thomas Groß, Unternehmensberater

Gesprächsgast in Bayreuth


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Die digitale Transformation muss den menschlichen Aspekt der Würde zu Leben gerecht werden. In der Arbeitswelt wird der Mensch weiterhin ein wichtiger Vermögenswert der Unternehmen sein. Die Digitalisierung muss das Gemeinwohl im Vordergrund haben.

Website "Menschliche Betriebswirtschaft"

Anne Haage, Diplom-Journalistin / Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Fakultät Rehabilitationswissenschaften der TU Dortmund

Gesprächsgast in Dortmund


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Wie verändert Arbeit 4.0 Bildung, Pflege und soziale Arbeit? Wie wird das Leben 4.0 der Klient_innen und Patient_innen aussehen? Digitale Technologien und Medien bieten ein großes Potential für Inklusion, Teilhabe und eine selbständige Lebensführung, wenn sie nicht als Sparmodell verwendet werden. Die Grenzen sind fließend: Wo fördert digitale Technik Selbständigkeit, wann wird aus der Möglichkeit die Pflicht zur Selbstoptimierung? Und werden die Beschäftigten in den Unterstützungssystemen ausreichend ausgebildet, um mit dieser Entwicklung umzugehen?

Online-Vita von Anne Haage

Thomas Hahner, Geschäftsführer eines Software-Unternehmens im Bereich Software und Services

Gesprächsgast in Mainz


1972 in Mainz geboren, aufgewachsen, verwurzelt und vernetzt.
Vollblutunternehmer, Querdenker, Visionär, Macher.

Seit Jahren als Geschäftsführer eines Software-Unternehmens im Bereich Software und Services immer an der Schnittstelle zwischen Mensch und Technik aktiv.

  • Vernetzungsspezialist.
  • Damit Technik funktioniert.
  • Damit Technik mit Technik harmoniert.
  • Damit Technik und Mensch miteinander agieren.
  • Damit Mensch und Mensch kooperieren.

Erfahrungen in den Bereichen:

  • Organisationsentwicklung
  • Dokumenten Management
  • Wissens-Management
  • Enterprise 2.0
  • Customer Relationship Management
  • Coaching
  • Beratung & Training

Interessen:

  • Design Thinking
  • Software as a Service
  • Nachhaltigkeit und Lean Process Management
  • soziale Permakultur
  • Unternehmenskultur und Veränderungsprozesse

David Hammen, Application Specialist 3D Printing bei der Canon Schweiz AG

Gesprächsgast in Gütersloh


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

3D Druck steckt noch immer in den Kinderschuhen, über die nächsten Jahre werden mehr Verfahren und viel mehr Materialien auf den Markt kommen. Auch die Weiterentwicklung vom klassischen Prototyping nimmt immer mehr Form an, sodass die ersten 3D Manufacturing Anlagen den ganzen Produktionszyklus automatisieren werden, spricht vom 3D Druck, Nachbearbeitung bis hin zum fertigen Modell bedarf es nur noch eines einzigen Knopfdrucks.
Mehr und mehr Firmen werden 3D Druck in ihr Produktportfolio aufnehmen, wie zuletzt New Balance, die Ihre Schuhsohlen auf Basis von Laser Sintern produzieren.
Aber auch die Massenindividualisierung wird zunehmen in den Bereichen Mode, Accessoires, Schmuck, Brillen, Implantate, Organe usw.

Website von 3D Printing bei Canon
YouTube-Video von Canon 3D-Druck
LinkedIn-Profil von David Hammen
Xing-Profil von David Hammen

Frithjof Hansing, Geschäftsführer Protohaus gGmbH

Gesprächsgast in Braunschweig


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Die Arbeitswelt der Zukunft wird von einer Digitalisierung und einer steigenden Bedeutung von IT geprägt – die „Nerds“ der Vergangenheit sind die Helden und Unternehmer von Morgen. Technisches Können bestimmen die Fähigkeiten der Unternehmer von Morgen. Dies verlangt nicht nur Investitionen, sondern auch die Aneignung neuen Know-Hows und ausgeprägte ICT-Kenntnisse für fast jede Unternehmung. Für den Unternehmenserfolg und um in der Gesellschaft gehört zu werden, erscheint die Integration von Social Media unabdinglich.
Blogger, Social-Media Experten und alle anderen Online-Begeisterte bis hin zu Software-Entwickler zeigen uns die Welt von morgen und prägen mit ihren Programmen und Ideen die Arbeit 4.0. Komplexe Aufgaben werden auf scheinbar einfachsten und leichtverständlichen Wegen erledigt - administrative Arbeit soll gemindert und manuelle Arbeit gesteigert werden. Das Handwerk muss in der zukünftigen Arbeitswelt wieder mehr Wertschätzung finden, das gilt vor allem für die finanziellen Arbeitsbedingungen. Was wären wir ohne das Geschick und das Know-How von Schreiner, Elektriker, Dachdecker oder Frisöre? Und genau diese Begeisterung soll im Protohaus wieder entfacht und die Wichtigkeit des Handwerks in Kombination von Technik innerhalb der Arbeit 4.0 aufgezeigt werden.
Die Digitalisierung innerhalb der Arbeit 4.0 bedeutet ein weltweites Arbeitsnetzwerk. Jeder kann von jedem lernen, jeder kann mit jedem arbeiten.
Auch das Protohaus soll anlehnend daran einen realen Ort darstellen, wo alle Leute mit ihren verschiedensten Fähigkeiten und Kenntnissen zusammenkommen können und eine neue Art des Zusammenarbeitens schaffen und Grenzen überschreiten. Denn bei aller Liebe zur Digitalisierung, sollte der Mensch und seine Fähigkeiten und soziale Kontakte immer im Vordergrund bleiben. Ich möchte zeigen, dass jeder etwas mit seinem eigenen Kopf und seinen eigenen Händen schaffen kann. Das Protohaus stellt dabei die entsprechenden High-Tech Geräte zur Verfügung und unterstützt mit dem Know-How der Mitarbeiter die zukünftigen Unternehmer der Arbeitswelt 4.0.
Ich denke auch in Zukunft werden etablierte Unternehmen und klassische Unternehmensstrukturen immer mehr in Frage gestellt und auch bedroht. Gleichzeitig müssen wir uns in unserer Gesellschaft kritisch mit neuen Geschäftsmodellen befassen und diese Öffentlich diskutieren.

Website von Protohaus

Dagmar Hartge, Landesbeauftragte für den Datenschutz und für das Recht auf Akteneinsicht

Gesprächsgast in Potsdam


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Wie wollen wir in Zukunft arbeiten? Wie selbstbestimmt wollen wir sein? Wieviel Arbeit werden uns digitale Maschinen abnehmen? Wie werden Roboter programmiert? Können Roboter denken? Tausend Fragen stellen sich mir, wie die digitale Zukunft der Arbeit aussehen könnte. Für mich als Datenschutzbeauftragte steht das Selbstbestimmungsrecht des einzelnen Menschen im Vordergrund, ist der Schutz der Privatsphäre wichtig. Wir müssen uns das Recht auf Privatheit in der Arbeitswelt der Zukunft und auch nach unserer Lebensarbeitszeit erhalten. Wir müssen alles dafür tun, dass der einzelne Mensch auch weiter Fehler haben und machen darf - und nicht gläsern, gemessen und kontrolliert wird. Ich wünsche mir, dass nicht alles, was möglich ist und möglich sein wird, gemacht wird. Ich wünsche mir, dass der Mensch der Zukunft von der Technik unterstützt, aber nicht von ihr beherrscht wird. Ich wünsche mir, dass der Einzelne das Recht haben wird, Grenzen zu setzen, wenn er in seiner Persönlichkeit verletzt wird. Arbeit im digitalen Zeitalter bietet Chancen und Risiken zugleich.

Webseite der LDA Brandenburg

PD Dr. Ernst A. Hartmann, Leiter des Instituts für Innovation und Technik (iit) in der VDI/VDE Innovation + Technik GmbH

Gesprächsgast in Berlin


Nach dem Studium der Psychologie mit Schwerpunkt Arbeits- und Organisationspsychologie promovierte ich 1995 zum Dr. rer. nat. an der Fakultät für Maschinenwesen der RWTH Aachen. In den 1990er-Jahren war ich am Hochschuldidaktischen Zentrum/Lehrstuhl Informatik im Maschinenbau der RWTH Aachen tätig. In diesem Zusammenhang arbeitete ich einerseits in Projekten zur Studienreform und war an der Entwicklung neuer akademischer Lehr- und Lernformen beteiligt. Andererseits forschte ich zu Fragen der Gestaltung von Mensch-Maschine-Systeme und der industriellen Arbeitsorganisation.

Mitte der 1990er-Jahre war ich interner Berater für Organisations- und Prozessentwicklung bei den John Deere Werken Mannheim. 2002 habilitierte ich in Psychologie und erhielt die venia legendi für das Fach Arbeits- und Organisationspsychologie; seitdem bin ich Privatdozent für Arbeitssystem- und prozessgestaltung an der RWTH Aachen.

Von 2001 bis 2004 war ich bei der Arbeitsgemeinschaft Betrieblicher Weiterbildungsforschung (ABWF e. V.) für die wissenschaftliche Koordination des BMBF-Programms „Lernkultur Kompetenzentwicklung“ verantwortlich. Seit April 2004 bin ich Leiter des Bereichs Gesellschaft und Wirtschaft bei der VDI/VDE-IT in Berlin, seit 2007 zusätzlich einer der Direktoren des Instituts für Innovation und Technik (iit).

Arbeitsschwerpunkte

  • Lern- und innovationsförderliche Arbeits- und Organisationsgestaltung
  • Zukunft der Arbeit / Arbeitssystemgestaltung
  • Innovationen und Durchlässigkeit im Bildungssystem
  • Innovations- und Bildungsindikatorik
  • Innovationsfähigkeit: Konzepte, Messung, Förderung
  • Technische Bildung
  • Methodik qualitativer und quantitativer empirischer Untersuchungen

Online Vita

Prof. Dr. habil. Martina Hasseler, Hochschulprofessorin

Gesprächsgast in Braunschweig


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Angesichts des Fachkräftemangels in der Pflege sowie des gleichzeitig einhergehenden Altersstrukturwandels, der nicht nur mehr pflegebedürftige Menschen in den nächsten Jahren erwarten lässt, sondern auch weniger Schulabsolventen/innen, die sich potenziell für den Pflegeberuf interessieren könnten, müssen wir uns über „Arbeiten 4.0“ in der pflegerischen Versorgung Gedanken machen. Traditionell wird über Pflegeberufe als interaktive Berufe nachgedacht, die nur über zwischenmenschliche Kontakten und interpersonelles Handeln möglich sind. Aber wir können aus Beispielen von Staaten, die bereits jetzt schon einen hohen Anteil älterer Menschen aufweisen (wie z.B. Japan), die Erkenntnis ziehen, dass wir über andere Möglichkeiten pflegerischer Versorgung nachdenken müssen. Es geht zukünftig also nicht mehr um die Frage, ob intelligente Robotik in der pflegerischen Versorgung Einzug hält, um die Bedarfe decken zu können, sondern über das „Wie“ und „Was“. Diese Diskussionen sollten begleitend mit der Entwicklung der Technik erfolgen, da ethische, menschliche, soziale und fachliche Fragen tangiert werden. Es muss nicht nur eine gesellschaftliche, sondern auch eine politische und interdisziplinäre Debatte und Zusammenarbeit über Arbeiten 4.0 in der pflegerischen Versorgung geführt werden.

Online-Vita von Martina Hasseler

Julia Heimeier, Wissensmanagerin, Gründerin von Hei Five 

Gesprächsgast in Kassel


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Arbeiten 4.0. verändert die Arbeitswelt, Treiber ist dabei die Digitalisierung. Doch betrachten wir Arbeiten 4.0. nicht nur unter technischen Gesichtspunkten. Die Arbeitswelten von heute werden zunehmend flexibler, erlauben selbstbestimmtes und eigenverantwortliches Arbeiten, schaffen Modelle, die zum jeweiligen Leben passen, bringen neue Geschäftsmodelle hervor und legen die Grundlagen für soziale und technische Ideen und Innovation.
Die Arbeitswelt von heute und morgen ist facettenreich. Nutzen wir diese Chance!

Website von Hei Five
Xing-Profil von Julia Heimeier

Ramona Heinz, Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Gesprächsgast in Bayreuth


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Arbeiten 4.0 birgt viele Potenziale, bringt für Unternehmen und Beschäftigte jedoch auch viele Herausforderungen mit sich. Arbeiten 4.0 bedeutet eine Weiterentwicklung unserer Arbeitswelt, die Prozesse erleichtern und beschleunigen kann. Zugleich bedeutet es eine Vernetzung der Arbeitswelt sowohl zwischen Organisationen als auch zwischen Individuen. Neue Geschäftsfelder können so erschlossen und global bearbeitet werden. Herausforderungen sind dabei unter anderem die sich stetig und immer schneller ändernden Arbeitsbedingungen, die neue Anforderungen mit sich bringen und beispielsweise eine verstärkte Personalentwicklung in den Unternehmen fordert.

Website der BFM Bayreuth
Website von 5 Euro Business

Dr. Carsten Heinze, Hochschuldozent am Fachbereich Sozialökonomie der Universität Hamburg, Kultur-, Medien- und Filmsoziologe

Gesprächsgast in Hamburg


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0"

„Arbeiten 4.0“ ist nicht nur inhaltlich, sondern auch aus einer dokumentarfilmischen Perspektive ein lohnenswertes Thema. Es knüpft an eine lange Tradition im Dokumentarfilm an, die sich schon immer der Thematik des Arbeitens in seinen vielfältigen Formen verpflichtet fühlte.

Online Vita

Klaus Ludwig Helf, Sozialwissenschaftler und Journalist, Medientrainer und Moderator

Gesprächsgast in Saarbrücken


Klaus Ludwig Helf (*1950) ist Sozialwissenschaftler und Journalist, Medientrainer und Moderator. Er lebt und arbeitet in Saarbrücken, zurzeit in der Studienförderung und als Dozent an der Fachhochschule für Verwaltung. Davor war er in folgenden Bereichen beschäftigt: politische und kulturelle Bildungsarbeit, Medien-und Kommunikationstraining, Medienkompetenz, Medien-und Filmdidaktik, cross-mediale journalistische Arbeiten, Medienpolitik, Bürgerkommunikation (freie Radios und Offene Kanäle)…Publikationen.

Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Die Arbeit der Zukunft wird vernetzter, digitaler und flexibler sein. Sie bringt uns Chancen, aber auch Risiken. «Arbeiten 4.0« knüpft an die aktuelle Diskussion über die vierte industrielle Revolution («Industrie 4.0«) an und stellt die Arbeitsformen und Arbeitsverhältnisse in der gesamten Arbeitswelt in den Mittelpunkt. Dabei stellen sich die folgenden dringenden Fragen: Wie wird die Arbeits- und Freizeitwelt aussehen? Welche Chancen für ein freieres und gerechteres Leben werden wir haben? Wie viele Menschen werden in Zukunft noch bezahlte Arbeit haben? Wer wird seinen Job verlieren? Was machen wir mit den Arbeitssuchenden? Wie gestalten wir das Bildungs- Qualifizierungssystem? Welche Kompetenzen sollen Kinder erlernen, in welche Lehre gehen oder was studieren, um für die Zukunft gerüstet zu sein? Was machen wir mit unserem Sozialsystem, das auf absehbare Zeit überfordert sein wird? Wie gehen wir mit der immer weiter auseinanderklaffenden Schere in der Einkommens- und Vermögensverteilung um? Die Konzentration finanzieller Mittel in wenigen Händen ist schon heute auf einem atemberaubenden Niveau. Wir wollen einen Weg zu einem gerechteren System finden und den Wohlstand umverteilen und allen Bürgern ein planes, auflagenfreies Einkommen zu geben z.B. über ein Grundeinkommen. Wir wollen ein Recht auf eine Arbeit, in der der Mensch Wertschätzung und Respekt erfährt, Arbeitsbedingungen, die er auch mitgestalten kann, ein Recht auf eine Arbeitsgestaltung, durch die seine Gesundheit und seine Persönlichkeit gefördert werden und ein Arbeitsentgelt, das seiner Leistung gerecht wird und ihm ein Leben in Würde ermöglicht (vgl. Grundsatzerklärung ver.di, 2010).

Prof. Dr. Dominik Henrich, Inhaber des Lehrstuhls für Angewandte Informatik 3 (Robotik und Eingebettete Systeme) an der Universität Bayreuth

Gesprächsgast in Bayreuth


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Prof. Dr. Dominik HENRICH absolvierte 1991 das Informatik-Diplom an der Universität Karlsruhe. Im Rahmen eines Stipendiums von 1992 bis 1994 im Graduiertenkolleg "Beherrschbarkeit komplexer Systeme" der Deutschen Forschungs-Gemeinschaft legte er seine Promotion ab. Von 1996 bis 1999 baute Prof. Henrich die Forschungsgruppe für "Parallelverarbeitung und Robotik" am Institut für Prozessrechentechnik, Automation und Robotik (IPR) auf und war Lehrbeauftragter an der Fakultät für Informatik der Universität Karlsruhe. In 1998 erhielt er ein STA Fellowship am Electrotechnical Laboratory des Ministry of International Trade and Industry (MITI), Japan. Von 1999 bis 2003 leitete er als Professor die Forschungsgruppe "Eingebettete Systeme und Robotik" im Fachbereich Informatik der Universität Kaiserslautern. Seit August 2003 hat er den Lehrstuhl für Angewandte Informatik III (Robotik und Eingebettete Systeme) an der Universität Bayreuth inne. Die Forschungsinteressen von Prof. Henrich umfassen Intuitive Roboterprogrammierung, Mensch/Roboter-Kollaboration, Bewegungsplanung, Raumüberwachung, Selbstadaptive Roboter, Sensorgestützte Handhabung, und Robotergestützte Chirurgie.

Website des Lehrstuhls für Angewandte Informatik der Uni Bayreuth
Online-Vita von Dominik Henrich
Publikationen

Rainer Hertwig, Theater- und Medienwissenschaftler, Kulturmanager und Projektleiter mehrwertzone.net

Gesprächsgast in Nürnberg


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Seit meinem Studium war ich im Laufe der Zeit in bestimmt mehr als einem halben Dutzend verschiedener kultur- und kreativwirtschaftlicher Berufe tätig, meist im Bereich der Darstellenden Kunst. Über die Jahre hat vor allem die Digitalisierung entscheidend dabei geholfen, operative Abläufe und die Kommunikation zu vereinfachen und zu optimieren. Wer in den 90ern bei Theaterfestivals noch ein schminkkoffergroßes tragbares Telefon dabei hatte, kann heute im Smartphone die ganze Organisation bei sich tragen. Die Inhalte selber haben sich dabei sehr viel weniger verändert als man meinen könnte. Durch den Aufbau der Plattform mehrwertzone.net, einem Portal für die regionale Kultur- und Kreativwirtschaft im Großraum Nürnberg schärfte sich mein Blick für die doch noch sehr unterschiedlichen Arbeits- und Produktionsbedingungen kreativer Berufe. Das Digitale ist in unterschiedlichem Ausmaß präsent, verändert aber immer stärker Vertrieb und Marketing, wie auch das Verhältnis zwischen Konsument und Produzent (Prosumer). Dabei gerät auch die grundsätzlich positive Freiheit und Selbstbestimmheit von Selbstständigen immer stärker unter Druck. Digitale Arbeitsvermittlungsplattformen sind ja tatsächlich keine Innovation, sondern schaffen nur ein kreatives Prekariat, das in vielen Branchen historisch schon überwunden schien. Letztlich befinden wir uns alle in einem gigantischen Freilandversuch ohne Versuchsleitung und mit offenem Ausgang.

Website von mehrwertzone

Eberhard Hertzsch, Beamter, Werkleiter des kommunalen Eigenbetriebs jenarbeit – Jobcenter der Stadt Jena

Gesprächsgast in Jena


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0"

Das digitale, ortsunabhängige, vernetzte  Arbeiten bietet große Chancen für die Gesellschaft, Prozesse schnell, effektiv und leistungsfähig zu gestalten. Andererseits werden einfache Arbeiten besonders bei der industriellen Wertschöpfung immer weniger und unterliegen einem globalen Wettbewerb.
Es wird deshalb zukünftig schwieriger, für Niedrigqualifizierte und Benachteiligte Arbeitsplätze zu finden. Deshalb ist es für die gesellschaftliche Entwicklung „Arbeit 4.0“ eine gesellschaftspolitische Herausforderung, alle Bevölkerungsschichten mitzunehmen.

Webseite von jenarbeit

Angelika Heyen, Landesmedienanstalt Thüringen

Gesprächsgast in Jena


Geboren 1969 in Aurich studierte Angelika Heyen von 1988 bis 1994 Sozialwissenschaften an der Georg August-Universität in Göttingen. Seit 1997 leitet sie den Bereich Programm, Medienforschung und Jugendmedienschutz in der Thüringer Landesmedienanstalt (TLM). Sie ist zudem Vorsitzende des Präsidiums der Deutschen Kindermedienstiftung GOLDENER SPATZ, Vorstandsmitglied im Verein Programmberatung für Eltern e. V. und Prüferin in der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM).

Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0"

Die neuen digitalen Medienwelten und Technologien bieten phantastische neue Möglichkeiten. Nie war es einfacher Informationen, Inhalte und Angebote aus der ganzen Welt zu nutzen - jederzeit und (fast) überall. Und nie war es leichter, sich mit Menschen auf der ganzen Welt auszutauschen und mit ihnen in Kontakt zu bleiben. Gleichzeitig stellen uns die neuen Medienwelten und Technologien jedoch auch vor große Herausforderungen: in Sachen Urheberrecht, Verwertung und Finanzierung, in Sachen Glaubwürdigkeit und Qualität, in Sachen Desinformation, Propaganda und Jugendschutz, in Sachen Big Data und Datenschutz. Wir alle müssen lernen, Angebote, Inhalte und Informationen im Netz bewusst, kompetent und kritisch auszuwählen, zu nutzen und zu bewerten. Sonst wird die Filter-Bubble, in der wir leben, immer kleiner.

Sebastian Hichert, Mitarbeiter beim Transfer- und Gründerzentrum der OvGU

Gesprächsgast in Magdeburg


Sebastian Hichert absolvierte an der Otto-von-Guericke Universität Magdeburg seinen Masterabschluss. Während des Studiums war er als Betreuer und Koordinator des FabLab ego.-Inkubators tätig wobei er potentiellen Existenzgründern den Umgang mit Maschinen der digitalen Fertigung beibrachte und bei fertigungstechnischen Fragen mit Rat und Tat zur Seite stand. Derzeit ist er am Transfer- und Gründerzentrum der OvGU angestellt, wo er zukünftigen Startups beim Entwurf, der Fertigung und Präsentation ihrer "minimum viable products" und Prototypen hilft.

Claudia Hilker, Unternehmensberaterin für digitale Marketing-Kommunikation und berät Unternehmen z.B. in Social Media, Content- / Video Marketing: Ziele, Positionierung, Story, Botschaften, Storyboard, Mediencoaching, Video-Produktion, -Promotion

Gesprächsgast in Düsseldorf


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Wir brauchen angesichts der Digitalisierung ein neues Leitbild mit Arbeiten 4.0, denn die digitale Transformation hat die Arbeitswelt stark verändert. Arbeiten 4.0 ist vernetzt, digital, flexibel und zeigt neue Perspektiven für die Zukunft auf durch technische Entwicklungen, gesellschaftliche Veränderungen und kultureller Wertewandel.

Die Erwartungen an die Arbeit sind gestiegen. Es gibt viele neue Lebensentwürfe, partnerschaftliche Rollenverteilungen, Wünsche zur Work-Life-Balance und somit viele individuelle Ansprüche an die Arbeitswelt. Arbeit 4.0 nutzt technische Möglichkeiten zur Neugestaltung der Lebens- und Arbeitswelt, um mehr Freiheiten zu gewinnen.

Warum funktionierten die alten Arbeitswelten (Arbeiten 1.0 bis 3.0) nicht mehr? Viele Angestellte sind frustriert, fühlen sich wie ein Rad in der Maschinerie von Konzernen. Um Mitarbeitern die Freude an ihrer Arbeit zurückzugeben, experimentieren viele Unternehmen mit innovativen Konzepten. Erforderlich ist allerdings eine komplette Neuorganisation:

  • Auflösung hierarchischer Strukturen
  • Gleichbehandlung aller Beschäftigten
  • Abbau von Kontrollen und Chefposten
  • eine Auswahl an Arbeitsplatz- / -zeitmodellen
  • digitaler Informationsaustausch in Echtzeit.


Was ist der Nutzen von Arbeiten 4.0? Von der verbesserten Atmosphäre am Arbeitsplatz profitieren alle. Mit digitalen Arbeitsmitteln kann man jederzeit von jedem Ort aus arbeiten. Dies eröffnet neue Freiräume für ein selbstbestimmtes Arbeiten und verbessert die Möglichkeiten, Arbeit, Familie und Freizeit flexibel nach individuellen Bedürfnissen zu gestalten.

Arbeiten 4.0 erfordert einen neuen Führungsstil. Arbeit 4.0 beeinflusst auch die Führung in Unternehmen. Mit den Generation X, Y, Z steigen die Anforderungen an Transparenz, Offenheit und Vernetzung in der Arbeitswelt. So verändern sich die Erwartungen an Führung. Führungskräfte benötigen neue Perspektiven, wenn sie gemeinsam mit den Jüngeren neue Lösungen für Führung im digitalen Zeitalter entwickeln. Sie fördern damit die Zukunftsfähigkeit, Reputation und Resilienz im Unternehmen und definieren neue Spielregeln für die digitale Arbeitswelt.

YouTube-Kanal von Hilker Consulting
Blog-Artikel: Arbeiten 4.0 - Warum die Digitalisierung eine neue Arbeitsweise erfordert
Artikel: YouTube - Video-Einsatz im Social-Media-Marketing
Artikel: Checkliste - Video-Marketing mit Tipps zur Produktion
Artikel: #Videos - Einsatzfelder und Nutzen im #SocialMedia #Marketing

Dr. Martin Hillebrecht, Maschinenbauingenieur, Leiter Competence Center, EDAG Engineering GmbH, Fulda 

Gesprächsgast in Frankfurt


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Generative Fertigung als Bestandteil der Industrie 4.0 wird die Anwendungsgebiete des "Rapid Prototyping" verlassen und die klassischen Fertigungsverfahren und konstruktiven Gestaltungsmöglichkeiten um eine weitere Dimension revolutionär erweitern. Generative Fertigung erlaubt sehr komplexe, funktionsintegrierte und hocheffiziente Strukturen, die mit anderen Fertigungsverfahren nicht herstellbar sind. Die gestalterischen Restriktionen aus den klassischen Fertigungsverfahren sind nur sehr gering. Sie erlaubt belastungsgerechte, multifunktionale und bionische Bauteilgestaltung bei optimierten Wandstärken und herausragenden Materialeigenschaften. Direkt aus den Datensätzen wird eine werkzeuglose und extrem flexible Fertigung ermöglicht. Dezentrale Fertigungsstrukturen ermöglichen Flexibilität und Effizienz in der zukünftigen Produktentstehung, die über eine reine Ersatzteilfertigung radikal hinausgehen wird. Fachwissen hinsichtlich der Herstellungs- und Entwicklungsprozesskette sind leider heute noch nicht oder zu wenig gebündelt. Durch die neuen, bionischen Gestaltungsmöglichkeiten kann auch die Anlagentechnik in Produktionsunternehmen wesentlich leichter und damit energieoptimiert betrieben werden: tendenziell leichtere Bauteile, leichtere Werkzeuge, leichtere Spanntechnik und kleinere Roboter. Erstmals bietet sich nun die Möglichkeit, zukünftig im industriellen Maßstab werkzeuglos und vorrichtungsarm komplexe Produkte variantenintensiv fertigen zu können. Pionierbranchen sind die Luftfahrt, Medizin- und Dentaltechnik, Maschinenbau und Automobilindustrie. Der Forschungs- und Entwicklungsbedarf ist nach wie vor enorm, um die technischen Potenziale zu erschließen und als Technologieführer Marktwachstum zu erzeugen.

Xing-Profil von Martin Hillebrecht
Webseite der EDAG Engineering GmbH

Prof. Dr. Hartmut Hirsch-Kreinsen, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät, TU Dortmund

Gesprächsgast in Dortmund


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Unstrittig ist, dass sich Arbeit mit dem fortschreitenden Einsatz digitaler Technologien in nahezu allen Sektoren und in Hinblick auf alle ihre relevanten Dimensionen nachhaltig wandeln wird. Allerdings wird die Frage, wie sich Arbeit verändern wird, gegenwärtig sehr unterschiedlich beantwortet: Einerseits finden sich skeptische Antworten, die Risiken wie hohe Arbeitsplatzverluste, Dequalifizierungsgefahren, neue Belastungen und vermehrte soziale Unsicherheit betonen. Andererseits finden sich aber auch optimistische Perspektiven, die Arbeitsplatzgewinne, steigende Ansprüche an Arbeit sowie eine generelle Aufwertung von Tätigkeiten und Qualifikationen sowie humane Forman der Arbeit erwarten. Ohne Frage bezeichnet diese Perspektive eine gesellschaftspolitisch sehr wünschenswerte Entwicklung.

Indes ist die Realisation humanorientierter Formen der Arbeit kein Selbstläufer. Vielmehr erfordert dies einen ganzheitlichen und strategisch angelegten Gestaltungsansatz und ein daran orientiertes Vorgehen. Als Gestaltungsansatz bietet sich hierfür der Rückgriff auf das Konzept des sozio-technischen Systems an. Diesem Konzept zu Folge geht es nicht um die Frage eines entweder Technik oder Mensch, sondern es geht um das Ziel einer aufeinander abgestimmten Gestaltung des sozio-technischen Gesamtsystems. Mit diesem Konzept wird der Gesamtzusammenhang eines Arbeitsprozesses mit seinen Elementen Mensch, Organisation und Technik in den Mittelpunkt der Betrachtung gestellt. Vor allem wird nicht allein nach den Wandlungsprozessen von Arbeit gefragt, sondern es werden ihre Interdependenzen mit Organisation und Technik betont. Denn humanorientierte Forman von Arbeit lassen sich nur im Zusammenspiel aller drei Elemente nachhaltig gestalten.

Ob dies indes gelingt und ob sich humanorientierte Arbeitsformen tatsächlich durchsetzen, ist naturgemäß abhängig von einer Vielzahl sozialer, politischer und ökonomischer Faktoren. Zu nennen sind hier vor allem die strategischen Entscheidungen des Managements und der Betriebsräte der Unternehmen. Andererseits sind aber auch die Wissenschaft, vor allem aber die Sozialpartner und die Politik gefragt. Deren Rolle sollte es unter anderem sein, eine breite Diskussion über eine gesellschaftspolitisch wünschenswerte Entwicklungsrichtung von Arbeit voranzutreiben. Die aktuelle Arbeit 4.0-Debatte bietet hierzu schon eine ganze Reihe von neuen Ideen und Erkenntnissen, die freilich systematisch gebündelt und präzisiert werden müssen.

Veröffentlichungen und Forschungsprojekte von Hartmut Hirsch-Kreinsen
Webseite des Forschungsgebiets Industrie- und Arbeitsforschung der TU-Dortmund

Uta Hirschler, Pröpstin der Ev.-luth. Propstei Braunschweig

Gesprächsgast in Braunschweig


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Digitalisierung verändert die Arbeitswelt. Daher begrüße ich den Diskurs darüber, wie wir in Zukunft arbeiten wollen und unter Wahrung der eigenen Gesundheit arbeiten können. Jedoch ist nicht nur die Arbeitswelt betroffen, denn längst hat sich auch die Lebenswelt der Menschen durch die Digitalisierung verändert.
Die Geschwindigkeit des digitalen Briefwechsels und ihr folgende Kommunikationsdichte und -qualität, Chancen und Risiken der Ortungsdienste oder die Freizeitangebote der digitalen Welt: Wenige Beispiele an denen sich schnell zeigen lässt, wie die Digitalisierung immer auch Auswirkungen auf die Beziehungen und die Beziehungsfähigkeit der Menschen hat.
Es ist daher unbedingt auch zu fragen, wie wir Menschen in Zukunft leben möchten. Dabei ist es wichtig, beides im Blick zu behalten: Die Auswirkungen, die sich für die persönliche Lebenswelt der Menschen ergeben und welche Chancen und Risiken für den Zusammenhalt der Gesellschaft dies bedeutet.
Die aktuellen Entwicklungen selbststeuernder Fahrzeuge veranschaulichen zudem beispielhaft die gar nicht so neue Frage, ob Menschen Maschinen steuern oder umgekehrt. Die Abhängigkeit von intelligenter, digitaler Technik bedeutet für viele Nutzer einen echten Kontrollverlust. Was auf den ersten Blick förderlich für die Weiterentwicklung der Spezies Mensch aussieht, kann auf den zweiten Blick das Gegenteil bedeuten. Es geht zunächst um Gestaltungsmöglichkeit, Autonomie und Macht. Aber es geht letztlich um die Frage, was das Menschsein ausmacht und ob es uns gelingt, die Digitalisierung so zu nutzen und zu begrenzen, dass uns ihre Folgen nicht die Lebendigkeit und Freiheit beschneiden.

Website der Propstei Braunschweig

Ing. Marcel Höcker, Geschäftsführender Gesellschafter der Firma HöRe in Waiblingen

Gesprächsgast in Gütersloh


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0"

Als Jungunternehmer ist die Ausrichtung zu „Arbeit/ Industrie 4.0“ für mich ein wesentlicher Bestandteil um zukünftig allen Anforderungen, in Entwicklung und Produktion, Gerecht zu werden.Die Fähigkeit innovative Produkte am Markt zu etablieren, setzt vor allem eine hohe Handlungsfähigkeit in der Umsetzung von Ideen voraus. Die Schnittstellen Computer und Maschine ermöglichen rasante Prototypenherstellungen wie beispielsweise in 3-D Druckern. Arbeit 4.0 bedeutet aber nicht nur Interaktion von Maschine zu Maschine, sondern auch insbesondere die verbesserte Kommunikation zwischen Mensch und der digitalen Welt. Diese medialen Kommunikationsmöglichkeiten bieten gerade neuen Unternehmen die Chance Märkte zu finden und zu bearbeiten.„Fortschritt liegt darin, den Schritt von Arbeit 3.0 hin zur Arbeit 4.0 zu gehen“

Martin Hoffmann, freiberuflicher Organisationsberater (Kommunikationsberatung, Moderation, Ausbildungsmarketing)

Gesprächsgast in Magdeburg


Langjährige Praxis in der non-formalen Bildungsarbeit im interkulturellen Kontext; starke Expertise in Team- und Projektarbeit; praktische Erfahrung in der Organisationsentwicklung; seit mehreren Jahren Trainer für Moderation, Führung, Gruppendynamik, Selbstentwicklung sowie Fundraising und Marketing; Berufserfahrung im Ausbildungsmarketing und im Campaign Management.

Internetauftritt von Martin Hoffmann

Hendrik Hofmann-Oertel, Diplom-Kaufmann; Abteilungsleiter und Prokurist; Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Thüringen, Erfurt

Gesprächsgast in Jena


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0"

Die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Thüringen unterstützt mit stillem Beteiligungskapital schon ab 10.000 Euro kleine und mittelständische Unternehmen. Die Digitalisierung der Arbeitswelt schreitet auch im Mittelstand voran. Vertriebs- und Beschaffungsprozesse ändern sich grundlegend. Durch unsere Expertise und unser Finanzierungsangebot ermöglichen wir jungen und etablierten Mittelständlern wichtige Zukunftsinvestitionen.

Webseite der MBG Thüringen

Simon Höher, Innovationsberater, Gründer .process und ThingsCon

Gesprächsgast in Dortmund


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Arbeiten 4.0 heißt für mich, robust sein. Zum Einen gegen Veränderungen und Überraschungen aus dem Umfeld: neue oder erweiterte Anforderungen an ein Produkt, eine Verschiebung von Erfolgskriterien oder anderen Faktoren für ein Projekt, ein neuer Kontext für eine Strategie. Oder ganz einfache ‚Unsicherheit‘ bei der Planung und Durchführung von Projekten, sei sie finanzieller inhaltlicher oder methodischer Art. Gleichzeitig glaube ich, dass Arbeit 4.0 auch Robustheit nach innen bedeutet: ich arbeite nur noch selten innerhalb von klassischen Organisationen oder festen Teams. Statt dessen gilt es oft, projekt- und aufgabenabhängig zu entscheiden, wer gerade dazu gehört, wer Kapazitäten mitbringt, und wer Verantwortung übernimmt.

Eine solche Robustheit kann natürlich durch agile und schlanke Prozesse gesteigert werden: Iteratives Arbeiten, schnelles und stetiges Umsetzen und Überprüfen von Annahmen und Prototypen, fokussierte und flexible Prozesse bilden so das Rückgrat für einen dynamischen Arbeitsprozess, der robust, also adaptiv, mit neuen Entwicklung umgehen kann. So entsteht ein Netzwerk aus Kollegen, Werkzeugen, Wissen, Orten und Themen, die sich immer wieder unterschiedlich verorten lassen.

Digitale Technologien sind für mich hier oft unverzichtbar, gerade wenn es darum geht, in dezentralen Teams, orts- und zeitunabhängige Entscheidungen zu treffen, zu kommunizieren und zu entwickeln. Gleichzeitig können sie natürlich immer nur Werkzeug und Mittel einer entsprechenden Arbeits-Kultur sein, die sich diese Prozesse zu eigen macht und prägt. Ich glaube, dass eine solche Kultur ausschlaggebend ist, für unsere Fähigkeit zu lernen, zu vermitteln, zu wachsen und zu gestalten. Eine herausfordernde und immer wieder erfrischende Aufgabe, die ich in meiner Arbeit nicht missen möchte.

Webseite von Simon Höher
Webseite von .process
Webseite von ThingsCon

Andreas Hörcher, Geschäftsführender Gesellschafter Finnwaa GmbH und Vorsitzender des Vorstands TowerByte eG

Gesprächsgast in Jena


Andreas Hörcher absolvierte ein Studium der Betriebswirtschaftslehre in Jena, 2006 gründete er die Finnwaa GmbH - Agentur für - Search & Social Media Advertising. 2007 wurde er ebenfalls Mitglied der TowerVenture eG, Im März 2010 wurde er in den Vorstand der TowerByte eG gewählt, dessen Vorsitz er seit 2015 inne hat. Er ist ebenfalls Dozent an der Leipzig School of Media, Initiator des Agenturnetzwerkes Socialmarketingagentur.com und der Beteiligungsgesellschaft Finseed GmbH.

Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Die Digitalisierung wird das Arbeiten der Zukunft weiter maßgebend beeinflussen, es werden sich dabei vor allem neue interessante Chancen ergeben. Um im globalen Wettbewerb bestehen zu können, müssen wir uns diesem Thema offen stellen und vor allem die positiven Aspekte in diesem spannenden Wandel sehen. 

Webseite von TowerByte
Webseite von Finnwaa
Xing-Profil von Andreas Hörcher
LinkedIn-Profil von Andreas Hörcher

Florian Horsch, Unternehmer – Gründer von HypeCask.com und SoupAndSocks.eu

Gesprächsgast in Bayreuth


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Egal ob Arbeiten 2.0, 3.0 oder 4.0 – für mich steht fest, dass es einen Arbeitsmodus jenseits des üblichen 9 to 5 Rhythmuses geben muss. Oft stößt das bloße Nachdenken über alternative Lebensmodelle bezüglich der eigenen Arbeitsgestaltung auf Unverständnis, Zweifel und die tief verwurzelte Grundannahme, dass sich hier möglicherweise jemand vor der Arbeit drücken will.

Das dem so nicht ist sehe ich jeden Tag (inklusive dem Wochenende) in meinem eigenen Startup und meinem Verein Soup and Socks e.V., in dem sich Menschen weit über einen gewöhnlichen Arbeitstag hinaus aufopfern und mit Herzblut einbringen. Warum ist das eigentlich so? Warum macht selbstbestimmtes Arbeiten mehr Spaß als für einen Shareholder-Value getriebene DAX-Konzern? Warum kann man von gemeinnütziger Arbeit dennoch nur schwer leben?

All diese Fragen stelle ich mir fortlaufend selbst und versuche gemeinsam mit anderen herauszufinden, wo unser Platz in der Gesellschaft und auf dieser Erde ist. In die Diskussion werde ich gerne eigene Erfahrungen aus meinem neuen Zuhause, die KAOS (Kreative Arbeitsgemeinschaft Oberschöneweide), meinem teils hektischen Startup Alltag und dem ehrenamtlichen Vereinsleben einbringen.

Website von HypeCask
Website von SoupAndSocks
Website von KAOS Berlin

Sophie Hubbe, Studentin des Studiengangs "Europäische Kulturgeschichte"

Gesprächsgast in Magdeburg


Ich bin 25 Jahre alt, schreibe gerade meine Masterarbeit im Studiengang "Europäische Kulturgeschichte" an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Vorher habe ich im Bachelor noch Germanistik und Politikwissenschaften in Magdeburg und an der FU Berlin studiert.

Neben dem Studium arbeite ich als freie Journalistin für verschiedene Plattformen, u.a. das Online-Debattenportal der Friedrich-Ebert-Stiftung. Ansonsten bin ich im Beirat der Jugendpresse Deutschland und arbeite als wissenschaftliche Hilfskraft am Institut für Geschichte der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg.

Beiträge von Sophie Hubbe auf dem Online-Debattenportal der Friedrich-Ebert-Stiftung

Sabine Hübner, Leiterin der Abteilung Arbeit, Zentrale Dienste im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Technologie des Landes Schleswig-Holstein

Gesprächsgast in Kiel


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0"

Mit der Erfahrung von fast 40 Jahren Erwerbstätigkeit  im Kopf, kann und mag ich heute auf die Möglichkeiten der Informationstechnologie in meinem Arbeitsalltag nicht mehr verzichten.
Nach dem Analysetool des BMAS gehöre ich in die Wertewelt „Sich in der Arbeit selbst verwirklichen“. Das Ergebnis hat mich nicht überrascht. Ich halte die These, dass es quer durch die Qualifikations- und Einkommensniveaus eine Ausdifferenzierung der Haltung gegenüber Erwerbsarbeit gibt, für zutreffend. Das ist eine Herausforderung für politisches Handeln – unterschiedliche Lebens- und Arbeitseinstellungen arbeitender Menschen zu ignorieren, sie über einen Kamm zu scheren, wäre Bevormundung. Gleichwohl: offenbar gibt es einen gesellschaftlichen Konsens hinsichtlich des Verständnisses von „guter Arbeit“ – die breite Zustimmung zur Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns hat das gezeigt.
Politik braucht sensible Sensoren für Handlungsbedarfe und kann dafür auf die Möglichkeiten der sozialen Netze zurückgreifen.
Zwei Entwicklungsprozesse interessieren mich besonders: Wie verändern sich im Kontext Arbeiten 4.0 die Anforderungen an Hierarchie und Führung?
Ändert sich/wie ändert sich die „Arbeitnehmer-Rolle“?  Gibt es eine Entwicklung hin zum Arbeitskraft-Unternehmer? Gar zum Unternehmensbürger? Was spielt sich ab auf dem wachsenden Feld der Soloselbstständigkeit?

Webseite des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Technologie
Webseite der Fachkräfteinitiative "Zukunft im Norden"

Helmut Hubrich (Dipl. Ing. (FH)), Geschäftsführer

Gesprächsgast in Nürnberg


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Die BFI Unternehmensgruppe ist seit 18 Jahren im Bereich IT tätig. Seit der Gründung der CHH IT Solutions GmbH beschäftigen wir uns intensiv mit den Themen 3D Druck und 3D Scan. Mit unseren Lösungen konnten wir die Fertigungsprozesse in zahlreichen Unternehmen im Bereich der Prototypen nachweislich optimieren. Neben der Beratung und dem Auftragsdruck entwickeln wir gemeinsam mit unserer BFI Software GmbH Lösungen, die eine Optimierung und Verschmelzung der verschiedenen Herstellungsprozesse von Insellösungen in eine ganzheitliche Lösung überführen.

Website von 3D-Drucker Vertrieb CHH IT
Website der BFI Unternehmensgruppe

Dr. Norbert Huchler, Wissenschaftler, Arbeitssoziologe; Wissenschaftler und Mitglied des Vorstands am Institut für Sozialwissenschaftliche Forschung e.V. – ISF München

Gesprächsgast in München


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0"

Wenn Arbeit zunehmend vernetzt und digitalisiert wird, soll der Mensch im Mittelpunkt stehen. Was bedeutet das konkret für die Arbeits- und Technikgestaltung? Um hier mehr Klarheit zu bekommen, muss gegen den aktuellen Strom gedacht werden und systematisch die Grenzen der Digitalisierung erforscht werden. Diese liegen bei der „Nicht-Formalisierbarkeit“ bestimmter Aspekte menschlichen Handelns. Erst ein solcher Zugang gibt den Blick frei für die Entfaltung der Potenziale sowohl der Technik wie auch des Menschen und deren komplementären Verbindung. Arbeit 4.0 sollte nicht zurückfallen in die Vorstellung, den Menschen zu ersetzen, sondern an bestehenden Erkenntnissen anknüpfen und den Menschen dazu verhelfen, sein Potenzial zu entfalten.

Online-Vita von Norbert Huchler

Projekt MiMiK

Prof. Dr. Manfred Hülsken-Giesler, Pflegewissenschaftler, Professor für Gemeindenahe Pflege an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar (PTHV), Prodekan der Pflegewissenschaftlichen Fakultät der PTHV

Gesprächsgast in Koblenz


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0"

Arbeiten 4.0 birgt viele Chancen der Neugestaltung von Arbeitsprozessen, daneben aber auch gesellschaftliche Herausforderungen. Geht es um die Umsetzung im Bereich personenbezogener Dienstleistungen ist die Verschränkung von personeller und technischer Unterstützung durch Digitalisierung besonders intensiv zu diskutieren. Im Bereich der Pflege werden die Möglichkeiten und Grenzen der Digitalisierung derzeit über zahlreiche Projekte erprobt. Wie weit reichend technische Assistenz- oder Robotersysteme die Pflegearbeit zukünftig unterstützen, ergänzen oder gar übernehmen sollen, darf dabei nicht vorrangig über wirtschaftliche Aspekte entschieden werden. Vielmehr ist eine gesamtgesellschaftliche Diskussion voranzutreiben und entlang der jeweiligen technischen Möglichkeiten zu verstetigen, die das Verhältnis von Mensch und Technik in Kontexten der Pflegearbeit immer wieder neu auslotet.

Online-Vita von Manfred Hülsken-Giesler

Thorsten Jahnke, Co-Founder Social Impact gGmbH, Leitung Social Impact Lab Potsdam

Gesprächsgast in Potsdam


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Die Zukunft der Arbeit liegt in meiner Stadt weil...

... Potsdam Tradition und Moderne, Nähe zu Urbanität und Ländlichkeit, Familien und Solisten, Bewegung und Beharrlichkeit vereint.

Die Arbeitswelt der Zukunft wird geprägt sein durch...

... eine stärkere Orientierung an individuell oder gesellschaftlich Sinn stiftender Arbeit sowie eine Versöhnung der digitalen und realen Welten.

Arbeiten 4.0 bedeutet für mich...

... die großen Chancen von Digitalisierung, Individualisierung und Flexibilität zu nutzen ohne die Risiken der Bildungsscheren, digitalen Vereinsamungen und persönlichen Orientierungslosigkeiten auszublenden.

Webseite von Social Impact
Webseite von Gründungswerkstatt Enterprise
Publikation "Praxisleitfaden Soziales Unternehmertum" in der Mediathek des BMWI
Online-Vita von Thorsten Jahnke

Thomas Jander, Historiker / wissenschaftlicher Mitarbeiter und Ausstellungskurator

Gesprächsgast in Dortmund


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Wie auch im Alltagsleben rücken Mensch und Maschine in den zukünftigen Arbeitswelten enger zusammen. Vor allem in der Mensch-Roboter-Kollaboration zeichnet sich schon heute die Entwicklung ab, dass flexible und mobile Systeme mit dem Mensch als Werker an einem Platz gemeinsam - „Hand in Hand“ – arbeiten. Intelligente Maschinen in Zukunft komplexe Prozesse verrichten können und immer unabhängiger von unmittelbarer menschlicher Steuerung sein.

Zwar lassen einige Prognosen und Studien befürchten, dass die Berufswelt starke Erschütterungen und Verwerfungen erfahren wird. Doch hat sich in der Vergangenheit immer wieder gezeigt, dass mit Automation und Digitalisierung neue Berufsfelder entstanden sind. Es hat sich aber auch gezeigt, dass mit stärkerer Automatisierung der Arbeitswelt auch der Spezialisierungsdruck auf die Menschen zunimmt, so dass Arbeiten „4.0“ Bildung „4.0“ voraussetzt bzw. fordert.

Herausgefordert werden die verantwortlichen, v.a. staatlichen und Akteure sein, die Zugangsvoraussetzungen (Bildung, Weiterbildung) für die veränderten Arbeitsmärkte zu unterstützen und danach wird sich zeigen, wie stark die Segregation, also die Aufsplitterung der Gesellschaft in Teilhabende und Abgehängte, sein wird.

Die größte Herausforderung wird sein, in arbeitspolitischer Sicht mit der technologischen Entwicklung Schritt zu halten.

Webseite der Sonderausstellung "Die Roboter" im DASA

Steffen Jany, Projektleiter und Designer bei KNO und fühlt sich zwischen Statistiken und der Creative Suite ganz wie zu Hause

Gesprächsgast in Magdeburg


Steffen Jany wurde 1981 in Schönebeck geboren. 2010 hat er sein Magisterstudium an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg mit den Schwerpunkten professionelle Beratung, Teamentwicklung & -Management und Civil Education abgeschlossen. Seit 2005 arbeitet er freiberuflich als Referent mit regionalen und überregionalen Bildungsträgern zusammen und wirkte in diesem Zusammenhang unter anderem an Konzeption, Gestaltung und Durchführung von verschiedenen Kampagnen und Events mit. Steffen ist Projektleiter und Designer bei KNO und fühlt sich zwischen Statistiken und der Creative Suite ganz wie zu Hause.

Mandy Jochmann, freie Kommunikationsdesignerin Print & Digital; Bloggerin bei Go Girl! Run!, Schwerpunktthemen Laufen, Triathlon, Reisen; Buchautorin bei GET READY TO RUN; Gründungsmitglied bei TRAVEL BLOGGERS UNITED (Zusammenschluss von 10 Reisebloggern); Gründungsmitglied bei MADE IN BANGLADESH e.V. (Entwicklungshilfeverein)

Gesprächsgast in Rostock


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0"

Arbeiten 4.0 bedeutet für mich persönlich, dass ich viel selbstbestimmter und vor allem ortsunabhängig arbeiten kann. Im Rahmen neuer Technologien und vor allem der Möglichkeiten, die das Internet der Arbeitswelt mittlerweile bietet, ist es möglich, unabhängiger und/oder im Austausch mit Gleichgesinnten Ideen entwickeln und sie zu verwirklichen zu können. Sei es das Onlinebusiness, das theoretisch keinen Firmensitz mehr braucht, weil alle Mitarbeiter global und damit von überall aus agieren können, oder auch analoge Produkte, die beispielsweise mit Hilfe von Crowdfunding finanziert werden.
In meinem Arbeitsalltag bedeutet es, dass ich hauptsächlich Online arbeite. Ich kommuniziere mit meinen Kunden digital, verkaufe Onlineprodukte und - dienstleistungen, schreibe auf einem Onlineblog und kann somit von überall auf der Welt aus arbeiten. Das bietet mir die Möglichkeit mich ausgeprägter als je zuvor mit meiner Tätigkeit selbst zu verwirklichen. Zum Teil verwischen damit die Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben und wir sozusagen ein neuer Lifestyle.

Webseite von Mandy Jochmann
Webseite von Go Girl! Run!

Instagram-Account von Go Girl! Run!
Webseite von GET READY TO RUN

Lars Johansen, Kabarettist, Vorstand Offener Kanal Magdeburg e.V., Vereinsvorsitzender ARTist! e.V.

Gesprächsgast in Magdeburg


Seit 1982 stehe ich auf der Bühne und spiele Kabarett und Theater. Von 1986 bis 1992 absolvierte ich an der Justus-Liebig-Universität in Gießen ein Studium der Angewandten Theaterwissenschaften, welches ich mit dem Diplom abschloss. Seit 1994 bin ich Kabarettist und Autor bei dem Kabarett "Die Kugelblitze" in Magdeburg. Außerdem schreibe ich auch für andere Kabaretts, - u.a. Kiebitzensteiner, Leipziger Pfeffermühle - für das Radio, für Fernsehen und verschiedene Zeitungen. Dazu kommen seit 2007 seine monatliche, landesweit ausgestrahlte Talkshow "Johansen - Der Talk" im Offenen Kanal Magdeburg und regelmäßige Tätigkeiten als Moderator (unter anderem für die Friedrich-Ebert-Stiftung, die Universität Magdeburg, den DGB u.a.). Und seit diesem Jahr bin ich immer donnerstags mit "Lars' Bastelbude" bei MDR SACHSEN-ANHALT zu hören. Außerdem bin ich Vorsitzender des Offenen Kanal e.V. Magdeburg und des ARTist e.V, im Vorstand der LASSA (Landesarbeitsgemeinschaft soziokultureller Zentren Sachsen-Anhalts) und war Delegierter beim Kulturkonvent 2013.

"Lars' Bastelbude" bei MDR SACHSEN-ANHALT
Xing-Profil von Lars Johansen

Ansgar Jonietz, Geschäftsführer „Was hab‘ ich?“ gGmbH

Gesprächsgast in Dresden


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0"

Kann ich hinter dem Produkt oder der Dienstleistung stehen, an der ich arbeite? Wird meine Arbeit wertgeschätzt? Habe ich nette Kollegen? Macht mir meine Arbeit Spaß? – Fragen, die im Berufsleben zunehmend gestellt werden. Eine Arbeit, die gedanklich nur aus dem Abwarten auf den Feierabend, das Wochenende oder den nächsten Urlaub besteht ist zwar oft Realität, aber weder für Arbeitgeber noch für Arbeitnehmer erstrebenswert.

Eine wesentliche Anforderung an das Arbeiten 4.0 ist daher eine erfüllende Tätigkeit. Der Wunsch nach einer sinnstiftenden Aufgabe wird immer wichtiger – die „alten“ Kriterien für einen guten Job wie Gehalt und Aufstiegschancen verlieren an Bedeutung. Verantwortung zu tragen wird als Herausforderung statt als Belastung wahrgenommen.

Website von Was hab ich?
Website von Befund Dolmetscher
Website von Patientenbrief
Website von Ansgar Jonietz

Tim Jonischkat, freiberuflicher Software-Ingenieur & Filmemacher, Autor & Regisseur des Films „Digitale Nomaden – Deutschland zieht aus“

Gesprächsgast in München, JenaHannoverPotsdamTübingenDortmund, Kiel und Nürnberg


Tim Jonischkat, 29, gebürtiger Bochumer. Er studierte bis 2010 in Duisburg-Essen Software Systems Engineering, weil es seine Familie so wollte. Seine Liebe zur Gestaltung und zum Filmemachen hat er erst danach wieder ausgegraben und neben anderen Projekten mit Thorsten Kolsch seinen ersten Dokumentarfilm produziert. Nach einigen beruflichen Veränderungen und seinem Umzug nach Hamburg ist er nun glücklicher, freiberuflicher Software-Ingenieur und liebt es, nach der Arbeit nochmal kurz mit dem Fahrrad durch die Hafencity zu fahren. Für die Zukunft plant er, das Leben als Digitaler Nomade auch mal für sich selbst auszuprobieren.

Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0"

Er findet es schade, dass in Deutschland noch so viel wert auf die Anwesenheit im Büro gelegt wird. Als Ingenieur sieht er sich als Macher – und fühlt sich von Manager-gesteuerten Tagesabläufen voller Meetings eingeschränkt. Für den großen Anteil deutscher Wissensarbeiter sollte es in Zukunft sehr viel flexiblere Arbeitsmodelle geben. Denn so lange man für Urlaubstage eine Strichliste führen muss und man an allen anderen Tagen von 9 bis 5 im Büro erwartet wird, bleibt er lieber Freiberufler.

Webseite von Tim Jonischkat
Webseite von "Digitale Nomaden"
LinkedIn-Profil von Tim Jonischkat

Marco Junk, Geschäftsführer Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V.

Gesprächsgast in Düsseldorf


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Die Veränderung unserer Lebenswelt macht vor der Arbeitswelt nicht halt: Nicht etwas wegen technischer Gadgets, sondern weil die Menschen so arbeiten möchten, wie sie leben: Vernetzt, zeit- und ortsunabhängig, flexibel. Dabei verschwimmen die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit Zusehens und damit auch die vielbeschworene Work-Live-Balance, die ein Relikt eines überkommenden Verständnisses von Arbeit ist, in dem Sinne, hier etwas zu geben – Arbeitskraft und Zeit – um etwas zu erhalten, Freizeit und Geld. Wahre High-Potentials suchen nicht diesen Deal, sondern eine erfüllende Verbindung von beidem. Diese zu bieten ist heute entscheidend im Ringen um die besten Talente.

Website von BVDW

Emil Kabisch, Gründer / Web Design und Marketing

Gesprächsgast in Karlsruhe


Emil Kabisch ist Teil des vierköpfigen Gründerteams von store2be, einem Online-Marktplatz für Verkaufs- und Promotionflächen im stationären Einzelhandel. Das Startup wurde im Sommer 2015 von Studenten der WHU Vallendar und des KIT in Karlsruhe gegründet. Das Team möchte den Gedanken der Sharing Economy in den Einzelhandel übertragen, indem es Produkte und Marken auf die richtigen Verkaufsflächen im Einzelhandel und dadurch zum richtigen Endkunden bringt.

Seit Beginn seines Studiums beschäftigt sich Emil Kabisch mit dem Gründungsgedanken und baute als ehrenamtlicher Vorstand die Hochschulgruppe 'PionierGarage e.V.' am Karlsruher Institut für Technologie mit auf. Bereits während seines Studiums entwickelte und verkaufte er seine erste Website und wurde Mitgründer einer Personal Branding Plattform, welche von einem dreiköpfigen Team aus Köln, Berlin und Karlsruhe entwickelt wurde. Im Herbst 2015 schloss der 24-Jährige sein Studium der Fachrichtung Wirtschaftsingenieurwesen ab und widmet sich nun der Gründung von store2be.

Das Team von store2be begann mit der Umsetzung der Idee, während einer der Gründer sich im Auslandssemester in Spanien befand und die anderen Gründer in Vallendar und Karlsruhe verteilt lebten. Inzwischen teilt sich store2be das Loft-Büro des CyberLab-Inkubators mit anderen Startups in der ehemaligen Hoepfner-Brauerei und arbeitet gerne auch mal aus Zügen, Fernbussen oder aus dem Ausland für das Projekt.

Internetauftritt von Emil Kabisch auf brandme.io

Dipl.-Designer Hannes Käfer, Leiter des digitalen Produktionszentrum der Hochschule der Bildenden Künste Saar, freier Mitarbeiter bei K8 Institut für strategische Ästhetik

Gesprächsgast in Saarbrücken


Kurz-Vita

geb. 1975 in Weinheim
1996-98  Ausbildung zum Tischler, Eschringen
1998-99 Ausbildung zum Gestalter im Handwerk, Ebern
1999-2001  Studium Architektur an der TU Darmstadt
2001-06  Studium Produktdesign an der HBKSaar
2006  Diplom
Seit 2004 freier Mitarbeiter „Brandolini Büro für Gestaltung“
Seit 2006 freischaffender Designer in Saarbrücken
2008-12 Leiter der Modellbauwerkstatt an der HBKSaar
Seit 2012 Leiter des Digitalen Produktionszentrums an der HBKSaar
Seit 2015 freier Mitarbeiter bei K8 Institut für strategische Ästhetik

Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Arbeit 4.0 oder Leben und Arbeiten in der digitalen Gesellschaft
Bei der Digitalisierung 4.0 geht es um die Vernetzung automatisierter globaler Prozesse untereinander in Echtzeit.
Um Welten zu verstehen, muss man Welten bauen.
Könnte einer der Leitsätze sein um sich an das Thema Arbeit 4.0 anzunähern.
Ich glaube wir müssen uns auf unterschiedlichen Ebenen mit der Zukunftsvision einer Welt informatisierter und vernetzter Dinge und Prozesse auseinandersetzen.
Im Zentrum dieser Auseinandersetzung steht für mich das Experimentieren mit konkreten Möglichkeiten der künstlerischen und technologischen Mitgestaltung einer solchen Welt.
Ziel sollte sein ein menschenzentriertes Leitbild für die Umsetzung von Arbeit 4.0, kein technik- oder marktzentriertes Leitbild, zu entwickeln. Auch der Innovationsbegriff sollte, in einer solchen Auseinandersetzung, sich nicht alleine auf technologische Innovation begrenzen, viel wichtiger ist die Frage nach sozialen, gesellschaftlichen Innovationen die durch Digitalisierung 4.0 unterstützt und entwickelt werden können.

Webseite der HBK Saar
Webseite des digitalen Produktionszentrums der HBK Saar

Prof. Dr. Franz Kaiser, Direktor des Instituts für Berufspädagogik an der Philosophische Fakultät / Universität Rostock

Gesprächsgast in Rostock


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0"

Der Film fokussiert auf neue Arbeitsformen und Kooperation in der Arbeit, die sich nicht an Verdienst oder Komfort als Anreiz orientieren, als vielmehr an Sinn und Zufriedenheit. Er zeichnet zu Beginn etwas schwarz-weiß den Wandel von der hierarchisch-industriellen Produktion (die Vielzahl der mittelständischen Wirtschaftsstrukturen ignorierend) zur flexiblen, partizipationsorientierten Produktion. Die Mitbestimmungsorientierung und Partizipation der Beispiele gleicht dem Ansatz, der bereits in den 1960er Jahren von Klaus Hoppmann in Siegen eingeführt wurde und bis heute besteht. Eindrucksvoll sind aber die Beispiele aus der öffentlichen Verwaltung. Leider geht er zu wenig auf die Schattenseite dieser neuen Formen ein, die sich in der Entgrenzung von Arbeit zeigen.

Webseite des Lehrstuhls
Publikationen von Franz Kaiser
Interview mit Franz Kaiser

Jennifer Kaiser, Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der TH Nürnberg

Gesprächsgast in Nürnberg


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Die Digitalisierung in sämtlichen Lebensbereichen, ob privat oder im Unternehmen, ist allgegenwärtig. Zukünftig werden digitale Technologien, wie Big Data, Cloud Computing und Industrie 4.0 komplette Geschäftsfelder- und Unternehmensstrukturen verändern. Auch Mitarbeiter und Führungskräfte müssen sich diesem Wandel anpassen. Ihnen werden neue Qualifikationen und Kompetenzen abverlangt. Viele Berufsbilder werden sich durch die Digitalisierung verändern. Bildung und Weiterbildung werden aus diesem Grund zu einem wichtigen Anlagevermögen und lebenslanges Lernen war nie so stark von Bedeutung wie heute.

Xing-Profil von Jennifer Kaiser

Isabell Kämmerle, Abteilungsleitung Pflege, Altenhilfe Tübingen gGmbH

Gesprächsgast in Tübingen


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Vernetztes Arbeiten kann unser Leben erleichtern, doch ist  das auch sehr kritisch zu sehen, da der Anspruch, immer und überall präsent zu sein, damit einhergeht und einige aufgrund geringem Bildungsstand nicht mehr mithalten können. 

Auch die Weiterentwicklung der Pflege verlangt  zunehmend mehr Fachkenntnis und Organisationsgeschick, dies alles bei einem hohen Zeitdruck und hohen persönlichen Erwartungen seitens Patienten und Angehörigen. Durch die Technisierung wird der direkte Patientenkontakt geringer. Assistenzsysteme können dies nur begrenzt ersetzen. 

Das angestrebte, völlig flexible Arbeiten ist  in der Pflege nicht möglich, da Menschen über 24 Stunden hinweg betreut und gepflegt werden müssen. Die Arbeitszeiten werden zunehmend unattraktiver, da soziale Kontakte mit den Dienstzeiten oft nicht gut vereinbart werden können und in der jungen Generation viel stärker auf  die Work-Life- Balance geachtet wird. 

Webseite von Altenhilfe Tübingen

Reinhard Karger, Unternehmenssprecher, Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz, DFKI GmbH Präsident, Deutsche Gesellschaft für Information und Wissen, DGI

Gesprächsgast in Saarbrücken


Reinhard Karger (1961), M.A., studierte theoretische Linguistik in Wuppertal, war Assistent am Lehrstuhl Computerlinguistik der Universität des Saarlandes, wechselte 1993 zum Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz, DFKI, in Saarbrücken, für das er bis heute arbeitet. 1993-2000 war er Projektmanager für das weltgrößte Sprachtechnologieprojekt „Verbmobil - Multilinguale Verarbeitung von Spontansprache“. Seit 2000 leitet er die Unternehmens¬kommunikation des DFKI; seit 2011 ist er Unternehmenssprecher des DFKI.

Reinhard Karger ist aktiv in der Jury von „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“, Mitglied des Bundesverbands deutscher Pressesprecher (BdP) und seit Mai 2014 Präsident der Deutschen Gesellschaft für Information und Wissen e.V. (DGI).

Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Menschen und Roboter werden in gemischten Teams Aufgaben erfüllen, Ziele erreichen, aufeinander bezogen agieren - aber nie gleichwertig sein. Denn der Mensch sucht immer den Menschen. Was bedeuten die technologischen Innovationen für die Sozialpartnerschaft und das Verhältnis von Mensch und Maschine?

Die exponentielle Leistungssteigerung der Hardware, der Preisverfall bei Sensorik, die Überwindung des Medienbruchs durch Digitalisierung, die Erfolge von maschinellen Lernverfahren, die flächendeckende Vernetzung haben in der Kombination mittlerweile Systeme ermöglicht, die die vor 60 Jahren diskutierten Gründungsziele der KI, die Simulation von menschlichen Wissensfähigkeiten, in erreichbare Nähe rücken: Spracherkennung, sprach- und bildverstehende Systeme, maschinelle Übersetzung, autonome Systeme.

Im Kontext Arbeit 4.0: Menschen und Roboter, die gemeinsam produzieren, aber eben auch im Bereich der Pflege kooperieren, existieren bereits heute prototypisch, werden intensiv weiter entwickelt und in den kommenden Jahren Serienreife erreichen. Doch der digitale Wandel polarisiert. Die Beständigkeit der Tradition wird durch den beständigen Wandel abgelöst. Die Disruptivität bestärkt die Skeptiker. Die Radikalität des Erfolgs bestätigt die Optimisten. Und die Entschleuniger mahnen, dass die Geschwindigkeit sozio-kulturelle Nervosität erzeugt - digitale Neurasthenie. Der Mensch ist konfrontiert mit dem fortschreitenden Verlust von geborgener Vertrautheit, der sich immer einstellt, wenn das Drehmoment der Innovation sprunghaft zunimmt.

Welche persönliche Grundhaltung sollten wir entwickeln, damit wir unsere emotional befriedigende Teilhabe an der Gegenwart erhalten? Wir müssen alte Kulturtechniken neu lernen. Sehr weit oben: Informationskompetenz! Nicht Medien- oder Gadget-Kompetenz, nicht Handhabung und Bediendetails, sondern: Urteilsfähigkeit, Information im situativen Kontext verstehen und mit politischer Perspektive bewerten. Und noch wichtiger: Neugier als generelle Lebenseinstellung kultivieren, nicht als naives Vorrecht der Jugend, sondern als emotionale Grundlage für die Teilhabe an der sich rasant verändernden Gegenwart. Die Geschwindigkeit der technologischen Innovation und die Durchdringung sämtlicher Lebensbereiche ist nur für den Neugierigen ein lebensbejahender und kreativer Prozess. Neugier wird zur charakterlichen Schlüsselkompetenz, verwandelt selbst Risiken zum Material für neue Ideen. Der Wissensbürger ist immer Novize - Neugier seine Grundhaltung.

Xing-Profil von Reinhard Karger



Webseite der DGI

Foto: André Mailänder

Christian Karsch, M.A., TV-Produzent, Moderator, Autor und Dozent; Moderation und Experte Podiumsgespräch in Saarbrücken

Gesprächsgast in Saarbrücken


Seit 2008 TV-Produzent u.a. für die ProSiebenSat1. Media AG, Moderator, Host und Reporter u.a. für das Wissensmagazin Galileo/ ProSieben, Redaktionsleiter und Geschäftsführer der TV-Produktionsfirma karsch-media GmbH; Autor diverser TV-Formate (u.a. Galileo, Taff, BrokenComedy, Abenteuer Leben);  freiberuflicher Dozent u.a. an der Universität Trier – Medienwissenschaften; 2008 Studienabschluss Magister Artium der Medienwissenschaften; 2002 neben Studium Volontariat zum Videojournalisten mit anschließender freiberuflichen Tätigkeit als TV-Moderator und -Produzent; 2004 Gewinn des deutschen Regionalfernsehpreises für eine TV-Comedy-Sendung.

Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Die fortschreitende Digitalisierung macht sich gerade auch in der Medienbranche bemerkbar. Der Aufwand, fertige Bewegtbildinhalte z.B. auf Videoplattformen wie YouTube einer Weltöffentlichkeit zugänglich zu machen, ist mittlerweile so gering, dass jeder, der einen Onlinezugang und z.B. ein Smartphone hat, zum Sender geworden ist. Da eine hohe Reichweite immer auch eine gewisse Verantwortung für das eigene Handeln mit sich bringt, ist eine mediale Aufklärungsarbeit somit nicht nur bei den Rezipienten, sondern eben auch bei neuen Medienschaffenden wie z.B. YouTube-Stars sinnvoll, die mit dem Medium ernsthaft arbeiten wollen. Es stellt sich die Frage, wie sich die traditionellen Medien, die ebenfalls diese neuen Möglichkeiten des vernetzten Arbeitens 4.0. nutzen, mit einer solchen Co-Existenz entwickeln werden.

Webseite von Christian Karsch (Moderator)

Webseite von Christian Karsch (Produzent)

Dr. Alois Kastner-Maresch

Gesprächsgast in Bayreuth


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

An jedem Ort und zu jeder Zeit kann gearbeitet werden. Um Mitarbeiter zu gewinnen und zu halten, muss die Arbeitsumgebung und –ausstattung attraktiv sein. Soziale Netzwerke werden für das zwangloses Teilen von Wissen genutzt. Mit “Internet of Things” können alle Arbeitsgeräte automatisch einbucht werden. Teams finden sich flexibel zusammen, unterstützt durch die jeweils passende Technik. Moderne Innovationsräume fördern Kreativität und nutzen dazu netzbasierte Moderationsysteme. Die Nutzeroberflächen von IT-Systemen werden modern und profitieren von den Systemen im Consumer-Bereich. Der Arbeitsplatz der Zukunft unterstützt Agilität, Kreativität und Effektivität sowie Effizienz in optimaler Art und Weise und schafft dadurch eine hohe Zufriedenheit. Mitarbeiter werden nahtlos und transparent in Prozesse eingebunden und erfahren dadurch eine hohe Wertschätzung ihres Beitrages.

Website von Living Apps
Website von Begeisterungsmomente

LinkedIn-Profil von Alois Kastner-Maresch

Falko Kellner, Geschäftsführer appkellner UG

Gesprächsgast in Kiel


Kurzer CV

Nach Abschluss des Studiums gründete ich mein erstes Startup im Bereich 3D-Filmkameratechnik. Als kleines Team eine innovative Idee zu entwickeln und bis zur Marktreife zu führen, war eine spannende Erfahrung. Heute habe ich eine kleine Softwarefirma, die nur noch gelegentlich mit Kameras zu tun hat, wohl aber mit digitalen Medien und Vernetzung. Die Firma selbst funktioniert ebenso fast ausschließlich über Vernetzung, denn meine Programmierer und Partner sitzen in Kiel, Berlin, München und Köln. Wir arbeiten mit Online-Tools um die Arbeit zu koordinieren.

Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0"

Arbeiten 4.0 bedeutet für mich, flexibel dort zu arbeiten wo ich möchte. Die immer größere Vernetzung sorgt für Möglichkeiten, kostengünstig selbst international an Projekten zu arbeiten. Die zur Verfügung stehenden Mittel in der Softwareentwicklung ermöglichen eine nie da gewesene Effizienz durch Planung, Verwaltung und Koordination. Diese Mittel müssen auch kleinen Unternehmen, Freiberuflern und gerade Start-Ups kostengünstig zur Verfügung gestellt werden, damit diese schnell wachsen und ihre Ziele erreichen können.

Webseite appkellner.de

Michael Kessler, Geschäftsführer Energieheld GmbH

Gesprächsgast in Hannover


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Für mich bedeutet Arbeiten 4.0 für diejenigen Branchen effiziente und digitale Prozesse zu schaffen, die in dieser Hinsicht noch rückständig sind. Außerdem ein konstruktives Zusammenarbeiten in einem dynamischen Team, bei dem die Interessen eines jeden Einzelnen gewahrt werden und man sich bei allen Herausforderungen gegenseitig unterstützt.

Webseite von Energieheld

Christiane Kilian, Projektleiterin Innovative Gründungen, Innovations- und Gründungsexpertin

Gesprächsgast in Jena


Christiane Kilian ist Projektleiterin des Projekts „ThEx innovativ“ bei der Stiftung für Technologie, Innovation und Forschung Thüringen. Seit 6 Jahren begleitet sie innovative Gründungen in Thüringen und darüber hinaus. Ihre Schwerpunkte liegen dabei in den Bereichen: Geschäftsmodellentwicklung, Strategische Beratung, Trendanalysen, Innovations- und Technologiemanagement und Wissenstransfer.

Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Was machen wir in 2/3/5/10/20 Jahren?
Wie arbeiten wir in 2/3/5/10/20 Jahren?
Wie leben wir 2/3/5/10/20 Jahren?
Was sind unsere drei wichtigsten Bedürfnisse in 2/3/5/10/20 Jahren?
Was bestimmt den Zeitgeist in 2/3/5/10/20 Jahren?
Welche Technologie bestimmt unser Leben in 2/3/5/10/20 Jahren?
Wie sieht unsere Gesellschaft in 2/3/ 5/10/20 Jahren aus?

Welche Antworten haben wir?

Informationen zu ThEx innovativ bei der Stiftung für Technologie, Innovation und Forschung Thüringen

Susan Kindler, Inhaberin KindlerCoaching; Dipl. Kommunikationswirtin, Business Coach, Management Trainerin, Organisationsberaterin, Coach-Ausbilderin

Gesprächsgast in Dresden


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Ob 1.0, 2.0 oder 8.0, jede Organisation und die darin arbeitenden Menschen haben ihr eigenes Tempo und finden im Rahmen ihrer Ressourcen und Entwicklungsmöglichkeiten die jeweils eigene Lesart eines neuen Wirtschaftens und Arbeitens, das wirksam ist in Bezug auf ihre Zielvorstellungen.

Arbeit, die Spaß macht und Erfolg bringt, bedeutet für mich heute, eine systemisch-konstruktivistische Haltung zu integrieren. Das bedeutet zunächst einmal, die Komplexität, die unser Denken, Handeln und auch Arbeiten bedingt, anzuerkennen und zu akzeptieren statt dagegen anzukämpfen oder sie zu leugnen, wie ich es noch in vielen traditionellen Organisationen erlebe. Ich kann versuchen, Komplexität zu leugnen und Zusammenhänge zu vereinfachen, um sie für mich erklärbarer zu machen und mich handlungsfähiger zu fühlen. Paradoxerweise führt jedoch gerade die Vereinfachung zu einer Verengung der Perspektiven und Optionen und macht mich tatsächlich weniger handlungsfähig.

Arbeiten 4.0 bedeutet daher für mich auch, Perspektiven auf wirtschaftlichen Erfolg zu erweitern. Denken in einfachen linearen Ursache-Wirkungs-Zusammenhängen hat unsere Wirtschaft lange angetrieben und nach herkömmlichen Definitionen erfolgreich gemacht: Ist eine Maschine ineffizient, tausche ich sie aus. Ist ein Mensch zu langsam, sorge ich dafür, dass er schneller arbeitet. Will ich als Unternehmer mehr Geld, muss ich wachsen. Je komplexer wirtschaftliches und soziales Handeln wird, desto mehr stoßen wir mit diesen Ideen von Erfolg an Grenzen. Für mich ist Erfolg nicht mehr gleichzusetzen mit Geld und wirtschaftlichem Wachstum. Erfolgreich erlebe ich mich, wenn ich wirksam bin und in meinem Tun einen Sinn für mich und andere, die mir etwas bedeuten, entdecken kann. Und wenn das, was für mich Sinn macht auf  das stößt, was für einen Auftraggeber oder Arbeitgeber Sinn macht, kann etwas Innovatives mit einer neuen Qualität und attraktivem Nutzen entstehen – und wenn es die bloße Existenzsicherung ist. Um das gemeinsam zu entdecken, braucht es Vertrauen in die Intuition, starke Beziehungen, ein Gespür für Interaktion und wertschätzende Kommunikation sowie werteorientierte Führung und Loslassen von alten Mustern. Ich glaube und erlebe, dass viele arbeitende Menschen in meinem Umfeld ähnliche Gedanken haben und die Sehnsucht nach einer anderen Art der (Zusammen-) Arbeit wächst.

Website von Kindler Coaching
Website von Königstraße 2
Xing-Profil von Susan Kindler

Dr. rer. medic. Sabine Kirchen-Peters, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Sozialforschung und Sozialwirtschaft (iso), Saarbrücken

Gesprächsgast in Saarbrücken


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels, der im Wesentlichen durch einen enormen Rückgang der Bevölkerung bei zugleich deutlich wachsendem Anteil Älterer an der Gesamtbevölkerung gekennzeichnet ist, gewinnt die Pflegebranche als Arbeitsfeld zunehmend an Bedeutung. Dabei wird die Techniknutzung und die Digitalisierung auch in der Pflege eine immer größere Rolle spielen. Im Hinblick auf die Umsetzung von Arbeit 4.0 liegt eine wichtige und bislang offene Frage darin, inwiefern durch eine Technisierung des Berufsfeldes die spezifische Qualität der Pflegearbeit positiv oder negativ tangiert wird. Diese Spezifik der Pflegearbeit ist - im Unterschied zur Interaktionsarbeit z.B. bei Frisören - geprägt durch die unmittelbare, face-to-face erbrachte Fürsorgeleistung, in der sich Pflegende und Gepflegte in einer asymmetrischen Konstellation begegnen.
Eine skeptische Position akzentuiert das Problem, dass der Einsatz moderner Technologien die Interaktion zwischen Pflegekräften und Gepflegten ersetzen oder zumindest zurückdrängen könnte. Wenn Technologien dazu führen, dass sich die Pflege nur noch auf Überwachungsarbeiten an Monitoren beschränkt und die Pflegeinteraktion als Kern der beruflichen Sinnstiftung in den Hintergrund gedrängt wird, werden sie von beruflich Pflegenden in der Regel nicht akzeptiert. Denn damit ist die Berufsmotivation vieler Beschäftigter berührt, die sich auf die Besonderheit der „Arbeit am Menschen“ gründet. In einer eher optimistischen Annahme hingegen könnten durch technisch unterstützte Produktivitätssteigerungen neue Zeitressourcen für die Interaktion mit den Pflegebedürftigen gewonnen und das Personal von körperlichen und psychischen Beanspruchungen entlastet werden.
Aus Studien ist bekannt, dass den professionell Pflegenden vor allem innerhalb des Implementierungsprozesses von neuen Technologien eine besondere Rolle zukommt, da sie zumeist die primären Ansprechpartner der unterstützten Personen bei der Einführung von Technik sind. Sie sind ferner bei der Vermittlung der Handhabung technischer Alltagshilfen als auch im Falle etwaiger Störungen mit ihrer Expertise gefragt. Dies setzt die Bereitschaft der Beschäftigten voraus, den Umgang mit der neuen Technologie zu erlernen und dieses Wissen aktiv einzusetzen. Gleichwohl verbinden sich damit zusätzliche Chancen zu einer weiteren Professionalisierung der Pflegearbeit.

Webseite des iso-Instituts

Alexandra Kirsch, Juniorprofessorin für Mensch-Computer-Interaktion und Künstliche Intelligenz an der Universität Tübingen

Gesprächsgast in Tübingen


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Der Begriff „Arbeiten 4.0“ ist ein Schlagwort, dessen Bedeutung mir noch nicht ganz klar ist. Meistens werden in diesem Zusammenhang Technologien vorausgesetzt, die nicht einmal ansatzweise vorhanden sind.

Webseite des Lehrstuhls für Human-Computer Interaction and Artificial Intelligence an der Universität Tübingen
Online-Vita von Alexandra Kirsch

Jürgen "Gitesh" Klatt, Digitale u. analoge Medien, Film und Kunst,  Freiberufler (Seit 2006)

Gesprächsgast in Kiel


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0"

Unter Arbeiten 4.0 verstehe ich noch mehr abenteuerlichen Wettbewerb, neue Kommunikations-, Netzwerk-, Möglichkeiten durch intensive Nutzung der modernen elektronischen Medien. Neue Berufe werden möglich (wie z.B. Profi- Blogger...), und „soziale“ Medien bieten neue Wege der Informationsverbreitung mit mehr Geschwindigkeit, zumindest in den Ballungsräumen der Großstädte, sowie bevorzugten Gebieten, aber leider nicht flächendeckend und lange nicht für alle.
Der moderne Arbeitstag beginnt so früh wie möglich und sollte gefühlt so lange wie möglich andauern, um den neu entstandenen Ansprüchen gerecht werden zu können. Worte wie Workaholic und Burnout kommen mir in den Sinn, wenn alles besonders gut zu funktionieren scheint. Stress ist, wenn die Kommunikation plötzlich aus technischen Gründen nicht mehr möglich ist oder weil im Naturschutzgebiet eben nur Natur ist. Das Umschalten auf den "Robinson Style" als bewusste Phase und so etwas wie: "Urlaub just in time".


Webseite von Jürgen Klatt
Webseite zwoelf25.de
Film & Kunst von Jürgen Klatt

Johannes Klaus, Reiseblogger, Grafik-Designer, Fotograf und Herausgeber mehrerer Websites für erzählende Reiseliteratur

Gesprächsgast in Berlin


Johannes Klaus ist Blogger, Designer, Reisender. Sein Blog Reisedepesche wurde 2011 mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet. Seit 2013 ist Johannes Klaus Herausgeber von Reisedepeschen, einem Reiseblog-Portal für erzählende Reiseliteratur. 2015 gründete er The Travel Episodes, die erste Plattform für multimediale Reisereportagen. The Travel Episodes wurden 2015 für den Lead Award "Independent des Jahres" nominiert. Der gelernte Grafik-Designer ist seit fünf Jahren selbstständig, und hat die Entscheidung dazu keine Sekunde bereut. Er lebt und arbeitet gerne, in Berlin.

Carsten Klehn, Leiter des Bereichs Unternehmenskommunikation der städtischen Wohnungsgesellschaft WIRO

Gesprächsgast in Rostock


Carsten Klehn, Jahrgang 1968, lebt in Rostock. Seit Mai 2015 leitet der Betriebswirt den Bereich Unternehmenskommunikation der städtischen Wohnungsgesellschaft WIRO. Knapp 25 Jahre arbeitete er als freier Journalist mit den Schwerpunkten Wirtschaft und Ostseeanrainer, unter anderem für die Radioprogramme des NDR sowie für Zeitungen und Magazine. Weitere Standbeine
bisher: Moderationen im kleinen und großen Rahmen sowie zahlreiche Buch-Projekte. Der gebürtige Mecklenburger mit Wurzeln in Rostock, Rerik und Parkentin ist verheiratet; er hat zwei Töchter.

Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Wie gelingt es, Veränderungen greifbar und diskutierbar machen, die unsere Spielregeln verändern? Experten versuchen es mit Begriffen, die nach Software-Versionen klingen. Über Arbeit 4.0 reden heute viele. Mancher fragt sich, ob ihm da etwas entgangen ist: Wann war Arbeit 3.1? Gemeint sind die Jobs im Industrie 4.0-Umfeld. Und was ist das? Am Beispiel der Druckbranche lässt sich Industrie 4.0 ganz gut in ihre Versionen zerlegen – von der Zeit mit Leuchttisch, Klebesatz und grob gerasterten Fotos bis zur online gestalteten und digital gedruckten Hochglanz-Postkarte, die kurz darauf in jeder Kneipe ausliegt. In den vergangenen 25 Jahren sind in den Druckereien ganze Berufe durch die Digitalisierung weggefallen. Andererseits haben sich dadurch viele neue Geschäftsfelder eröffnet.

Aber was ist mit der Wohnungswirtschaft? Roboter übergeben eine Wohnung an neue Mieter? Künstliche Intelligenz gegen einen tropfenden Wasserhahn? Zwar prophezeien Studien, dass die Digitalisierung der Wirtschaft viele Jobs bedroht. Aber automatisiert werden können bisher vor allem strukturierte Arbeitsabläufe. Berufe die zwischenmenschliche Interaktion und Empathie erfordern dagegen weniger. Auch Kindergärten ohne echte Erzieher und Konzerte ohne Musiker auf der Bühne sind nur schwer vorstellbar. Und doch wird die sogenannte vierte industrielle Revolution viele Jobs wandeln. Ein noch größerer Teil der Tätigkeiten wird künftig von Computer & Co. erledigt werden.

Wie viele genau, kann wohl niemand vorhersagen. Klar ist jedoch, dass mit der Digitalisierung die Anforderungen an die Arbeitskräfte steigen werden.
Zunehmen wird die Bedeutung von Bildung und die Bereitschaft der Menschen umzusatteln. Entscheidend ist dabei nicht die Technologie. Schon heute können nicht alle Mitarbeiter der Entwicklung folgen. Es gibt sehr viele, die auch einen guten Job machen, aber nicht so tief in der Materie stecken.
Wenn es gelingt sie mitzunehmen, ist die Versionsnummer der neuen Arbeit doch eher unwichtig. Oder?

Dr. Barbara Klein, Professorin für Organisation und Management in der Sozialen Arbeit an der Frankfurt University of Applied Sciences und Gastprofessorin an der Northumbria University, Newcastle, GB, Koordinatorin der Ausstellung Barrierefreies Wohnen und Leben an der Frankfurt University of Applied Sciences

Gesprächsgast in Frankfurt


Publikationen

  • Klein, B.; Cook, C.; Moyle, W.: Emotional Robotics in the Care of Older People: A Comparison of Research Findings of PARO and PLEO-Interventions in Care Homes from Australia, Germany and the UK. In: Domínguez-Rué, E.; Nierling, L. (eds.) AGEING AND TECHNOLOGY. Perspectives from the Social Sciences. Bielefeld: transcript Verlag. 2016, S. 205-224 (ISBN: 978-3-8376-2957-6)
  • Klein, B.: Zwischen Natur und Technik –Künstliche Tiere. Können künstliche Tiere zur Lebensqualität in der Altenhilfe beitragen? In: Fehlmann, M.; Michel, M.; Niederhauser, R. (Hrsg.): Tierisch! Das Tier und die Wissenschaft. Ein Streifzug durch die Disziplinen. Reihe Zürcher Hochschulforum, Bd. 55. Zürich: vdf Hochschulverlag AG an der ETH Zürich, 2016, S. 33-42 (ISBN 978-3-7281-3596-4)
  • Klein, B.; S. Kortekamp; H. Roßberg: The role of culture and gender in the robotic design process. In: C. Tzafestas; P. Maragos; A. Peer; K.Hauer: Full Day Workshop on Cognitive Mobility Assistance Robots: Scientific Advances and Perspectives. IEEE/RSJ International Conference on Intelligent Robots and Systems. IROS ́2015. 3-5 Klein, B.; Reutzel, S.; Roßberg: Zur Mediatisierung assistiver Technologien –der Hausnotruf als Kommunikationsmedium für ältere Menschen. In: Kutscher, N.; Ley, T.; Seelmeyer, U. (Hrsg.): Mediatisierung (in) derSozialen Arbeit. Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren, Band 38; 2015, S.151-168 (978-3-8340-1516-7)
  • Klein, B.; Gaedt, L.; Cook, G.: Emotional Robots. Principals and Experiences with Paro in Denmark, Germany, and the UK. In: GeroPsych, 26(2), 2013, 89-99. doi: 10.1024/1662-9467/a000085
  • Klein, Barbara (2011) Anwendungsfelder der emotionalen Robotik –Erste Ergebnisse aus Lehrforschungsprojekten an der Fachhochschule Frankfurt am Main. In: JDZB (Hg.): Mensch-Roboter-Interaktion aus interkultureller Perspektive. Japan und Deutschland im Vergleich. Veröffentlichungen des Japanisch-Deutschen zentrums Berlin, Band 62, Berlin 2011, S. 147-162. ISSN 0931-5942 www.jdzb.de/images/stories/newsletter//tagungsbaende/D62/12%20p1338%20klein-2.pdf 

Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Arbeiten 4.0 bedeutet, dass neben der Vernetzung auch die Robotik zunehmend wichtiger wird - auch in Dienstleistungsberufen und Arbeitsfeldern, bei denen der Mensch zu Mensch Kontakt im Vordergrund steht. Mein Anliegen ist, dass in die Entwicklung dieser technischen Produkte und der damit verbundenen Dienstleistungen die Zielgruppen –also auch alte, chronisch kranke und behinderte Menschen oder Menschen verschiedenster Kulturkreise –eingebunden werden und ein Wort haben. Nur so können menschengerechte Produkte und Dienstleistungen sowie qualitätsvolle Arbeitsplätze entstehen.

Profil von Prof. Dr. Barbara Klein auf www.frankfurt-university.de
Informationen über die "Ausstellung Barrierefreies Wohnen und Leben"
Youtube-Kanal: barrierefreieswohnen

Eric Klemp, Ingenieur, Geschäftsführer voestalpine additive Manufacturing Center GmbH, Düsseldorf

Gesprächsgast in Düsseldorf


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Ein Bereicherung – wenn man es „vernünftig“ einsetzt. Wir haben schon viele positive Beiträge gesehen. Das AM / 3D Drucken wird einen erheblichen Beitrag dazu leisten. Der Weg zum Erfolg ist schwierig, man muss die richtigen Anwendungen kennen / erarbeiten – nichts ist „quick and dirty“.
AM wird die Prozesse Produktentstehung und Produktion und Nachverfolgung unterstützen.
Mit diesen Voraussetzungen wird sich das Arbeiten verändern – es werden ggf. einfache Arbeiten wegfallen, dafür der Anspruch steigen – und somit auch die Qualität der Arbeit – was für den AN durchaus positiv ist.

 

Dr. Dieter Klumpp, Publizist, Institut für Kommunikationsforschung e.V., Stuttgart

Gesprächsgast in Tübingen


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Mit dem Begriff „Digitalarbeit“ wird aktuell eine neue Stufe des Strukturwandels

der Arbeit beschrieben, er könnte sogar den Beginn einer Epoche der Softwarezeit markieren. Seit über 30 Jahren ist die Computerarbeit, seit über zehn Jahren ist das weltweite Datennetz ein fester Bestandteil des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens. Die Entwicklung einer ‚Arbeit 4.0‘ weist über die Bereiche Arbeit/Technik hinaus in einen raschen Wandel der Leitbilder in Ökonomie, Politik, Gesellschaft, Kultur bis hin zum Individuum. Arbeit gilt interkulturell als ein Lebensmittelpunkt des Menschen. Nunmehr sind in interdisziplinären Analysen erhebliche Änderungen bei den globalen Wertschöpfungsprozessen erkennbar, nicht nur in Produktion und Logistik, sondern auch bei Dienstleistungen und Kreativleistungen, die bislang noch unverzichtbar durch und mit Menschen erfolgten.

Das „Werkzeug“ Computer wird in der globalen Vernetzung zu einer veritablen Akteur-Maschine, die auf die Verhaltensweisen bis hin zu existentiellen Fragen des Menschen einwirkt. Chancen wie die Flexibilisierung der Arbeit, der Mobilitätsgewinn, die Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben stehen in einem schroffen Gegensatz zu arbeitsökonomischen wie arbeitsorganisatorischen Tendenzen von zeitlich verkürzter und nur noch befristeter Arbeit. Arbeitnehmerdatenschutz und Privatheitsschutz stehen vor Strukturbrüchen. Gerade in der Digitalarbeit sind zu den historisch geläufigen Tagelöhnern inzwischen sogar Minutenlöhner hinzugekommen, es wird schon von einer Digitalen Prekarität gesprochen. Die Geschwindigkeit des Wandels überfordert das gesamte statistische Instrumentarium. Der lange Sachstandsbericht ist gegenüber dem kurzen Meinungsbericht perzeptiv ins Hintertreffen geraten. Alle Politik – und beileibe nicht nur in den Demokratien – kann zum Erhalt ihrer Funktionen an die Stelle von Fakten gerade noch ein Ranking setzen, demzufolge es einem immerhin noch besser geht als anderen Menschen. Die Konsequenzen für die Stabilität von Gesellschaften bis hin zu deren Unberechenbarkeit müssen erkannt und Gegenstrategien entwickelt werden.

Die Zukunft der Arbeit liegt in meiner Stadt weil...

... viele große und mittelständische Unternehmen erklärt haben, dass sie mit Automatisierungsgewinnen auch die Schaffung neuer Arbeitsplätze der Region Stuttgart für neue globale Märkte anstreben wollen.

Die Arbeitswelt der Zukunft wird geprägt sein durch...

... Wertschöpfungs-Verlagerung zuungunsten der Konkurrenzstandorte und durch Wertschöpfungs-Dilatation zuungunsten der konkurrierenden Kollegen.

Arbeiten 4.0 bedeutet für mich...

... die Chancen der Automatisierung unguter Produktionsarbeit und die Risiken der Digitalisierung guter Dienstleistungsarbeit.

Axel Koch, Geschäftsführer der Kontaktstelle für Wissens- und Technologietransfer der Universität des Saarlandes

Gesprächsgast in Saarbrücken


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Die Digitalisierung hat unsere Arbeitswelt bereits nachhaltig verändert. Sie ist mit weitreichenden Konsequenzen verbunden, die große Chancen eröffnen aber auch von vielen als Bedrohung empfunden werden. Ich bin davon überzeugt, dass sich unser Arbeitsalltag in den kommenden Jahrzenten noch einmal grundlegend ändern wird und zwar schneller, als wir dies derzeit erwarten. Dieser radikale Veränderungsprozess erfordert nicht nur von uns selbst als Individuen eine große Flexibilität und Anpassungsfähigkeit, er muss auch von einer gesellschaftlichen Diskussion über die veränderten Rahmenbedingungen und die damit verbundene Bedrohung von Werten wie dem Schutz der Intimsphäre begleitet werden.

Webseite der KWT Uni Saarland

Dr. Lothar Koch, Laser Zentrum Hannover, e.V.

Gesprächsgast in Hannover


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0"

Der 3D-Druck wird schon lange für die Produktentwicklung verwendet, doch kommt er zunehmend auch in der Produktion zum Einsatz. Seine Vorteile im Vergleich zu konventionellen Herstellungsverfahren liegen je nach Anwendung im Einsparen von Material und Werkzeugverschleiß und der Möglichkeit, Kleinserien ohne teure Urformen (z.B. Spritzgussformen) herstellen zu können. Insbesondere können aber auch Formen und Strukturen hergestellt werden, die mit klassischen abtragenden Verfahren (z.B. Fräsen) gar nicht hergestellt werden können. Z.B. kann analog zu einem Knochen ein Bauteil mit geschlossener Oberfläche und komplexer, aber genau definierter schwammartiger innerer Struktur hergestellt werden. So können erhebliche Gewichtseinsparungen oder angepasste Materialeigenschaften erzielt werden.

Für die zukünftige Arbeitswelt dürfte aber vor allem die kostengünstige Kleinserienfertigung relevant sein. Die Herstellungskosten pro Bauteil sind unabhängig von der Stückzahl. Da man den verwendeten Drucker auch nicht notwendigerweise besitzen muss, eröffnet sich hier ein neuer Markt für Kleinunternehmer und Freiberufler. Auch können Designer statt eines Bauteils nur dessen Design anbieten, das sich der Kunde dann selbst ausdrucken (lassen) kann. Wenn statt weniger Firmen Millionen von Menschen ihre Kreativität einbringen können, kann dies eine hohe Dynamik entfalten, wie die Verbreitung des Internets gezeigt hat. Allerdings darf man nicht übersehen, dass bisher fast alle 3D-gedruckten Bauteile aus nur einer Materialart bestehen. Eine neue Smartphonehülle lässt sich ausdrucken, ein neues Smartphone aber nicht.

Dr. Klaus Kock, Soziologe, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Sozialforschungsstelle der TU Dortmund

Gesprächsgast in Dortmund


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Wir sollten misstrauisch sein gegenüber pauschalen Prognosen, die zurzeit durch die Medien geistern. Digitalisierung bedeutet weder das Ende der Arbeit, noch werden alle Tätigkeiten zur Wissensarbeit aufgewertet. Digitalisierung ist ein eher tastender Prozess, der in kleinen Schritten vor sich geht. Er ist keine Naturgewalt, die über uns kommt, sondern kann beeinflusst und gestaltet, vielleicht auch in Teilen verhindert werden. Was am Computer so einfach und elegant aussieht, hat in der Fabrikhalle seine Tücken. Denn Materialien aus Metall, Holz, chemischen Stoffen haben Eigenschaften, die sich nicht vollständig durch Software beschreiben lassen. Die Maschinen selbst sind aus realen Materialien, die immer wieder anders reagieren als geplant. Gebaut, programmiert und gesteuert werden die Maschinen nicht von Avataren, sondern von Menschen aus Fleisch und Blut. Ihre Kreativität und ihr Erfahrungswissen sind notwendig, um „das Internet der Dinge“ am Laufen zu halten. Der eigentliche Produktionsprozess ist nicht virtuell, sondern ein ganz realer physischer Vorgang. Das gleiche gilt für Dienstleistungen. Digitalisierung setzt Standardisierung voraus. Im Einzelhandel, im Krankenhaus, im öffentlichen Nahverkehr aber haben es die Beschäftigten mit selbständigen Personen zu tun, die ihre eigenen Ansichten haben und eigenwillig reagieren. Alles dies spricht dafür, die Digitalisierung als Prozess mit vielen Unwägbarkeiten zu betrachten – und herauszuarbeiten, welche Chancen zur Einflussnahme es für die Beschäftigten gibt und wie sie genutzt werden können.

Webseite der Kooperationsstelle Wissenschaft-Arbeitswelt der TU Dortmund
Online-Vita von Klaus Kock

Michael Kohlhaas, Vorsitzender der Manufaktur für Führungskultur im Mittelstand e.V.

Gesprächsgast in Tübingen


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Arbeiten 4.0 wird zunehmend vernetzt in flacheren Hierarchien stattfinden. Arbeitszeiten und Arbeitsorte werden aufgrund der digitalen Möglichkeiten viel flexibler sein.  Mensch und Maschine werden enger arbeiten zusammen. Damit werden auch neue Strukturen und Prozesse in der Arbeitswelt nötig. Flache Hierarchien verlagern Entscheidungen und Verantwortung auf den einzelnen Mitarbeiten und fördern ein höheres Maß an Autonomie. Dies führt zu einem deutlich höheren Maß an persönlicher Freiheit und Selbstbestimmung, aber auch – und das ist die unvermeidbare zweite Seite derselben Medaille – zu einem ebenso deutlich höheren Maß an Verantwortungsbereitschaft sowie tatsächlicher Verantwortungsübernahme. Verantwortung für die Arbeit, aber auch Verantwortung für sich selbst, um dem Risiko der Selbstausbeutung zu begegnen. 

Arbeiten 4.0 erfordert auch eine Führung 4.0, die den oben genannten Aspekten Rechnung trägt. Bei dieser „neuen“ Führung 4.0 geht es zum einen um das Führen der eigenen Person, die ein hohes Maß an Achtsamkeit und Reflexionsfähigkeit seitens der Führungskraft erfordert. 

Führung 4.0 erfordert zum anderen eine Form der Führung von Mitarbeitern, die sich an gemeinsamen Zielen ausrichtet und in der Aufgabenerledigung den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein Höchstmaß an Eigenverantwortung und Autonomie erlaubt.

Dies wird den Führungskräften und den Mitarbeiterinnen und den Mitarbeiten einiges abverlangen, aber auch ungeahnte Entwicklungsmöglichkeiten eröffnen.

Thorsten Kolsch, Online-Unternehmer

Gesprächsgast in Berlin, Hamburg, München, Rostock, Saarbrücken, HannoverPotsdamTübingen und Dortmund


Thorsten Kolsch, 35, geboren in Dortmund. Nach der Ausbildung zum Kaufmann für audiovisuelle Medien bei der Warner Music Group Germany in Hamburg im Jahre 2000 begann Kolsch seinen Werdegang bei der AOL Deutschland Medien GmbH als Shop Manager und führte mit AOL Musik Downloads eine der ersten Musikdownload-Plattformen Deutschlands zum Erfolg. Im Dezember 2008 wechselte Kolsch zur Nokia GmbH in Ratingen und leitete dort das Label Management im Bereich Nokia Music.
Im März 2011 machte sich Thorsten Kolsch mit seiner Einzelunternehmung thokomedia selbstständig. Seine Hauptschwerpunkte sind Online-Projektmanagement, Online-Marketing und Musikmarketing. Außerdem arbeitet er als freier Autor und Texter und ist Geschäftsführer von zwei Online-Unternehmen. Als Co-Produzent, Autor und Protagonist des Dokumentarfilms Digitale Nomaden - Deutschland zieht aus gilt Thorsten Kolsch zudem als Experte auf dem Gebiet der digitalen Arbeitsmodelle.

Nach mehr als zehn Jahren Arbeitsleben im Angestelltenverhältnis, hatte sich Thorsten Kolsch 2011 selbstständig gemacht. Für einen soliden Start in die Selbstständigkeit nutzte er sein Netzwerk und seine langjährigen Erfahrungen in der Musikbranche und im Online-Projektmanagement. Zunehmend bemerkte er die angenehmen Begleiterscheinungen des Daseins als Freelancer, nämlich seine Arbeit von überall ausüben zu können. Heute genügt ein Laptop, Stromanschluss und eine gute WiFi-Verbindung, um voll und ganz ein Geschäft zu führen. Keine unnötigen Pendel-Strecken, keine Bürokosten und keine vorgegebenen Arbeitszeiten. Kolsch stellte fest, dass ihm das Arbeiten auf Reisen nicht nur Spaß macht, sondern auch die Produktivität fördert. Schließlich stieß er auf das Phänomen der digitalen Nomaden. Gemeinsam mit Tim Jonischkat entschied er sich dazu, das Leben der ortsunabhängig lebenden und arbeitenden Menschen näher zu beleuchten und zu verfilmen. Heute ist Thorsten Kolsch ein Befürworter dieser Bewegung, sofern sie den Sinn für ein nachhaltiges Leben nicht aus den Augen verliert. Auch er bezeichnet sich heute als digitaler Nomade und hat sich so organisiert, dass er seinen beruflichen Aufgaben auf der ganzen Welt nachgehen kann. Den Bezug zu seiner Heimat hat er allerdings nicht verloren. Im Gegenteil, heute lebt er überwiegend in seiner Wahlheimat Hamburg.

Webseite von Thorsten Kolsch


Profil von Thorsten Kolsch auf LinkedIn
Webseite des Films "Digitale Nomaden"

Peter König, Stellv. Chefredakteur Make

Gesprächsgast in Hannover


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Wenn ich ein dreidimensionales Einzelstück brauche – sei es Prototyp, Anschauungsobjekt oder individuelles Ersatzteil – kann ich es von Hand bauen, was viel Zeit, Erfahrung und handwerkliches Geschick voraussetzt. 

Benutze ich stattdessen einen 3D-Drucker, entfallen diese Voraussetzungen, zudem ist das Ergebnis reproduzierbar präzise und man kann Formen erzeugen, die auf andere Weise gar nicht möglich sind. 

Allerdings tritt beim 3D-Druck an die Stelle des handwerklichen Geschicks eine andere, nicht weniger anspruchsvolle Voraussetzung: die Fähigkeit, die nötige 3D-Datenvorlage am Computer zu konstruieren, sodass das Objekt unfallfrei aus dem Drucker kommt. Das wird gerne vergessen.

Marc-Sven Kopka, Vice President External Affairs und Botschafter für das Thema "New Work", XING AG

Gesprächsgast in Düsseldorf


Neben der PR verantwortet Marc-Sven Kopka als Vice President External Affairs bei der XING AG seit Januar 2014 die Themen Corporate Marketing und Social Media. Vor seiner Tätigkeit bei XING arbeitete er vier Jahre lang bei der WestLB AG, Düsseldorf, zuletzt als Bereichsleiter der Konzernkommunikation und war in dieser Funktion verantwortlich für alle kommunikativen Gewerke wie PR, Marketing, Investor Relations, Events, etc. Davor leitete er - nach Stationen bei PR-Agenturen und der AXA Colonia AG - die Kommunikationsabteilung zunächst von AOL Deutschland, Hamburg, bis er für AOL die Verantwortung für die europaweite Kommunikation als Vice President Corporate Communications in London übernahm.

Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Die Arbeitswelt verändert sich derzeit dramatisch. Treiber sind Fachkräftemangel, Wertewandel  – und vor allem: die Digitalisierung. Unternehmen sind auf der Suche nach den besten Köpfen, denn die sorgen für die nötigen Innovationen. Wissensarbeiter wollen aber Arbeitsbedingungen, die zu ihrem Leben passen. Und solche, die ihnen die nötigen Freiheiten lassen, um überhaupt innovativ sein zu können. Folglich müssen sich Unternehmen auf die Reise machen – weg von traditioneller Hierarchie und einem Arbeitsethos, das auf den Einzelnen keine Rücksicht nimmt, hin zu einer menschlicheren, bunteren Arbeitskultur. Leider sind die HR-Abteilungen oft noch zu sehr an klassischen Kriterien und Normen orientiert, anstatt Vielfalt und Diversität zuzulassen. Dabei ist es eher unwahrscheinlich, dass Menschen mit stromlinienförmigen Lebensläufen originelle Ideen entwickeln, die Unternehmen nachhaltig voranbringen. 



Xing-Profil von Marc-Sven Kopka

Anastasia Korablev, Geschäftsführerin DNMC GmbH

Gesprächsgast in Potsdam


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Die Arbeit muss glücklich machen. Das ist meine Philosophie. Ich erwarte nicht, ausschließlich Spaß zu haben. Denn die eigenen Grenzen zu überwinden und zu wachsen, tut auch mal weh. Ich treffe gern Entscheidungen. Ich finde gern Lösungen für Probleme. Ich arbeite gern, hart und viel. Dafür möchte ich aber auch meine Leidenschaft bei der Arbeit ausleben. Ich erwarte von meiner Arbeit, dass sie meine Neugier immer wieder aufs Neue weckt und meinen Ehrgeiz anstachelt. 

Unser Job bei der DNMC ist es, aufregende Geschichten bewegend zu erzählen, kreativ und emotional zu kommunizieren und alle Möglichkeiten der digitalen Welt auszuschöpfen. Dabei wollen wir so wenig Kompromisse wie möglich eingehen und so viele Talente wie möglich fördern. Das klappt am besten mit einem starken, belastbaren Team talentierter und glücklicher Mitarbeiter. Diese Talente zu finden, ist die größte Herausforderung.

Tobias Körner, Corporate Communications Manager bei Seedmatch

Gesprächsgast in Dresden


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Der Mensch ist, was er arbeitet – oder? Spätestens seit Karl Marx ist die Frage nach dem Sein und dem Bewusstsein eng verbunden mit dem Begriff der Arbeit. Im Laufe weniger Jahrzehnte haben sich unsere Lebensumstände extrem verändert, wurde unsere Lebenswelt beinahe komplett technisiert und digitalisiert. Fakt ist heute: Wir leben in einer Informationsgesellschaft und die Digitalisierung ist nicht mehr aufzuhalten. Sie bestimmt, was, wie und wo wir arbeiten – und damit natürlich auch, wie wir leben.
„Wir“, das sind erst einmal „wir alle“. Aber man muss unterscheiden: zwischen „digital natives“, die mit Computern und Internet aufgewachsen sind und denen, die es nicht sind – den „digital immigrants“. Entsprechend gibt es unterschiedliche Voraussetzungen, mit denen der Wandel der (Arbeits-)Welt erlebt wird. Diesen Wandel muss die Gesellschaft so gestalten, dass wir alle sein können, wer wir sein wollen.
Ein Erfolgskonzept können daher Crowd-basierte Lösungen sein – egal ob bei der Arbeit (Crowd- /Coworking), der Finanzierung (Crowdfunding) oder Innovationsförderung (Crowdsourcing).


Xing-Profil von Tobias Körner
Website von Seedmatch

Jochen Koubek, Professur für Digitale Medien an der Universität Bayreuth

Gesprächsgast in Bayreuth


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Das Bildungssystem ist bis heute nicht angemessen auf die digitale Gesellschaft vorbereitet, wenn weiterhin darüber nachgedacht wird, ob informatische Bildung Bestandteil des Curriculums an allgemeinbildenden Schulen sein soll oder ob es nicht ein Querschnittsfach sein kann, zu dem jeder Fachlehrer einen Beitrag leistet.
Um einen historischen Vergleich zu bemühen: Die Industrielle Revolution wurde von der Einführung einer breiten naturwissenschaftlichen Bildung im Fachunterricht der Schulen begleitet, damit künftige Ingenieure die technische Beherrschung von Naturkräften frühzeitig kennen und verstehen lernen.
Es bleibt abzuwarten, welche Formen die Digitalisierung der Branchen annehmen wird, welche Kompetenzen von zukünftigen Berufsbildern erwartet werden und wie Unternehmen und Gesellschaft den Aus- und Weiterbildungsbedarf begegnen wollen.
Die Notwendigkeit einer breiten informatischen Allgemeinbildung wird gerne mit Hinweis auf die Digital Natives beendet, als würden notwendige Grundlagen quasi automatisch durch experimentelles Ausprobieren verschiedener Geräte und Programme erlernt. Aus meiner Erfahrung mit jungen Menschen kann ich behaupten, dass diese Vorstellung einer sich selbst ausbildenden Generation grundfalsch ist und wir orientierungs- und kompetenzfreie Anwender tolerieren, deren aktive Partizipation an den im Schlagwort “Arbeit 4.0” ausgedrückten Prozessen und Tätigkeiten biographisch höchstens zufällig, bildungspolitisch aber nicht systematisch vorbereitet ist.
Diese Tendenz setzt sich in unzureichenden Aus- und Weiterbildungsangeboten fort, die ebenfalls nicht den Anforderungen einer digitalisierten Arbeitswelt genügen. Das Bildungssystem braucht nicht nur Lehrpläne sondern auch ausgebildete Lehrkräfte, die den auszubildenden an Erfahrung und Expertise um einige Jahre voraus sind. Das Tempo technischer Entwicklung, gepaart mit der erhöhten Halbwertszeit bereits erworbener Kenntnisse und Fertigkeiten führt dazu, dass kompetente Ausbilder nicht in der erforderlichen Breite zur Verfügung stehen und auf diese Weise weder Bildungsstandards noch verlässliche Curricula ausgearbeitet oder implementiert werden können.
Und als ob diese Herausforderungen nicht groß genug wären, helfen politische Schlagworte wie „#Neuland”, die Gegenüberstellung digitaler Lebensweisen und dem „echten Leben” oder die regelmäßige und systematische Überschreitungen von den im Grundgesetz garantierten Persönlichkeiten im digitalen Raum nicht, eine Gesellschaft bei der längst stattfindenden Umgestaltung ihrer zentralen Bereiche zu begleiten.

Online-Vita von Jochen Koubek
Publikationen von Jochen Koubek
Website des Fachbereichs Computerspielwissenschaften der Uni Bayreuth

Sebastian Kreutz, Gamedesigner und Geschäftsführer

Gesprächsgast in Düsseldorf


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Ob Digitalisierung, Robotik, KI oder autonomes Fahren: Wir befinden uns mitten in einer tiefgreifenden industriellen Revolution, welche viele Menschen mit Zukunftsängsten zurücklässt: Werden Maschinen meine Arbeit leisten? Welche Form von Arbeit wird in naher Zukunft überhaupt noch von Menschen ausgeführt und lässt sich davon leben? Ich selber bin als typischer Nerd wie viele meiner Branchenkollegen unter Prägung von Formaten wie Star Trek aufgewachsen, die vor Jahrzehnten bereits diese Thematik in einem fiktiven Szenario beleuchtet haben. Wenn mich dies eins gelernt hat, dann dass wir gerade in unserer leistungsorientierten Gesellschaft keine Scheu davor haben dürfen, unsere gesamte Ökonomie radikal neu zu denken. Wenn sich etablierte Schablonen nicht mehr über die Realität legen lassen, brauchen wir einen offenen, angstfreien Diskurs darüber, wie künftige Arbeitswelten aussehen könnten. Dazu gehören auch die Faktoren Bildung und Soziales, eventuell müssen wir sogar unser Verständnis von Erwerbsarbeit völlig neu definieren, wenn wir als Gesellschaft die technologischen Innovationen dieses Zeitalters nutzen wollen, um eine Utopie zu formen.

Website von Holocafé

Facebook-Profil von Sebastian Kreutz

Sarah Kübler, Geschäftsführerin HitchOn

Gesprächsgast in Frankfurt


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Ein selbstbestimmtes Arbeitsverhältnis ohne langfristige Bindung ist heutzutage für viele erstrebenswerter als ein fester nine-to-five-Job. Ich bin davon überzeugt, dass deshalb in Zukunft immer mehr auf Freelancer gesetzt wird. Das verlangt von Arbeitnehmer und -gebern Flexibilität und gute Kommunikation. Arbeiten 4.0 muss deshalb unbedingt ein neues Tool mit sich bringen, was einen schnelleren und übersichtlicheren Kontakt ermöglicht als E-Mails. Außerdem werden Hierarchieverhältnisse abgeflacht. Jeder sollte dort Verantwortung übernehmen können, wo er oder sie Fähigkeiten besitzt. Vom Austausch auf Augenhöhe profitieren am Ende alle. 

Webseite hitchon.de


Xing-Profil von Sarah Kübler
Gastbeitrag von Sarah Kübler auf deutsche-startups.de

Andrea Kuhn, Leiterin des Internationalen Nürnberger Filmfestivals der Menschenrechte

Gesprächsgast in Nürnberg


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Gerade der Kulturbereich lebt von struktureller Ausbeutung und Selbstausbeutung. Das ‚Nomadische‘ hat hier keinen romantischen Unterton, sondern ist bittere Realität für zahllose hochqualifizierte Festivalmitarbeiterin, die sich von Festival zu Festival und von schlecht bezahlten Honorarverträgen zu schlecht bezahlten Werkverträgen hangeln müssen.  Um diesen Trend entgegenzutreten und Festivalarbeit gerecht zu gestalten, habe ich gemeinsam mit meinen Kolleg*innen Grit Lemke (DOK Leipzig), Alexandra Hertwig (Kasseler Dokumentarfilm- und Videofest) und Ludwig Sporrer (DOK.fest München) die Initiative Festivalarbeit (www.festivalarbeit.de) gegründet, deren Zeit es ist, freiberufliche Festivalarbeiter*innen zu organisieren und Lobbyarbeit zu leisten.

Website des Internationalen Nürnberger Filmfestival der Menschenrechte
Website der DOX BOX Accociation
Website der Stiftung Medico International
Website des Human Rights Filmnetworks
Website des Bayerischen Filmfestival Verbands

 

Maja Kuko, Projektkoordinatorin bei der AviloX GmbH

Gesprächsgast in Dresden


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Mit Arbeiten 4.0 verbinde ich einen Diskurs zu einer Arbeitswelt, der nicht nur in Expertenkreisen sondern auch in allen gesellschaftlichen Gruppen vor dem Hintergrund der Frage: „Wie wollen wir in Zukunft zusammen arbeiten?“ geführt wird. Dies beinhaltet für mich das Experimentieren mit Methoden der Zusammenarbeit sowie ihre Nutzung  (v.a. virtuelle Zusammenarbeit und agile Prinzipien), die Entwicklung in Richtung von demokratischen Unternehmensstrukturen, das Verabschieden von gängigen Annahmen, die die meisten von uns im Management-Studium erlernen und die Hinwendung in Richtung einer konstruktivistischen Perspektive.

Website von AviloX

Xing-Profil von Maja Kuko
LinkedIn-Profil von Maja Kuko

Jan Kunkel, digitaler Nomade in der Securitybranche, Freifunker und im Vorstand des Chaos Computer Clubs Frankfurt

Gesprächsgast in Frankfurt


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Der Zugang zu Informationen wird die zukünftige Art zu arbeiten bestimmen und das kann nur funktionieren, wenn ein Netzzugang vorhanden ist. Diese Art zu arbeiten ändert unseren täglichen Umgang mit der Technik, die wir für unsere Arbeit nutzen, genauso, wie sich die Orte und Zeiten unserer Arbeit immer weiter von festen Definitionen verabschieden. Aufgrund dieser Veränderungen durchdringt die Möglichkeit zu arbeiten immer mehr unseren Alltag und führt zu einer immer tiefgreifenderen Vermischung von Privat- und Arbeitsleben.

Wenn es gelingt, hieraus eine gesunde Symbiose herzustellen und die beiden Bereiche des Lebens miteinander zu verbinden, wird dies zu einem deutlich besseren Ergebnis führen als in der bisherigen Arbeitswelt. Ohne die entsprechenden Voraussetzungen oder die Möglichkeit der Verzahnung kann dies jedoch auch eine Gefahr bedeuten, einen der Bereiche zu vernachlässigen.

Jochen Kunz-Michel, Gründungsberater bei der Johann Daniel Lawaetz-Stiftung in Hamburg

Gesprächsgast in Hamburg


Jahrgang 1952  Dipl.-Kfm.,  Dipl. Sozialwissenschaftler, Bankkaufmann. Seit 1989 bei der Lawaetz-Stiftung beschäftigt. Er war vorher als Gesellschafter und Geschäftsführer einer Gaststätten GmbH tätig und verfügt daher über umfassende  Erfahrungen eigener Selbstständigkeit. Seit vielen Jahren berät er Existenzgründer vor und nach der Gründung, bietet ein Seminar zur Planungsrechnung an und bearbeitet Kreditanträge für das Kleinstkreditprogramm der hiesigen Behörde. Seit 2006 ist er zertifizierter Business Coach. Im Bereich der Existenzgründung ist er als Teamleiter tätig.

Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0"

Ich sehe Risiken und Chancen sowohl für die Unternehmen als auch die Arbeitnehmer und die Selbstständigen. Allerdings wird das kein einfacher Aushandlungsprozess sein und werden. Vermutlich abhängig von der Qualifikation der Arbeitnehmer oder der speziellen Angebot der Selbstständigen.

Webseite der Lawaetz-Stiftung

Andrea Kuphal, Pflegedirektorin, stellv. Vorsitzende Sächsischer Pflegerat, Mitglied im Vorstand des Bundesverband Geriatrie e.V.

Gesprächsgast in Dresden


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0"

Die Pflege-Arbeits-Welt der Zukunft wird anders aussehen als derzeit. Der demographische Wandel wird dies erzwingen. Es gibt derzeit verschiedene Vorstellungen, wie Pflege in Zukunft gelingen kann. Ein möglicher Weg ist die Einbindung von technischen Komponenten. Ob dies eine Chance, eine  Herausforderung oder ein Irrweg ist, wollen wir gemeinsam diskutieren.

Hans Peter Kurtz, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Saarbrücken, Vorstandsvorsitzender der Arbeitskammer des Saarlandes, Mitglied des saarländischen Landtags

Gesprächsgast in Saarbrücken


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

4.0-Zeitalter mitbestimmt gestalten - Eine der Stärken der deutschen Wirtschaft ist unbestritten die Mitbestimmung. Industrie 4.0 und Digitalisierung sind in aller Munde. Produktion, Leistungserstellung und Wertschöpfung ändern sich nicht nur in den Industrie-, sondern auch in den Dienstleistungsbranchen. Diese Änderungen werden Auswirkungen auf Arbeitsplätze und -bedingungen haben.  Es wird Gewinner, aber auch Verlierer geben. Um die Veränderungen sozialverträglich und im Sinne der Beschäftigten zu gestalten, ist eine starke, auf die neuen Herausforderungen ausgerichtete und durchsetzungsfähige Mitbestimmung nötig. Wir müssen uns die Frage stellen, ob wir das technisch Machbare oder das technisch im Sinne der Menschen Sinnvolle umsetzen wollen. Sollen weiter die Menschen die Maschinen führen und nicht umgekehrt, brauchen wir Betriebs- und Aufsichtsräte auf Augenhöhe mit der Unternehmensleitung – und damit mehr wirtschaftliche Beteiligung und Mitbestimmung.

Webseite der Arbeitskammer

Foto: Pasquale D’Angiolillo

Dr. Silvia Kuttruff, Dienststellenleiterin; Wirtschaftsförderung Nürnberg, Stadt Nürnberg

Gesprächsgast in Nürnberg


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Der Wandel zu einer digitalisierten Arbeitswelt ist in vollem Gange und schreitet in rapidem Tempo voran. Wirtschaftsstrukturen und Berufe verändern sich, neue Geschäftsmodelle entstehen. Die digitale Transformation stellt neue Anforderungen an Beschäftigung. Sie bietet Chancen und birgt Risiken. Sie ist zentrale Gestaltungsaufgabe der nächsten Jahre.
Die Rolle des Menschen im Produktionsprozess wandelt sich im Rahmen der Digitalisierung vom Erbringer der Arbeitsleistung in den Überwacher der Maschinen. Routinevorgänge und körperlich belastende Tätigkeiten nehmen ab. Feste Arbeitszeiten und Arbeitsorte weichen einer zunehmend flexibleren Arbeitsorganisation.
Ein wesentlicher Baustein, um fit für die Arbeitswelt 4.0 zu sein, ist daher die Qualifizierung. Offen zu sein für Neues, die Bereitschaft zu lebenslangem Lernen und Weiterbildung werden immer wichtiger. Gleichermaßen gilt es, die Ausbildung in Abhängigkeit von geplanten Produktionsveränderungen der digitalisierten neuen Arbeitswelt anzupassen. Wirtschaftsstandorte müssen zudem attraktiv für gut ausgebildete und motivierte Fachkräfte sein, diese anziehen und binden können.
Damit Nürnberg ein Impulsgeber für ein digitales Bayern und Deutschland wird, hat das Wirtschaftsreferat die AGENDA DIGITALISIERUNG NÜRNBERG ins Leben gerufen. Ziel ist es, Unternehmen in Stadt und Region Nürnberg auf die Herausforderungen der Digitalisierung vorzubereiten.
Großen Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung, den Arbeitsmarkt und die Innovationsfähigkeit einer Region übt dabei eine lebendige Gründerszene aus. Sie zieht junge Talente an und bietet die Chance sich auszuprobieren und weiterzuentwickeln und dient auch als Indikator für die Berufsbilder und Qualifikationen, die zukünftig gebraucht werden. Aus diesem Grund fördern wir Startups in Nürnberg und unterstützen die Zusammenarbeit von jungen und etablierten Unternehmen.
Die Initiative Startup.Digital.Nürnberg bietet digitalen Startups ein attraktives Maßnahmenbündel zur Vorbereitung und Begleitung der Unternehmensgründung. Aktuell arbeiten wir an der Umsetzung eines Konzepts für ein Digitales Gründerzentrum Mittelfranken gemeinsam mit der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Aber es gilt auch, die digitale Szene mit den etablierten Unternehmen zusammenzubringen. Innovation Labs werden in dem Zusammenhang gern genannt. Auch hier engagieren wir uns.

Infos zur Digitalisierung in Nürnberg

Martin Laarmann, Geschäftsführer der Make Germany GmbH und Organisator des Make Munich Festivals

Gesprächsgast in München


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0"

Nicht nur in bestehenden Strukturen und Unternehmenskontexten wird sich Arbeit in Zukunft verändern.
Immer mehr Menschen bedienen sich  - unabhängig von etablierten Industrien - neuer Technologien (Mikroelektronik, 3D-Druck, Crowd-Funding), um innovative Lösungen und Produkte selbst zu entwickeln, herzustellen und zu vertreiben.
Im Sinne eines “Do-it-yourself 4.0” tritt das Maker Movement mit Gemeinsinn und kreativer Offenheit an, neue Innovationsprozesse, neue Produktionsformen, alternatives Konsumverhalten und auch neue Arbeits- und Erwerbsbiographien zu schaffen.

Webseite von Make Germany
Webseite von Make Munich
Profil von Martin Laarmann auf LinkedIn
Profil von Martin Laarmann auf Xing

Prof. Dr. Jörn Lamla, Fachgebiet Soziologische Theorie, Universiät Kassel

Gesprächsgast in Kassel


Prof. Dr. Jörn Lamla ist seit 2013 Inhaber einer Professur für soziologische Theorie an der Universität Kassel und seit 04.2016 Dekan des Fachbereichs 05: Gesellschaftswissenschaften. 2000 wurde er an der Friedrich-Schiller Universität Jena promoviert und 2012 mit einer Arbeit zur „Verbraucherdemokratie“ dort habilitiert. Von 2011-2014 war Prof. Dr. Lamla Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats für Verbraucher- und Ernährungspolitik beim Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV). Seit 09.2015 ist er Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat des Kompetenzzentrums Verbraucherforschung NRW und seit 10.2015 Mitglied im Koordinierungsgremium des Netzwerks Verbraucherforschung beim Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV). Prof. Dr. Lamla gehört seit 07.2015 dem Direktorium des Wissenschaftlichen Zentrums für Informationstechnik-Gestaltung der Universität Kassel an und ist an einer Arbeitsgruppe der Universität Kassel zum Thema „Leitbild und Instrumente der Verbraucherpolitik vor neuen Herausforderungen (LIVe)“ beteiligt. Seine Forschungen konzentrieren sich auf Fragen der Soziologischen Theorie, der Zukunft von Demokratie sowie auf Fragen der Privatheit im Zuge der Digitalisierung.

Profil von Jörn Lamla auf der Website der Uni Kassel
Online-Vita von Jörn Lamla
Publikationien von Jörn Lamla
Forschungsprojekte von Jörn Lamla

Andreas Langfeld, Geschäftsführer MakerBot EMEA (Division der Stratasys GmbH)

Gesprächsgast in Kiel


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0"

Agrar-kulturelle Revolution, Mechanisierung, Elektrisierung, Automatisierung und Vernetzung bilden die Eckdaten der einflussreichen Revolutionen, die unsere Art zu leben und zu arbeiten beeinflusst haben. Wir sind nun im Wandel und passen unsere Art zu arbeiten an ein durch Vernetzung (Internet, Internet of Things, Industrie 4.0) verändertes Umfeld an. Viele der heutigen Jobs und Expertisen werden in den kommenden Jahren von der Bildfläche verschwinden und neue Tätigkeitsfelder tun sich auf. Wir müssen uns flexibel auf die Anforderungen einstellen und Arbeit dort schaffen, wo sie im neuen Umfeld benötigt wird.

Webseite Makerbot
Profil von Andreas Langfeld auf LinkedIn

Dr. Eva-Maria Lauckner, Soziologin, wissenschaftlich bedienstete an der Universität Kassel

Gesprächsgast in Kassel


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Im Zeitalter von technischen Errungenschaften und Digitalisierung bräuchte es einen partizipativen Dialog wie Arbeit in der Zukunft verteilt werden kann und welchen Stellenwert diese in unserer Gesellschaft haben soll.
Angetreten durch Technik Arbeit zu erleichtern, ist bis heute die Frage wie Arbeit verteilt werden soll nicht geklärt. Zu viele Menschen leiden unter zu viel oder zu wenig Arbeit.
Das Spannungsfeld von Arbeit zwischen „Erfüllung“ und Prekarität oder zwischen Arbeitslosigkeit und Fachkräftemangel schreitet weiter voran.
Durch Technisierung verlieren bestimmte, alt bekannte Berufe an Bedeutung, andere Berufe von denen vor wenigen Jahren niemand etwas geahnt hätte, entstehen.
All das erfordert eine breite gesellschaftliche Auseinandersetzung, welche allerdings nicht partizipativ geführt wird, sondern weitgehend nur unter „Verwertungslogiken“ und Arbeitnehmerinteressen. Auch das Thema anerkannter und nicht anerkannter Arbeit – wie Hausarbeit, Kindererziehung, Altenpflege – wären Gründe das Konzept von Arbeit nachhaltig zu diskutieren und nach gangbaren neuen Wegen zu suchen.

 

Prof. Dr. Jan Marco Leimeister, Lehrstuhlinhaber/Leiter des Fachgebiets Wirtschaftsinformatik sowie Direktor des Wissenschaftlichen Zentrums für Informationstechnik-Gestaltung (ITeG) der Universität Kassel

Gesprächsgast in Kassel


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0"

„Nichts ist so beständig wie der Wandel“. Dieses Zitat von Heraklit von Ephesos (etwa 520 – 460 v. Chr.) hat auch rund 2.500 Jahre später weiterhin Gültigkeit. Nach den jeweils fundamentalen Veränderungen der Arbeitswelt - ausgelöst von Mechanisierung mit Wasser- und Dampfkraft, Fließbandfertigung mittels elektrischer Energie und Automatisierung mittels Elektronik und IT - hat die gegenwärtig fortschreitende Digitalisierung ebenfalls das Potenzial, unsere Arbeitswelt grundlegend und nachhaltig zu verändern.

Dabei wird es - wie immer - Gewinner und Verlierer geben. Aktuelle Studien zeigen, dass einige Jobs sehr stark, andere weniger betroffen sein werden. Und dass die weitere Digitalisierung der Arbeitswelt auch ganz neue Jobs schaffen kann. Wie bei allen technologisch getriebenen Entwicklungen ist es dabei keine gute Strategie, zu versuchen, diese aufzuhalten. Vielmehr gilt: Wir sollten die Chancen nutzen und den Herausforderungen begegnen, in dem wir versuchen, diesen Wandel mitzugestalten. Der Dialogrozess „Arbeit 4.0“, der auf eine breite Einbindung verschiedener gesellschaftlicher Gruppen setzt und zum Ziel hat, soziale Bedingungen und Spielregeln der künftigen Arbeitswelt zu thematisieren, leistet dabei einen sehr wertvollen Beitrag. Ich persönlich bin sehr zuversichtlich, dass uns das am Ende erfolgreich gelingt. Packen wir es an!

Online-Vita von Jan Marco Leimeister
Publikationen von Jan Marco Leimeister
Presseveröffentlichungen von Jan Marco Leimeister

Manfred Leinenbach, Diplom-Soziologe (Uni Trier), Jahrgang 1954, Referent für Behindertenpolitik und Soziale Sicherheit bei der Arbeits-kammer des Saarlandes, stellv. Vors. des Landesbehinder-tenbeirates, Kommunaler Behindertenbeauftragter der Gemeinde Schmelz und Mitglied in weiteren Fachgremien und Ausschüssen

Gesprächsgast in Saarbrücken


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Arbeiten 4.0 löst Grenzen auf, lässt Zeitstrukturen zerfließen, trennt Dienstleistungen vom Dienstleister. Kommunikationsräume werden allgegenwärtig, unabhängig von (Tages)Zeit und Raum. Wir gehen nicht mehr (zwangsläufig) zur Arbeit, die Arbeit ist mit uns. Arbeit ist mobil und flexibel.
Grenzlinien werden durch Arbeiten 4.0 unbestimmt, Lebenswelten entgrenzen sich. Das passiert nicht bei jeder Art von Arbeit und gilt auch nicht für alle beruflichen Aktivitäten gleichermaßen. Auch die Grenzen zwischen Erwerbsarbeit und gesellschaftlicher Arbeit wie Erziehung, Betreuung und Pflege verschwimmen immer mehr. Das mag uns erschrecken. Doch erst einmal ist diese Entwicklung als Fakt zu konstatieren, unvoreingenommen anzunehmen und nicht per se Furcht auslösend oder bedrohlich.
Arbeiten 4.0 nehme ich in erster Linie als Herausforderung, die es zu gestalten gilt, wahr. Dabei haben wir es weitgehend selbst in der Hand, möglichst keine Kluft zwischen dem technischen und dem sozialen Wandel entstehen zu lassen. Es gilt, die Chancen zu sehen und aus dem Wandel persönliches und gesellschaftliches Wachstum zu generieren. Ein „Zurück“ zu den „guten alten Zeiten“ wird es nicht geben! … Und ehrlich … Waren die wirklich „gut“ oder gar „besser“?
Die Futurale bietet Möglichkeiten, sich auf unterhaltsame Art mit Einzelaspekten von „Arbeiten und Leben 4.0“ auseinander zu setzen. Ich erwarte die Veränderungen mit Spannung und bin zuversichtlich.

Online-Vita von Manfred Leinenbach
Webseite der Arbeitskammer

M.Sc. Clemens Lieberwirth, Ingenieur für Maschinenbau, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Fluidtechnik und Mikrofluidtechnik

Gesprächsgast in Rostock


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0"

Das Thema Arbeiten 4.0 und der 3D-Druck haben meiner Meinung nach einige wichtige Schnittpunkte und bedingen sich darüber hinaus teilweise gegenseitig. Beispielhafte Punkte hierfür sind die automatisierte, individualisierte Produktion und die Digitalisierung von Produkten.  Der 3D-Druck ist das Mittel zu erstem Punkt und wird seinerseits wiederum durch die steigende Digitalisierung von Produkten ermöglicht. Sowohl der 3D-Druck, als auch der gesamte Themenkomplex Arbeiten 4.0 profitiert ungemein von einer Generation von Menschen die mit dem einfachen Austausch von Informationen über das Internet aufgewachsen sind. Der Boom den die Branche in den letzten Jahren erlebt ist nicht zuletzt auf StartUp Unternehmen zurückzuführen, die das Thema 3D-Druck plötzlich in das öffentliche Interesse eingebunden haben und ihrerseits nur entstehen konnten, weil Menschen aus verschiedenen Nationen über das Internet an einer Idee gearbeitet haben. Auf diese Weise fand eine Technologie, die Jahre lang nur der Industrie und Wissenschaft vorbehalten war ihren Weg zu einer breiteren Masse. Die in diesem Zug entstandenen Ideen und Entwicklungen führen dabei wiederum zu einer stärkeren Einbindung des 3D-Drucks in die Industrie von heute und morgen.

Beitrag von Clemens Lieberwirth auf 3D-Druck.com
Beitrag von Clemens Lieberwirth auf 3D-Druck.com
Beitrag von Clemens Lieberwirth auf Uni-Rostock.de
Webseite von PL-3D Solutions
Webseite des Lehrstuhls für Fluidtechnik und Mikrofluidtechnik der Universität Rostock

Olaf Lies, Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr im Land Niedersachsen

Gesprächsgast in Hannover


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Die Digitalisierung hat schon heute großen Einfluss auf unsere Kommunikation, unseren Lebensrhythmus und auch unsere Arbeitswelt. Kommunikations- und Arbeitsprozesse haben sich beschleunigt, neue Berufe wie „Youtuber“ sind entstanden und das Arbeitsmodell wie das der „digitalen Nomaden“, die ihre Arbeit ortsunabhängig mit einem Laptop in der Hand ausüben, wäre ohne Digitalisierung nicht möglich. Mit dem Dialogprozess Arbeiten 4.0 hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales einen wichtigen Rahmen geschaffen, um sich mit den Veränderungen der Arbeits- und Berufswelt im Zeitalter der Digitalisierung auseinanderzusetzen und selbst Impulse zu setzen. Dabei geht es nicht nur um ein Arbeiten in den neuen Produktionswelten der Industrie 4.0. Es geht auch darum, auf Basis des Leitbilds „Guter Arbeit“ die sozialen Rahmenbedingungen unserer Arbeitsgesellschaft von morgen zu thematisieren und mitzugestalten. Ich freue mich deshalb, dass das Futurale Filmfestival als Teil des Dialogprozesses in Hannover Station macht. Und ich freue mich auf viele spannende Filme und anregende Diskussionen.

Ligatura GmbH

Gesprächsgast in Saarbrücken


Unser Coworking Space am Eurobahnhof Saarbrücken beherbergt eine bunte Mischung aus Start-Ups, Einzelunternehmen, GmbHs, Freelancer, Designer, Entwickler, Texter, Architekten, Beratern, Fotografen und vielen anderen außergewöhnlichen Menschen. Insgesamt gehen über 80 Coworker bei uns ein und aus. Das stärkt das Netzwerk eines jeden einzelnen und bringt eine Menge Spaß und Fortschritt bei Projekten.
Wir bieten massig Platz für bis zu 30 qualmende Köpfe. Je nach Bedarf kannst Du dir aussuchen, ob du lieber in einer ruhigen oder einer eher kommunikativen Umgebung sitzen möchtest.
Präsentationsraum, Internet, [Achtung, jetzt wird's betriebswirtschaftlich!]
Synergien...alles da. Und wenn der Kopf mal zu sehr qualmt auch nette Gespräche und professionelles Feedback vom Nachbarn - natürlich auf selbstbestimmter Basis.
Unsere Mission ist es, einen Ort zu schaffen an dem Kreative sich austauschen und gemeinsam Projekte entwickeln können. Isoliert Zuhause vor sich hinwurschteln ist nicht mehr.
Hier findest Du die richtige Motivation für dein Projekt. Eine repräsentative Adresse für Kundengespräche. Kaffee. Und in Deinen eigenen vier Wänden kannst Du endlich wieder abschalten.
Einige haben sich auch häuslich niedergelassen.
Sag doch mal Hallo!

Webseite der Ligatura GmbH

Webseite von Bunte Kohle

Jonas Lindemann, Freier Designer und Strategieberater, Partner Edelstall Coworking Space, Mitgründer Hafven Coworking- und Makerspace

Gesprächsgast in Hannover


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0"

Was passiert, wenn Arbeit kein Ort mehr ist? Wer setzt sich durch, wenn Unternehmen vor allem Sinnstifter sein müssen? Wo werden wir leben, wenn wir frei wählen können – und wo unsere Steuern bezahlen? 

Als digitaler Nomade auf Zeit haben sich mir in den letzten 14 Monaten viele Fragen gestellt. Mit verschiedenen Projekten habe ich in den vorigen Jahren bereits versucht Antworten zu finden – und den Wandel zur Gig-Economy aktiv mitzugestalten.


Webseite von Jonas Lindemann
Webseite von Hafven
Webseite von Edelstall

Foto: Marcel Wogram

Stefan Linke, Ingenieur für Luft- und Raumfahrttechnik, Leiter des Geschäftsfeldes „Smart Works“ bei der INVENT GmbH in Braunschweig

Gesprächsgast in Braunschweig


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Arbeiten 4.0 wird in Verbindung mit der Industrie 4.0 in den nächsten Jahren immer konkretere Züge annehmen und in sehr viele Bereiche unseres Arbeitslebens Einzug halten. Dabei werden die Änderungen nicht nur wie bislang üblich zu Produktivitätssteigerung und mehr Automatisierung in der industriellen Produktion führen, sondern auch in Bereiche vordringen, die Kreativität und Flexibilität erfordern. Damit einhergehen wird eine verstärkte Nutzung künstlicher Intelligenz und eine Dezentralisierung der Produktion.

Website der INVENT GmbH

Verena Litz, Stellv. Leiterin Wirtschaftsredaktion der Nürnberger Nachrichten

Gesprächsgast in Nürnberg


Dr. phil. Mathias Lohmer, Diplom-Psychologe, Psychoanalytiker, Organisationsberater, Coach

Gesprächsgast in München


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0"

Wie sehen neue Arbeitsformen aus? Was tritt an die Stelle von pyramidaler Hierarchie und Bereichsdenken? Projektorganisation, flache Hierarchien und das Konzept des „self employed employee“ weisen schon jetzt in die Zukunft. Enorme Freiräume – aber auch eine neue Art der „totalen Organisation“ zeichnen sich ab, siehe den Roman „The Circle“ von Dave Eggers über die Welt von Google und Amazon. 

Website von Mathias Lohmer

Katharina Lohse, Wirtschaftsredakteurin Braunschweiger Zeitung

Gesprächsgast in Braunschweig


Univ.-Prof. Dr. jur. habil. Karl-Georg Loritz

Gesprächsgast in Bayreuth


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Die Schlagworte „Industrie 4.0“ und „Arbeiten 4.0“ lösen bei den einen Angst und bei den anderen die Vision von einer völlig neuen Arbeitswelt aus. Diese wird es nicht sofort geben, aber sie wird schnell Wirklichkeit werden. Schon heute sind viele Maschinen miteinander vernetzt, in der Lage miteinander zu kommunizieren und werden digital gesteuert. Bei vielen Investmentfonds treffen sog. Robo-Adviser, also Computerprogramme und nicht mehr Manager die Anlageentscheidungen. Die Umwälzungen werden auch Berufe zum Teil überflüssig machen, deren Inhaber sich noch in Sicherheit wähnen. Dazu gehören z.B. Steuerberater, die nichts anderes können als rein „handwerklich“ Jahresabschlüsse zu erstellen. Für viele Arbeitnehmer ist nicht wichtig, ob heute (u.U. unsympathische) Vorgesetzte höherer Hierarchieebenen oder Computerprogramme Anweisungen vorgeben. Entscheidend für uns alle sind indes die Fakten: Immer weitere Bereiche in immer mehr Branchen wurden in die digitale Welt verlagert und wir stehen erst am Anfang.
Diese neue Welt ist virtuell und standortunabhängig. Google, Facebook, Instagram, Amazon oder Uber sind längst Riesen der virtuellen Welt und selbst Liebesbeziehungen bahnen sich (über Partnervermittlungsprotale) hier an. Das ist unumkehrbar und diese virtuelle Welt und damit die Standortflexibilität vergrößern sich dynamisch. Der weltweite Wettbewerb führt zu einer erheblichen Veränderung des Preisgefüges. Die Vergütung für austauschbare, vor allem einfache menschliche Arbeitsleistungen wird in Deutschland dramatisch sinken. Nicht nur für Menschen in der Dritten Welt erwächst daraus eine große Chance: 10 € Stundenlohn sind in Deutschland sehr wenig, in vielen Ländern versprechen sie Wohlstand.
Reich wird allerdings nur ein sehr kleiner, in dieser digitalen und virtuellen Welt aktiver und kreativer Teil werden. Für die meisten Arbeitnehmer und Unternehmer werden der zunehmende Wettbewerbsdruck und die zunehmende Geschwindigkeit eher Nachteile bringen. Den Preisverfall für austauschbare Produkte und Dienstleistungen können wir nicht mit rechtlichen Mitteln bekämpfen. Gerade Deutschland mit seinen zahlreichen, kreativen Unternehmern muss sich zum Ziel setzen, das sich mit unglaublicher Dynamik vollziehende Wachstum an virtuellen und digitalisierten „Produkten“ mitzugestalten und ein möglichst großes Stück von dieser „Torte“ nach Deutschland zu holen. Mit einer vergangenheitsorientierten Politik kann das nicht gelingen. Der Schlüssel zum Erfolg in dieser neuen Welt liegt in der Verbesserung der Rahmenbedingungen für digitalisierte Unternehmen. Deren administrative Hürden und Kosten und deren Steuerbelastungen in Deutschland müssen drastisch gesenkt werden. Solche Unternehmer werden in vielen Ländern „heiß umworben“, nicht nur im Silicon Valley in Kalifornien. Wir haben in Deutschland mehr zu bieten als viele andere Länder der Welt. Aber die Politik muss auch die Rahmenbedingungen schaffen, damit dieses Potential genutzt werden kann, vor allem im Interesse der Arbeitnehmer. Kreative „virtuelle“ Unternehmen brauchen Deutschland nicht. Aber Deutschland braucht solche Unternehmen!

Christoph Lucks, Senat der Freien und Hansestadt Hamburg, Personalamt, Abteilungsleiter Personalmanagement

Gesprächsgast in Hamburg


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0"

Die „Arbeitswelt 4.0“ stellt Unternehmen, aber auch Verwaltungen vor vielfältige neue Herausforderungen. Um nur einige zu nennen: Zunehmende Komplexität vieler Aufgabenstellungen, kürzere Halbwertzeit von Wissen, andere Kundenerwartungen, Digitalisierung, Veränderung von Berufsprofilen, rasant zunehmende Schnelligkeit von Entscheidungszyklen, flexiblere Arbeitsformen und –orte. Die sich verändernde Arbeitswelt braucht neues Denken – vernetzter, Bereichs-übergreifender, kooperativer und „kollaborativer“ – und wohl auch neue Formen der Führung: Tendenziell flachere Hierarchien, Vertrauen, Eigenverantwortung, Ergebnis- statt Anwesenheitsorientierung.

Es gilt, eine Arbeitskultur zu schaffen, in der gute Lösungen und Kreativität entstehen können. Innovationskraft und Agilität einer Organisation bilden entscheidende Erfolgsfaktoren. Hinzu kommen die vielfältigeren Bedürfnisse der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die aufgegriffen werden wollen, vor dem Hintergrund vielfältigerer und sich verändernder Werte (Stichwort: Generationen X, Y und Z), aber auch wegen des Wunsches und der Notwendigkeit nach einer vernünftigen Balance von Privatleben und Beruf. Die Herausforderung ist es, in dieser agileren, flexibleren und mobileren Arbeitswelt die Fokussierung auf Unternehmensziele und –grundsätze zu erhalten, die Identifikation mit dem Arbeitgeber aufrechtzuerhalten und die Menschen auf das Neue einzustimmen, ohne sie zu überfordern. Die Arbeitswelt 4.0 wird kommen, und auch die Verwaltung muss sich dieser Entwicklung aktiv stellen. Das ist für sie besonders anspruchsvoll, da klare Strukturen und Prozesse, klar definierte Zuständigkeiten, Hierarchien, aber auch Regelgebundenheit und Normtreue sie zwar mitunter in ihrer Weiterentwicklung behindern, aber zugleich auch einen guten Teil ihrer Legitimation, ihre Verlässlichkeit und Rechtmäßigkeit ausmachen

Henning Lühr, Staatsrat

Gesprächsgast in Bremen


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Arbeit 4.0 ist mehr als eine neue Version des Betriebssystems der Verwaltung, das Änderungen des Arbeitslebens nach sich zieht. Arbeit 4.0 bietet die Chance zur Gestaltung. Dies erfordert Beteiligung der Beschäftigten und Gewerkschaften.

Online-Vita von Henning Lühr

Klaus Lutz, Pädagogischer Leiter des Medienzentrums Parabol, Fachberater für Medienpädagogik im Bezirk Mittelfranken

Gesprächsgast in Nürnberg


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Arbeitsschwerpunkte:

  • Medienarbeit mit sozial benachteiligten Jugendlichen
  • e-Partizipation
  • Medienarbeit mit Kindern
  • Computerspiele

Hierbei beschäftige ich mich im Besonderen mit der Frage nach Hilfestellungen für einen sinnvollen Umgang mit Computerspielen, den Möglichkeiten des Einsatzes von Medien in der politischen Bildungsarbeit (mit Schwerpunkt YouTube) sowie mit dem Umgang mit Medien im Elementarbe-reich.
Im Fokus steht hierbei für mich, einen sinnvollen Ausgleich zu finden zwischen der jugendkulturellen Nutzung von Medien und der von der Gesellschaft geforderten Nutzung. Ein weitere zentrale Fragestellung meiner Arbeit ist „Medien bilden—aber wie?“.
Eine Methode, Bildungsprozesse zu initiieren, stellt die aktive Medienarbeit dar. Zentraler Ankerpunkt der aktiven Medienarbeit ist dabei der Wechsel von der passiven Nutzung von Medien hin zum aktiven Gestalten mit Medien.
Ausgehend von diesen Prinzipien aktiver Medienarbeit bieten sich drei große Stränge für die Bildungsarbeit mit Medien:

  1. Das Lernfeld Medienkompetenz, welches das Erfassen und kritische Bewerten von Medienangeboten ebenso beinhaltet wie den selbstkritischen, reflexiven Umgang mit Medienangeboten und die Fähigkeit, Medien als kreatives Ausdrucksmittel zu nutzen.
  2. Die Auseinandersetzung mit unterschiedlichsten Themen wie z.B. Toleranz, Fremdenfeindlichkeit oder Sexualaufklärung. Ohne dass dies zunächst für die Teilnehmer zu sehr in der Vordergrund rückt, beinhaltet die Erstellung eines Medienprodukts automatisch auch eine intensive Beschäftigung mit dem gewählten Thema, die für die Erstellung eines attraktiven Produkts unerlässlich ist. Und ein ansprechendes Ergebnis wollen meist alle: Man will sich schließlich gut präsentieren, wenn z.B. der Film auf einer großen Leinwand der Klasse oder gar der ganzen Schule vorgeführt wird.
  3. Der dritte Strang nutzt die Medien in der direkten Verknüpfung mit Lernfeldern wie z.B. der Sprachförderung, der Vermittlung naturwissenschaftlicher Phänomene oder dem Erlernen des Umgangs mit Zahlen.

Anhand dieser Leitlinien habe ich in den letzten Jahren verschiedene Modellprojekte im Rahmen der Medienbildung entwickelt und publiziert.

Website der Medienfachberatung für den Bereich Mittelfranken
Website von parabol
Website von CityVee

Carsten Mai, Krankenpfleger und Dipl.-Pädagoge, Schulleitung der Ev. Berufsschule für Pflege des Rauhen Hauses

Gesprächsgast in Hamburg


Seit über 30 Jahren im Berufsfeld Pflege aktiv. Vornehmlich mit der Aus- und Fort- und Weiterbildung von Pflegekräften befasst. Beteiligt an vielen Projekten zur Weiterentwicklung der Qualität in der Pflege z.B. Entbürokratisierung der Pflegedokumentation oder Weiterentwicklung der Angebote für demenzkranke Menschen in stationären Einrichtungen.

Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0"

Die  gesellschaftliche Anerkennung der Arbeit in der Pflege wird zukünftig deutlich aufgewertet werden. Die Pflegearbeit selber wird sich von einer verrichtungsbezogenen und körpernahen Tätigkeit hin zu einer prozesssteuernden Aufgabe entwickeln. Es wird für Pflegekräfte darum gehen umfassend Sorge für die pflegebedürftigen Menschen zu tragen. Dabei werden sie von technischen und digitalen Assistenzsystemen unterstützt.

Prof. Dr. Arne Manzeschke, Professor für Anthropologie und Ethik für Gesundheitsberufe, Evangelische Hochschule Nürnberg

Gesprächsgast in Nürnberg


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Unser Leben und Arbeiten wird sich in einer digitalisierten Welt immer weiter verändern. Es sind von Menschen geschaffene Strukturen der Technik, die uns Menschen Möglichkeiten der Entfaltung und Erweiterung geben werden, aber auch neue Grenzen und Gefährdungen. Beachtenswerte Prognosen gehen davon aus, dass viele der aktuellen Arbeitsverhältnisse in den nächsten zwei Jahrzehnten fortfallen werden, weil sie von intelligenten Maschinen übernommen werden. Wir werden uns immer weiter vermessen und so einbinden in ein großes Netz aus Empfehlungen, Regulierungen und Normierungen. Das alles will und muss von uns informiert und engagiert gestaltet werden, damit es uns Menschen dient. 

Online-Vita von Arne Manzeschke
Projektbeschreibung des Forschungsprojektes MTEmotion
Informationen zu InterEmotio

Dr. Dietrich Manzey, Professor für Arbeits-, Ingenieur- und Organisationspsychologie, Technische Universität Berlin

Gesprächsgast in Berlin


Begründer des Masterstudiengangs Human Factors, der sich mit Problemen der Mensch-Maschine-Interkation und Ansätzen einer möglichst menschzentrierten Technikgestaltung beschäftigt.

Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0"

In meinen eigenen Forschungsarbeiten beschäftige ich mich seit 15 Jahren mit Problemen, die sich bei der Nutzung und Überwachung automatisierter Systeme stellen sowie mit neuen Leistungsanforderungen in einer immer stärker technisierten und globalisierten Welt (z.B. Multitasking). Mit Blick auf die immer weiter reichende Digitalisierung im Bereich der Produktion und Dienstleistungen und die damit zusammenhängenden Konzepte von Arbeiten 4.0 werden sich neue Herausforderungen sowohl in Hinblick auf die konkrete Gestaltung von Arbeitssystemen, als auch qualitative Änderungen der Arbeitsanforderungen und der Rolle menschlicher Arbeit stellen. Noch habe ich die Hoffnung, dass wir diesmal aus den in der Vergangenheit gemachten Erfahrungen lernen und nicht wieder nur einer primär technik- und ökonimiegetriebenen Entwicklung mit anschließenden "Humanisierungsbemühungen" hinterherlaufen wie wir es schon einmal in den 1980er Jahren erlebt haben, sondern diesmal von vornherein den arbeitenden Menschen mit seinen Bedürfnissen und Fähigkeiten bei der Entwicklung einschließen. In diesem Sinne ist auch das Bemühen um eine frühzeitige Reflektion und Diskussion möglicher Konsequenzen für die Rolle menschlischer Arbeit und die gesellschaftlichen Auswirkungen zu begrüßen. Dabei kann ich aber nicht verhehlen, dass diese Hoffnung von Skepsis begleitet wird und die Gefahr besteht, dass wir wiederum eine Entwicklung erleben werden, bei der es primär darum gehen wird, produktionstechnisch und ökonomisch optimierte Systeme zu schaffen, an die sich der Mensch anschließend irgendwie anpassen muss.

Herbert Marschall, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Berufs- und Weiterbildung der Universität Duisburg-Essen

Gesprächsgast in Düsseldorf


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Digitalisierung und 3D-Druck befördern sich gegenseitig. Die Möglichkeit, Dinge in digitale dreidimensionale Daten zu überführen, CAD und Scantechnologien haben 3D-Druck möglich gemacht, andererseits schafft das Vorhandensein dieser Daten die Möglichkeit, selbige mit Geschäftsprozessen zu verknüpfen, virtuelle und angereicherte Welten zu erschaffen und Produkte über ihren ganzen "Lifecycle" zu verfolgen. 3D-Druck schafft viele neue technische Möglichkeiten, von Modellen und Prototypen über Werkzeuge mit eingebauten Kühlkanälen, Leichtbau, individualisierte Massenfertigung – z.B. von Hörgeräten – bis hin zu selbst auflösenden biokompatiblen Knochenersatzteilen und Geweben, sogar Brücken oder Häusern. Ich glaube aber nicht an das Modell "Jeder sein eigener Produzent". Auch im zweidimensionalen Printbereich fertigen Endverbraucher einfache Drucksachen mit Desktop-Druckern selbst, aber niemand stellt sich eine Zeitungsrotationsmaschine in die Wohnung. Es wird aber neue Geschäftsmodelle – wie z.B. Thingiverse geben – bei denen man selbst CAD-Daten hochladen oder aus online verfügbaren Datensätzen auswählen kann, um sich Modelle, Gebrauchsgegenstände oder sonstige Produkte fertigen zu lassen. 

Was bedeutet Digitalisierung für unser zukünftiges Arbeiten und berufliches Lernen? Neben einem Grundlagenverständnis werden wir Expertenwissen über die spezifischen Prozesse benötigen, da der Mensch genau dann eingreifen muss, wenn die Maschine "nicht mehr weiter weiß". Planende und steuernde Tätigkeiten werden zunehmen, außerdem ist Flexibilität, Kommunikationsfähigkeit und Kooperationsbereitschaft gefragt. Wo Entwicklung und Konstruktion, Einkauf, Produktion, Vertrieb und Service vernetzt werden, muss die Kommunikation zwischen Lieferanten, Funktionsbereichen im Betrieb, Logistik und Kunden funktionieren.

Wenn wir nicht wollen, dass Menschen in bestehenden Berufen ihre Arbeit verlieren, ist es besser, die vorhandenen Berufe mit neuen Kenntnissen anzureichern als gänzlich neue alleinstehende Berufe zu schaffen. Die IT- und Metallberufe – z. B. der Produktionstechnologe – zeigen gute Ansätze in die richtige Richtung auf. Alle Berufe müssen im Rahmen der Modernisierung an die Erfordernisse der Digitalisierung angepasst werden. Mobiles Lernen und der Umgang mit Augmented Reality werden zunehmen. Die Arbeitnehmer müssen sich darauf einstellen, flexibel zu bleiben, lebenslang und auch selbstständig zu lernen und gegebenenfalls die Möglichkeiten des dualen Studiums zu nutzen.

Katja Mast, MdB, Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion für Arbeit und Soziales

Gesprächsgast in Karlsruhe


Katja Mast ist seit 2005 Mitglied des Deutschen Bundestages für den Wahlkreis Pforzheim/Enzkreis. Von Beginn an ist sie Mitglied im Ausschuss für Arbeit und Soziales – als neue Abgeordnete vor zehn Jahren keine Selbstverständlichkeit. Seit Januar 2014 ist sie Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion für Arbeit und Soziales – in dieser Funktion war sie in den vergangenen Monaten maßgeblich an den Verhandlungen zur Einführung des Mindestlohns und dem Rentenpaket beteiligt. Katja Mast ist eine Verfechterin einer vorausschauenden Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik – deshalb mischt sie sich auch immer wieder in die Debatte um die Weiterentwicklung der Arbeitlosenversicherung hin zu einer Arbeitsversicherung ein und wenn es darum geht, den „Vorsorgenden Sozialstaat“ weiter zu denken. Seit 2011 ist sie Generalsekretärin der SPD Baden-Württemberg.


Ulrich Mathiak, Betriebswirt, Stellvertr. Vorsitzender ver.di-Bezirk Dortmund

Gesprächsgast in Dortmund


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Veränderungen in der Arbeitswelt begleiten die meisten von uns schon ein Leben lang. Gerade im Ruhrgebiet haben Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer seit Beginn der Industriealisierung immer wieder technologischen Wandel in Praxis erlebt und mitgestaltet. Eine entscheidende Rolle kam dabei den Gewerkschaften zu. Arbeit 4.0 stellt uns vor neue Herausforderungen. Erweitert die Digitalisierung die individuellen Möglichkeiten der Arbeitsgestaltung? Können wir mit Arbeit 4.0 die Vereinbarkeit von beruflichen Anforderungen und privaten Bedürfnissen verbessern? Wie können soziale Errungenschaften erhalten und an neue Bedingungen angepasst werden?

Britta Matthes, Leiterin der Forschungsgruppe „Berufliche Arbeitsmärkte“ am Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, Nürnberg

Gesprächsgast in Nürnberg


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Die fortschreitende Digitalisierung der Arbeitswelt wird nicht dazu führen, dass Berufe gänzlich vom Arbeitsmarkt verschwinden. Vielmehr werden sich in der Regel die – in den Berufen zu erledigenden – Tätigkeiten verändern.
Um zu zeigen, welche Berufe am stärksten durch die Digitalisierung betroffen sind, haben wir den Grad der Automatisierbarkeit für die einzelnen Berufe berechnet (siehe Job-Futuromat). Er zeigt, wie hoch der Anteil an wesentlichen Aufgaben (Tätigkeiten) in diesem Beruf ist, der theoretisch schon heute von Maschinen, Robotern oder Computerprogrammen ausgeführt werden könnte. Er sagt nichts darüber aus, wie viele Beschäftigten in diesem Beruf ihren Job verlieren werden, denn selbst wenn eine Tätigkeit technisch gesehen automatisierbar ist, heißt das nicht, dass sie automatisiert wird: Arbeit von Menschen ausführen zu lassen ist in vielen Fällen noch wirtschaftlicher bzw. flexibler. Menschliches Wissen, Fertigkeiten, Intuition und Gefühl können eine höhere Qualität mit sich bringen. Auch können rechtliche oder ethische Hürden einer Automatisierung entgegenstehen. Er sagt auch nichts darüber aus, wie groß die (zukünftige) Nachfrage nach Personen mit dieser Ausbildung ist. Es sagt aber etwas darüber aus, wie dynamisch sich das Wissen in diesem Beruf in den nächsten Jahren entwickeln wird. Gerade Berufe mit hohem Grad der Automatisierbarkeit könnten im Zuge der Digitalisierung attraktiver werden, weil sie humanisiert werden, d.h. schwere körperliche Arbeit abnimmt, der Anteil kreativer Arbeiten steigt. In diesen Berufen könnte es dann auch häufiger möglich sein, die Vorteile der neuen Technologien (z.B. Arbeiten von zu Hause aus) nutzen zu können.

Mitarbeiterprofil von Britta Matthes
Webseite des Job-Futuromaten
IAB-Kurzbericht 22/2016
IAB-Kurzbericht 14/2016
IAB-Kurzbericht 24/2015

Dr. Tobias Matzner, Philosoph und Informatiker, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Internationalen Zentrum für Ethik in den Wissenschaften der Universität Tübingen

Gesprächsgast in Tübingen


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Arbeiten 4.0 verspricht Individualisierung und Flexibilität. Das kann den Arbeitsalltag erleichtern. Gleichzeitig können neuen Anforderungen entstehen, immer mehr Zeit und Orte für die Arbeit verfügbar zu machen, wenn etablierte Grenzen verschwimmen, z.B. zwischen Privat- und Arbeitsleben. 

Arbeiten 4.0 beruht auf der Erfassung und Auswertung von Daten. Das heißt Arbeitsprozesse sind nicht mehr nur die Produktion von Gütern, sondern immer auch die Produktion von Informationen. Wer diese Informationen bekommt, nutzen kann und darf ist eine offene Frage. Mit Daten und Informationstechnik wird oft in besonderem Maße Objektivität verbunden. Diese ist aber keinesfalls gewährleistet. Zudem besteht die Gefahr, dass schwer messbare Leistungen und Eigenschaften von Arbeitnehmer_innen weniger Berücksichtigung finden. 

Webseite von Tobias Matzner

Torsten Maue, selbstständig im Bereich SEO und Social Media

Gesprächsgast in Magdeburg


Torsten Maue ist seit knapp zehn Jahren selbstständig im Bereich SEO und Social Media und genervt von solchen Begriffen wie "Digitale Nomaden". Er ist viel unterwegs und doch am liebsten daheim vor dem eigenen PC. Außerdem bloggt er regelmäßig auf verschiedenen eigenen Blogs und sieht sich selbst eher fest verwurzelt in Magdeburg als nomadenmäßig durch die Gegend ziehend. Dann wäre er eher Bauarbeiter geworden, wenn er das gewollt hätte.

Thomas Maxara, Lehrer an der Georg-Christoph-Lichtenberg-Schule in Kassel, verantwortlich für die IT-Administration und das Lernen mit Neuen Medien

Gesprächsgast in Kassel


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Lernen ist ein lebenslanger Prozess. Diese Binsenweisheit ist ein lang gepredigtes Credo in Schulen. Und dennoch erfahren dies Absolventinnen und Absolventen im Bildungsgang der Gymnasialen Oberstufe mit dem Ziel „Allgemeine Hochschulreife“ zumeist erst am eigenen Leib, wenn sie die Schule verlassen und das Abitur in der Tasche haben.
Schule muss jedoch dieses „Lebenslange Lernen“ vorbereiten, anbahnen, begleiten, im wörtlichen Sinn in die Wege leiten, damit Jugendliche und Heranwachsende Bildung als Lebenschance begreifen, die es ihnen ermöglicht, an der Welt von morgen teilzuhaben und diese Welt mitzugestalten.
Arbeiten 4.0 beginnt somit nicht erst in der Arbeitswelt – in der nachschulischen Welt – sondern bereits viel früher. Nämlich in der Welt, die die Grundlagen schafft: In der Schule.

Website von Thomas Maxara

LinkedIn-Profil von Thomas Maxara
Website der Lichtenberg-Schule Kassel

Nils Meins, Dipl. Informatiker, Research Machine Learning, Forschungsprojekt KSERA - Serviceroboter für ältere Menschen

Gesprächsgast in Hamburg


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0"

Roboter und intelligente Software bringen viele Möglichkeiten für die Zukunft, sowohl positive als auch negative. Wo kann die Reise hingehen? Überspitzt gefragt; werden alle Menschen sich den schönen Dingen des Lebens widmen können, da Roboter für uns arbeiten oder werden wir ums Überleben kämpfen, weil Roboter unsere Arbeit haben? Ich denke, diese Technologien werden unser Leben so nachhaltig (und leise) verändern wie der Einzug von Smartphones und Internet, als ein weiteres (ganz natürliches) Werkzeug in unserem täglichen Leben, dessen Nutzen wir später nicht mehr werden missen wollen.

Online-Vita von Nils Meins

Nils Meins auf LinkedIn

Nils Meins auf Xing

Christian Meiser, Gründer & Geschäftsführer CMD 3D  Ideenschmiede 4.0

Gesprächsgast in Nürnberg


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Für mich bedeutet, dass mit Arbeiten 4.0 eine starke Verbindung mit dem Internet einher geht. Freie Daten werden für jeden zugänglich gemacht. Außerdem bietet eine vernetzte Welt, wie z.B Maschinen + Internet, eine wesentlich schnellere und flexiblere Produktion. Open source Programme und ähnliche Software machen es möglich. Aber auch der Schutz dieser Daten im IoT ist eine der Kernfragen des digitalen Wandels dieser Tage.

Homepage
CMD 3D -  Ideenschmiede 4.0


LinkedIn-Profil von Christian Meiser

Marlen Melzer, Wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (Dresden), Gruppe Regionaler Transfer, Branchen

Gesprächsgast in Dresden


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0"

Aus Sicht der Arbeitsgestaltung wird die Kunst in einer Arbeitswelt 4.0 darin bestehen, die Chancen der neuen technologischen Möglichkeiten klug zu nutzen, ohne die damit ebenfalls verbundenen Schwierigkeiten oder gar Risiken für die Sicherheit und Gesundheit aus dem Blickfeld zu verlieren.
Dazu bedarf es einer „Arbeitsgestaltung 4.0“, die sich einmal mehr einer menschengerechten Gestaltung von Arbeit verpflichtet fühlt. Ein solcher Ansatz nutzt die Vorzüge moderner Technologien (beispielsweise die Möglichkeit der Entlastung des Menschen von einfachen Routineaufgaben innerhalb autonomer Produktionssysteme), ohne dabei bisherige Errungenschaften im Bereich Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit über Bord zu werfen.

Veränderungen und Weiterentwicklungen erfordern auch immer ein Neu- oder Dazulernen – bei allen Beteiligten. In der Arbeitswissenschaft sprechen wir in diesem Zusammenhang von einer lernförderlichen, den Erhalt der Arbeitsfähigkeit sichernden Arbeitsgestaltung. Dieser Ansatz hat den Menschen genauso im Blick wie die Organisation, in der sie oder er tätig ist, sowie die Technik, die die Erfüllung der Arbeitsaufgabe unterstützt. Ein wesentlicher Ansatz hierfür ist die Gestaltung vollständiger bzw. ganzheitlicher Arbeitstätigkeiten, die es dem Menschen ermöglichen, seine Arbeit als sinnvolles Ganzes mit Bedeutung für ein zu erzielendes Gesamtergebnis wahrzunehmen. Derart gestaltete Tätigkeiten erlauben es dem Arbeitenden, sich eigenständig Ziele für seine Arbeit zu setzen, mögliche Vorgehensweisen zu entwickeln und aus diesen eine geeignete Variante auszuwählen, sich mit Kolleginnen und Kollegen abzustimmen, die Tätigkeit schließlich auszuführen und die Ergebnisse der eigenen Arbeit zu überprüfen. In diesem Sinne vollständige Arbeitstätigkeiten stellen unterschiedliche geistige Anforderungen an den Beschäftigten, so dass auch in dieser Hinsicht Vielfalt und Abwechslung gegeben ist.

Angesichts der Entwicklungen, die „Arbeiten 4.0“ mit sich bringt, stellt sich u. a. die Frage, welche Rolle Roboter innerhalb des Arbeitssystems einnehmen sollten – d. h. wie die Arbeitsteilung mit diesen gestaltet werden kann, ohne dass dadurch die Ganzheitlichkeit der Tätigkeit – ein Kernmerkmal „gut gestalteter Aufgaben“ – gefährdet wird. Konkreter formuliert: An welcher Stelle und in welcher Form können Roboter den Menschen sinnvoll unterstützen, seine Arbeit übernehmen oder ihm gar „Kollege“ sein? Und: Wann und wo sollte trotz gegebener technischer Möglichkeiten zugunsten einer lern- und gesundheitsförderlichen Arbeit auf den Einsatz von Robotertechnik bewusst verzichtet werden?

Fragen wie diese sind nicht komplett neu; sie stellten sich in ähnlicher Form bereits zu Zeiten der „Humanisierung des Arbeitslebens“. Sie müssen jedoch neu beantwortet werden – eine spannende Aufgabe für moderne Arbeitsgestaltung!

Website von BAuA
Website von INQA
Website des regionalen Transfers Dresden

Tim Metzner, Staatl. gepr. Techniker Elektrotechnik, Geschäftsführung Günstiger3D

Gesprächsgast in Kassel


Website von Günstiger3D

Dr. Bernd Meyer, Softwareentwickler, Betriebsratsvorsitzender

Gesprächsgast in Bremen


Meine Gedanken zu "Arbeiten 4.0":

Die Digitalisierung der Arbeitswelt ist erst ganz am Anfang und wird unser Leben und unsere Arbeitsplätze in einem Umfang verändern, der uns heute überhaupt noch nicht klar ist. Entscheidend wird sein, dass keine Teile der Gesellschaft von der Entwicklung abgehängt werden. Die durch immer stärkere Automatisierung weniger vorhandene Arbeit muss gerecht verteilt werden. Ansonsten wird es zu enormen gesellschaftlichen Spannu