Experimentierraum „Quervernetzte Verwaltung“

Verwaltungen sind geprägt von komplexen Entscheidungsprozessen – für Bürgerinnen und Bürger sind diese meist wenig durchschaubar, für die Verwaltungen selbst bedeuten sie einen hohen zeitlichen Aufwand. Auch die Stadt Karlsruhe ist hier keine Ausnahme. Sie möchte deshalb die Abläufe in den Ämtern effektiver gestalten. „IQ – Einführung einer innovativen Querstruktur in der Stadtverwaltung“ heißt das Projekt, das für effizientere Entscheidungswege, innovativere Lösungen sowie eine verbesserte Kommunikation nach innen und außen sorgen soll. Bei komplexen Vorhaben stößt die Arbeit in hierarchischen und nach Zuständigkeiten organisierten Verwaltungsstrukturen oftmals an ihre Grenzen. Zumindest wenn es bei Vorhaben mit vielfältigen Zielgruppen und komplexen Wirkungszusammenhängen um zielgruppengerechte, schnelle und innovative Lösungen geht.

Ein Beispiel: Wenn das Stadtplanungsamt einen öffentlichen Platz neu gestaltet, ist es sinnvoll, von Beginn an auch Streetworker, ansässige Geschäftsleute sowie die Anwohnerinnen und Anwohner einzubinden. Geschieht dies nicht, gibt es im Nachhinein oftmals keinen Spielraum mehr für Vorschläge von außen und alle betroffenen Akteure werden vor vollendete Tatsachen gestellt. Das sorgt für Frust auf allen Seiten. Und am Ende steht ein Ergebnis, das nicht zufriedenstellend ist.

Experimentierraum starten: Am Anfang steht ein Konzept

Die geplante Quervernetzung will Wege abkürzen. In gemeinsamen Workshops mit allen Ämtern und den Bürgermeistern der Stadt wurden sechs „Themenkorridore“ mit jeweils drei bis fünf Leitprojekten benannt, bei denen eine neue Form der Zusammenarbeit dabei unterstützen soll, komplexe Aufgaben zu bewältigen und die definierten Ziele zu erreichen. Künftig sollen die Projekte in fach- und hierarchieübergreifenden Arbeitsgruppen unter Einbindung betroffener Akteure aus der Stadtgesellschaft umgesetzt werden, koordiniert von den Projektleitungen und einem IQ-Lenkungskreis. Hinzu kommt die abgestimmte Kommunikation nach innen und außen. So will die Verwaltung die Bürgerinnen und Bürger künftig transparenter über ihre Projekte informieren und auch das Wir-Gefühl in der Stadt stärken. Nach innen soll die Kommunikation mehr Identifikation schaffen und damit motivierend wirken.

Nun liegt der Ball beim Gemeinderat, der über das Projekt diskutiert. Gibt er grünes Licht, kann die Implementierung des Projektes folgen – und damit seine Tauglichkeit in der Arbeitspraxis getestet werden.