Nachgefragt: Was ist aus dem Innovationszirkel "Junge Verwaltung" geworden?

Wie hat sich der Experimentierraum seit seiner Vorstellung auf unserer Plattform entwickelt? Wie ist heute der Stand? Wir haben bei der Stadtverwaltung in Bremen nachgefragt!

Im Sommer 2016 startete der Experimentierraum der bremischen Verwaltung – der Innovationszirkel "Junge Verwaltung". Nachdem Mitarbeitende in den letzten Monaten intensiv Ideen gesammelt haben, steht 2019 die Umsetzung bevor. Gegenwärtig arbeitet die Projektleitung an einem Abschlussbericht. Dieser fasst die zentralen Ergebnisse verschiedener Arbeitsgruppen zusammen, die diese bei der Abschlussveranstaltung im Frühjahr 2018 gegenüber Führungs- und Mitbestimmungsgremien präsentierten, und gibt einen Ausblick auf das weitere Vorgehen. Ziel ist es, ganzheitliche Impulse für die Arbeitsorganisation in der öffentlichen Verwaltung der Freien Hansestadt Bremen zu geben.

Im Rahmen des Innovationszirkels ermittelten die Beschäftigten konkrete Handlungsbedarfe. In der Arbeitsgruppe "(Virtuelle) Vernetzung von Beschäftigten" verfestigte sich beispielsweise die Idee eines sozialen Intranets, das die informelle Kommunikation und Vernetzung der Mitarbeitenden verbessern soll. "Wie wir das konkret umsetzen wollen und können, erarbeiten wir derzeit allerdings noch", erklärt Projektleiter Niels Winkler. In der Planung etwas weiter ist die Arbeitsgruppe "Flexibilisierung von Arbeitszeit und Arbeitsort". "Wir stellen aktuelle Arbeitszeitmodelle mit fester Kernarbeitszeit auf den Prüfstand und diskutieren Alternativen. Auch die Möglichkeiten für mobiles Arbeiten und Homeoffice sollen in Zukunft ausgeweitet werden", so Winkler. Ressortübergreifende Fachgremien prüfen im nächsten Schritt, welche Maßnahmen umgesetzt werden können.

Die Projektverantwortlichen Christine Schröder und Niels Winkler ziehen eine positive Bilanz. "Der Innovationszirkel hat sich als Ideenschmiede und wichtiger Impulsgeber bewährt", so Schröder. "Es hat sich gezeigt, dass die interdisziplinäre und hierarchieübergreifende Zusammenarbeit bei den Mitarbeitenden gut ankommt und die Ideen auch auf Leitungsebene diskutiert werden", erläutert Winkler. Ein ähnliches Format soll es daher auch zukünftig geben. Basierend auf den Erfahrungen des Innovationszirkels erarbeitet die Projektleitung derzeit, wie eine Fortsetzung aussehen kann. Dabei ist noch offen, wie die zukünftige Ideenschmiede konkret ausgestaltet wird.

Fest steht jedoch: Den Experimentierraum will die bremische Verwaltung inhaltlich ausweiten. "Das neue Format soll nicht nur auf die bisherigen vier Themenbereiche festgelegt sein", so Schröder. Auch der generations- und ressortübergreifende Wissensaustausch soll gestärkt werden. Ebenso soll es beim ressortübergreifenden Ansatz bleiben, denn der hat sich für den Austausch untereinander bewährt.

Während sich der bisherige Innovationszirkel gezielt an junge Beschäftigte und Nachwuchskräfte richtete, soll das zukünftige Format allen Beschäftigten offenstehen. Es soll weiterhin freiwillig bleiben, da dies eine höhere Eigenmotivation bei den Teilnehmenden mit sich bringt. Als unerlässlich hat sich zudem die frühe Einbindung der Führungskräfte erwiesen, die sicherstellt, dass ein Teil der erarbeiteten Ideen am Ende auch Abnehmer findet. Um die Abnahmequote und damit die Möglichkeiten zur Umsetzung weiter zu steigern, überlegen die Projektverantwortlichen, die Themengenerierung zu verändern. "Wenn die Themen nicht mehr von den Mitarbeitenden, sondern von den Entscheidungsträgerinnen und -trägern vorgegeben würden, dann hätten im Rahmen der Ideenschmiede erarbeitete Lösungsansätze später eine höhere Chance für Abnehmer", begründet Schröder die Überlegung.