Future of Work

Der Weg zum purpose-led Unternehmen

Das SAP Innovation Center Network (ICN) erschließt neue Wachstumsfelder für SAP, indem es Märkte identifiziert, in Technologien investiert und neuen Geschäftstrends den Weg ebnet. Für das ICN gelten innerhalb des Gesamtkonzerns besondere Regeln, so sind Entwicklungsteams beispielweise nicht an den üblichen Portfolio-Prozess gebunden. Aber das eigentlich Besondere ist: Ausprobieren und Fehlermachen sind ausdrücklich erlaubt. So kommt es auch vor, dass Projekte "erfolgreich" eingestellt werden. Diese Offenheit für Versuch und Irrtum ist eines der wichtigsten Prinzipien im SAP Innovation Center Network.

Ein Team des ICN fokussiert sich auf das Thema Zukunft der Arbeit. Das "Future of Work"-Team befasst sich mit der Rolle des Arbeitnehmers in einer zunehmend digitalisierten Arbeitswelt und liefert Cloud-Anwendungen für Unternehmen, die im Zeitalter der digitalen Transformation den Menschen in den Mittelpunkt stellen wollen. Unternehmen werden bei der Transformation hin zu einer sogenannten "purpose-led organization" unterstützt. Bei diesem Ansatz verschreibt sich ein Unternehmen einem größeren und bedeutungsvollen Sinn, der als Richtschnur des täglichen Handelns dient und erheblich zur Motivation der Mitarbeiter beiträgt. Das "Future of Work"-Team begleitet diese Prozesse und evaluiert neue Arbeitsansätze und Organisationsformen, die auf Sinnorientierung und Selbstorganisation setzen.

Arbeitsaufgaben im Wandel

Wie bei vielen anderen Unternehmen werden auch bei SAP repetitive Prozesse immer mehr von Maschinen und Software übernommen. Das Unternehmen muss sich noch stärker durch Agilität und Innovationsfähigkeit von anderen abheben. Der bereits hohe Anteil von akademisch ausgebildeten Mitarbeitern wird bei dem Softwareunternehmen im Rahmen der Digitalisierung weiter steigen. Das Team "Future of Work" geht unter anderem der Frage nach, wie Unternehmen zukünftig für sehr gut ausgebildete Mitarbeiter, sogenannte Wissensarbeiter, attraktiv bleiben können. Dabei ist eine Erkenntnis zentral: Wissensarbeiter wollen anders geführt werden. Selbstbestimmung und Mitbestimmung haben für sie einen viel höheren Stellenwert.

Das "Future of Work"-Team untersucht die Mechanismen, mit denen sich Selbstorganisation und Mitbestimmung ausbauen und verbessern lassen. Dahinter steckt die Idee, dass Beschäftigte, die ihre Arbeit freier gestalten können, sich stärker im Sinne des Unternehmens einbringen und in interdisziplinären Teams bessere Lösungen finden. Im Gegenzug erhalten sie mehr Mitspracherecht im gesamten Entwicklungsprozess und mehr Gestaltungsspielraum bei der Organisation ihrer Arbeit. Hierbei erprobt das Team neue Ansätze und Methoden. Unter anderem geht es darum, das tradierte Managementsystem zukunftsfähig zu machen. So werden Managerinnen und Manager nicht mehr ernannt, sondern unter bestimmten Rahmenbedingungen vom eigenen Team gewählt, von dem sie alle sechs Monate Feedback bekommen.

Neue Entscheidungsprozesse

Letztendlich geht es auch um die Frage, wie sich Entscheidungskompetenzen innerhalb des Unternehmens anders und besser verteilen lassen. Deshalb hat sich Günter Pecht-Seibert, der den ICN-Bereich "Future of Work" leitet, dazu entschlossen, die Entscheidungshoheit in seinem Bereich aufzuteilen. Dazu hat das Team ein Gremium gegründet, in dem sechs Repräsentanten der unterschiedlichen Themenfelder von "Future of Work" sitzen, die mit jeweils einer Stimme gleichberechtigt entscheiden. Pecht-Seibert hat damit ein Stück weit Führungsverantwortung abgegeben und entscheidet jetzt nicht mehr alleine über das, was in seinem Bereich passiert. Bisher macht er damit gute Erfahrungen. Die Herausforderung besteht jedoch darin, dieses Prinzip konsequent umzusetzen und sich von traditionellen Hierarchie-Verhältnissen zu verabschieden – das ist für den einen leichter und für den anderen etwas schwerer.