Drei Fragen an Anja Moldehn

  • Wie holt Phoenix Contact seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Initiative "Auf zu neuen Welten" ab und welche Möglichkeiten der Beteiligung haben sie?

    Anja Moldehn: Die Einbindung funktioniert nicht von heute auf morgen, sondern ist das Ergebnis eines kommunikativen Prozesses und umfassender Informationsarbeit. Kommuniziert wird dabei auf verschiedenen Ebenen. Im Rahmen von mehrstündigen Meetings bis hin zu anderthalbtägigen Workshops werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter abgeholt. Sie haben in den Workshops die Möglichkeit, die einzelnen Projektthemen kennenzulernen, zu besprechen und an deren Gestaltung mitzuwirken. Es gibt zudem gesonderte Workshops für die Managerinnen und Manager der obersten und mittleren Führungsebene. In allen Workshops werden zusätzlich Broschüren verteilt, die das Projekt "Auf zu neuen Welten" sehr einfach und bedarfsgerecht darlegen. Neben den Broschüren werden zudem sehr intensiv auch das Intranet und E-Learning-Module zur Information der Mitarbeitenden genutzt.

    Bei Phoenix Contact sind alle Beschäftigten aufgefordert, sich zu beteiligen. "Auf zu neuen Welten" ist keine Initiative, die das Management einfach so entschieden hat und bei der nun alle Mitarbeitenden mitlaufen. Über die internen Kommunikationsmaßnahmen und insbesondere in den Workshops werden wir als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ganz konkret aufgefordert, uns einzubringen und die Digitalisierung im Unternehmen mitzugestalten. In den Broschüren und E-Learning-Modulen finden die Beschäftigten zudem Ansprechpartner zu den Projekten und Weiterbildungsthemen. An diese können sie sich jederzeit wenden, um Interesse an einer Mitarbeit zu signalisieren oder Anregungen einzubringen. Die Kontaktpersonen arbeiten in unserem internen Industrie-4.0-Office, in dem das Know-how aus verschiedenen Fachabteilungen gebündelt wird. Dort werden Anfragen und Anregungen der Beschäftigten entgegengenommen und bei Bedarf an die passenden Ansprechpartner aus einzelnen Projekten vermittelt.

  • Was lernen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in dem neuen Bildungszentrum und wie haben Sie persönlich von dem Experimentierraum profitiert?

    Anja Moldehn: Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gibt es ein breites Spektrum an Angeboten, aus denen sie frei wählen dürfen – von IT-Schulungen bis hin zu Fortbildungskursen im Projektmanagement. Mit einer Software können wir zu verschiedenen Weiterbildungsschwerpunkten recherchieren. Ich selbst habe mir dort beispielsweise ein Seminar aus dem Bereich elektrotechnisches Basiswissen zum Thema "Blitz- und Überspannungsschutz" ausgesucht. Außerdem nehme ich an einer Fortbildung teil, die mir Softskills zur Leitung internationaler Meetings vermittelt. Generell profitiere ich sehr von der Initiative. Es ist toll zu wissen, dass es so ein breites Angebot gibt, aus dem ich jederzeit frei wählen kann. Generell werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dazu angehalten, mindestens zweimal im Jahr an einer Weiterbildungsmaßnahme teilzunehmen.

  • Wo sehen Sie die besonderen Erfolge, aber auch weiteren Handlungsbedarf bei der Initiative "Auf zu neuen Welten"?

    Anja Moldehn: Ich werte es als Erfolg, dass es eine so breit angelegte Initiative zur Digitalisierung überhaupt gibt, da dies in vielen deutschen Unternehmen noch nicht die Regel ist. Außerdem gelingt es uns mit unseren Kommunikationsmaßnahmen schon recht gut, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mitzunehmen. Ich sehe es jedoch durchaus als eine zukünftige Herausforderung an, bei der Kommunikation den Nutzwert der Initiative noch weiter auf den einzelnen Mitarbeiter bzw. die einzelne Mitarbeiterin herunter zu brechen. Wir sind gerade dabei, auch digitale Kommunikations- und Kollaborationstools vermehrt einzuführen. Dennoch ist es wichtig, die Menschen im Unternehmen auch persönlich zu erreichen und nicht nur auf digitalem Wege an sie heranzutreten. Da spielen die Workshops eine ganz entscheidende Rolle.