Die Experimentierräume zu Gast bei der NWX19

27. März 2019

Agile Methoden und hierarchiearme Strukturen in einer Behörde und einer Bank – (wie) kann das funktionieren? Gemeinsam mit der ING Deutschland gestaltete das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) bei der diesjährigen Xing New Work Experience (NWX19) ein Panel zum Thema "Lern- und Experimentierräume: Gemeinsam die Arbeit der Zukunft gestalten".

Das BMAS prägt die Arbeitswelt – nicht nur nach außen, indem es mit Gesetzen die Rahmenbedingungen für Arbeitgeber und Beschäftigte festlegt, sondern auch im eigenen Haus. Und das auf mehreren Ebenen: Zum einen hat das BMAS die Denkfabrik „Digitale Arbeitsgesellschaft“ im Range einer Unterabteilung geschaffen, in der Mitarbeitende für Behörden eher untypische Arbeitsweisen wie Design Thinking und Co-Creation ausprobieren. Zum anderen hat es mit der Website der Lern- und Experimentierräume eine Plattform ins Leben gerufen, auf der Unternehmen ihre eigenen Antworten auf die Herausforderungen der Arbeitswelt der Zukunft und ihren Weg dorthin vorstellen können. Ein Unternehmen, das dieses Angebot genutzt hat, ist die ING Deutschland. Sie präsentiert auf der Website ihre Entwicklung hin zu einer agil arbeitenden Bank. Dr. Julia Borggräfe und Markus Müller - Abteilungsleiterin und Referatsleiter im BMAS - stellten zusammen mit Laura Wirtz von der ING Deutschland diese unterschiedlichen Ansätze in einem gemeinsamen Panel bei der NWX19 in der Hamburger Elbphilharmonie vor.

"Der Deal ist, dass das Team mit mir ausprobiert und experimentiert, wir aber dann auch auswerten, was für uns als Behörde funktioniert und was nicht", beschrieb Dr. Julia Borggräfe die Zusammenarbeit in ihrer Abteilung "Digitalisierung und Arbeitswelt". "Das Ergebnis ist – wie das immer bei Experimenten ist – offen", ergänzte Markus Müller. Genau diese Offenheit und Experimentierfreude zeichnet auch die Unternehmen aus, die sich und ihre Projekte auf der Plattform experimentierraeume.de vorstellen, sich dort von anderen Unternehmen inspirieren lassen und sich vernetzen. "Wir wollen Beispiele zeigen, die Mut machen, sich in der Digitalisierung zu bewegen", erklärte Markus Müller.

Ein Beispiel dafür ist die ING Deutschland, die innerhalb von 18 Monaten zur ersten komplett agil arbeitenden Bank Deutschlands werden will. "Wir haben uns erst einmal relativ lange damit beschäftigt, uns zu fragen, was sind überhaupt die Probleme, die wir lösen wollen, und warum wollen wir agil werden.", beschrieb Laura Wirtz. Seit letztem Sommer arbeitet der erste Teil der Mitarbeitenden in einer komplett neuen Unternehmensorganisation, in der es keine Trennung mehr zwischen IT und Fachbereichen gibt, sondern interdisziplinäre Teams gemeinsam an Aufgaben arbeiten. Mehr zum Experimentierraum der ING Deutschland gibt es hier zu lesen.

Im Verlauf des Panels diskutierten die Speaker darüber, wie die Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat, ein Abbau von Hierarchiestufen und ein echter Kulturwandel gelingen können. Auch thematisierten sie, welche Parallelen und Unterschiede es zwischen Projekten wie dem der ING Deutschland und der Denkfabrik des BMAS gibt. "Agilität ist keine Religion. Es gibt so viele unterschiedliche Methoden. Entscheidend ist, als Team die Methoden zu finden, die zur eigenen Arbeit passen.", erklärte Laura Wirtz abschließend.

Das komplette Panel "Lern- und Experimentierräume: Gemeinsam die Arbeit der Zukunft gestalten" mit Dr. Julia Borggräfe, Markus Müller und Laura Wirtz können Sie hier ansehen.