Dialog

Die Veränderungen der Arbeitswelt erfordern neue Ideen, frische Gedanken und einen offenen Dialog. Gerade weil die Zukunft der Arbeit bisher nur schemenhaft erkennbar ist, brauchen wir Impulse, wie diese Zukunft aussehen könnte und wie sie nicht aussehen sollte. Denn die Digitalisierung wirft viele Fragen auf. Bleibt der Sonntag grundsätzlich ein Tag der Erholung, wenn die Arbeit immer und überall erledigt werden kann? Wie lässt sich Solidarität organisieren, wenn immer mehr Beschäftigte im Home-Office arbeiten und die direkte Absprache im Büro nicht mehr funktioniert? Ist die Solo-Selbstständigkeit in Zukunft das Normarbeitsverhältnis, während die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zum Auslaufmodell wird? Welche Führungskräfteentwicklung muss stattfinden, um den Bedürfnissen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gerecht zu werden? Diese Fragen bewegen Politik und Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft, Kirchen und Gewerkschaften. Hier kommen sie zu Wort und werfen ihren Blick auf die Veränderungen, die uns alle angehen. Über die Dialogfunktion können Sie den meisten unserer Expertinnen und Experten Fragen stellen.

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Antworten von Ayad Al-Ani

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  • FRAGE Holger Emmrich: Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Dr. Ayad Al-Ani, Sie sprechen eine Entwicklung an, welche zur aktuellen Zeit von fast allen in Politik und Wirtschaft als neue Herausforderung und Möglichkeit gesehen wird. Nun stellt sich mir aus ethischen und gesundheitlichen Gründen die Frage nach dem Einklang von industrieller Entwicklung und menschlicher Seele. Was will ich damit sagen? Bei vielen Menschen geht der technische Fortschritt einher mit Ängsten. Im 19. Jahrhundert kennen wir die Situation der Zerstörung von seinerzeit modernen Maschinen etc. Wie schafft es die Gesellschaft künftig, die Arbeit auf alle gleichmäßig bei gerechter und sozial friedlicher Entlohnung zu verteilen? Der Gründer von IWIS Ketten, Johann Baptist Winklhofer, schreibt in seinen 10 Geboten für Vorwärtsstrebende als ersten Punkt: "1. Grundbedingung ist, dass man seinen Beruf gründlich versteht." Als Unternehmensberater, Dozent und Angestellter im öffentlichen Dienst (BA - :-)) stelle ich aber nach meinem subjektiven Empfinden immer wieder fest, dass nur wenige Menschen die Tragweite und Bedeutung ihrer Aufgaben erkennen und somit auch tatsächlich ausfüllen können. Auf den Punkt gebracht: Zu wenig Kommunikation zwischen den Hierarchieebenen und diese dann zumeist nicht in beide Seiten. Wie sollen dann die Ängste wirksam entkräftet werden? Wie gewinnt die Wirtschaft Menschen für die von Ihnen beschriebenen Wege und nimmt sie auf dem Weg auch wirklich mit?
    ANTWORT
    Portrait von Professor Ayad Al-Ani
    Ayad Al-Ani: Sie sprechen mehrere wichtige Punkte an. Zunächst das Verstehens des Berufs. Indem das Individuum in den Vordergrund rückt, das sich selbst für Tätigkeiten/Arbeitspakete identifiziert, wird vorausgesetzt, dass man sich genau für jene selbst identifiziert, die man machen möchte. So gesehen steigt die Wahrscheinlichkeit, dass wir vermehrt Dinge tun, die wir verstehen und vor allem, für die wir Leidenschaft und Interessen hegen. Organisationen werden also immer öfter um die Fertigkeiten der Menschen herum gebaut, anstatt diese in Rollen hinein zu zwängen, die von dem was man kann oder will, immer nur einen kleinen Teil nutzen werden. Dann stellt sich die Frage, was mit den Tätigkeiten passiert, die keiner machen möchte. Wahrscheinlich werden diese vermehrt durch Roboter und künstliche Intelligenzen übernommen. Vielleicht kann man auch solche Tätigkeiten versteigern und sie finanziell attraktiver zu machen. Virtuelle Plattformen, die diese Tätigkeiten vermitteln, könnten dies ohne Weiteres übernehmen. Bleibt auch die Frage, wie das Individuum nun reagiert. Vielleicht muss man seine Interessen auch erstmal wiederentdecken? Unser Ich ist ja durchaus komplex und diese Selbstentdeckung alles andere als trivial und kaum eingeübt. Hierzu wird sich das Individuum mit einem Netz von Peers und Gleichgesinnten umgeben, die entlang der Biografie helfen, Entscheidungen zu treffen.

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