Glossar

Ob Big Data, Crowdfunding oder 3D-Drucker: Das Glossar erläutert die wichtigsten Fachbegriffe aus der Arbeitswelt von heute, morgen und übermorgen.
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Die Arbeit der Zukunft wird vernetzter, digitaler, flexibler. Arbeiten 4.0 soll als Leitbild für gute Arbeit neue Perspektiven und Gestaltungschancen in der Arbeitswelt der Zukunft aufzeigen. Der Titel „Arbeiten 4.0“ knüpft an die aktuelle Diskussion über die vierte industrielle Revolution (Industrie 4.0) an, rückt aber die Arbeitsformen und Arbeitsverhältnisse ins Zentrum - nicht nur im industriellen Sektor, sondern in der gesamten Arbeitswelt.

Bundesministerin Andrea Nahler erläutert den Begriff Arbeiten 4.0 Abspielen

Der Arbeitsschutz sichert Arbeitnehmer gegen Gefahren ab und schützt sie vor arbeitsbedingten Krankheiten. Die wichtigste gesetzliche Grundlage in Deutschland ist das Arbeitsschutzgesetz. Es verpflichtet den Arbeitgeber, seine Mitarbeiter vor Gefahren an Maschinen, Geräten und Anlagen zu schützen. In gefährlichen Arbeitsbereichen muss er besondere Sicherheitsvorkehrungen treffen. Außerdem muss er die Beschäftigten über Risiken aufklären. Der Arbeitgeber muss den Betriebsrat bei allen Fragen der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes hinzuziehen. Dieser achtet auf die Einhaltung der Vorschriften zum Arbeits- und Gesundheitsschutz.

Software-Lösungen, die komplexe Algorithmen ausführen, und untereinander vernetzte Fertigungsmaschinen mit leistungsstarker Computertechnologie lassen den Automatisierungsgrad weiter steigen. Obwohl technologische Innovationen in der Vergangenheit auf kürzere Sicht immer wieder Tätigkeiten in großem Umfang haben weggefallen lassen, haben sie langfristig auch neue Beschäftigungsmöglichkeiten geschaffen.

Als atypische Erwerbsformen werden Teilzeit, befristete Beschäftigung, geringfügige Beschäftigung und Zeitarbeit bezeichnet.

Als Big Data werden die Sammlung und Auswertung immer größerer Datenmengen bezeichnet, die durch technische Fortschritte sowohl bei Prozessoren, in der Sensorik aber auch in den Analysemethoden ermöglicht werden.

(dt. ‚Geschäftsengel‘) Person, die sich finanziell an einem Unternehmen (typischerweise Start-up) beteiligt und beim Aufbau beratend unterstützt.

Dienstleister, die gegen Bezahlung für ein Unternehmen Aufgaben wie beispielsweise Datenrecherche oder Texterstellung bewältigen. Die Aufträge werden dabei über digitale Plattformen vergeben (vgl. Crowdworking).

Räumlichkeit, in der verschiedene unabhängige Organisationen oder Freiberufler zusammen an einem Ort arbeiten können. Die Arbeitsplätze und vorhandene Infrastruktur werden dabei auf eine bestimmte Zeit gemietet.

Der Co-Working-Pionier Christoph Fahle erläutert die Bedeutung von Co-Working-Spaces. Abspielen

Möglichkeit der Finanzierung (engl. ‚funding‘) eines sozialen oder ökonomischen Projekts durch die individuelle Geldgabe einer Gruppe (engl. ‚crowd‘) von Menschen, meist Privatpersonen. 

Ein Geschäftsmodell, bei dem umfangreiche Arbeiten an eine Gruppe (engl. ‚crowd‘) Internetnutzer (teilweise gegen Bezahlung, „Paid Crowdsourcing“  Clickworker) ausgelagert wird, um Ressourcen und Kosten zu sparen oder Kollektivwissen zu nutzen. Prominentestes Beispiel ist das Online-Lexikon „Wikipedia“.

Bei Crowdworking werden Aufträge, meist zerteilt in kleinere Aufgaben, über digitale Plattformen an Crowdworker vergeben. Dies kann sowohl an die eigenen Beschäftigten erfolgen (internes Crowdworking) als auch an Dritte (externes Crowdworking), die z.T. als Solo-Selbständige für Auftraggeber weltweit arbeiten.

Sammelbegriff für die systematische Analyse von umfangreichen Datenmengen mit dem Ziel, neue Muster zu erkennen und neues Wissen zu gewinnen. (engl. ‚mining‘ – eigtl. Begriff aus dem Bergbau, in etwa: ‚Suche‘)

Sammelbegriff, der allgemein auf den Schutz persönlicher Daten und der Vermeidung missbräuchlicher Datenverarbeitung wie beispielsweise Datendiebstahl abzielt. Rechtliche Grundlage hierfür sind das Recht auf informationelle Selbstbestimmung und das Persönlichkeitsrecht. 

Allgemein: Technische und organisatorische Maßnahmen zum Schutz von Daten vor Fälschung, Zerstörung und Weitergabe. Hierzu zählen beispielsweise das Einrichten von Passwörtern, Erstellen von Sicherungskopien oder das regelmäßige Aktualisieren von Computer-Software (technische Maßnahmen). Organisatorische Maßnahmen betreffen die internen Sicherheits-Richtlinien von Organisationen wie Zugriffsrechte auf sensible Daten oder das Einrichten eines internen Netzwerkes (Intranet). 

Die Schlagwörter demokratische Teilhabe bzw. das demokratische Unternehmen beschreiben die Beteiligung von Beschäftigten an strategischen Entwicklungen oder der Arbeitsorganisation, über die betriebliche Mitbestimmung hinaus.

Dienstleistungen für private Verbraucher wie auch Unternehmenskunden werden inzwischen verstärkt über Online-Plattformen angeboten und vermittelt, die dafür eine Vermittlungsgebühr erheben. Beobachter sehen eine neue und hochflexible „On Demand-Economy“ im Entstehen begriffen, welche durch neue technische Möglichkeiten die direkte Erbringung von individualisierten Dienstleistungen ermöglicht. 

Der Begriff Digitalisierung bezeichnet den digitalen Wandel der Arbeitswelt durch den vermehrten Einsatz neuer Informations- und Kommunikationstechnologien. Die Veränderungen betreffen sowohl die Struktur und Organisation von Arbeit als auch die Anforderungen an die Beschäftigten. Erste Anzeichen dafür sind etwa die Verschiebung von der Präsenzpflicht hin zur Ergebnisorientierung, das Verschwimmen der Grenzen von Privat- und Berufsleben, neue Berufsprofile und erhöhte Anforderungen an das Selbst- und Zeitmanagement des Individuums. 

Digital Literacy umschreibt die Kenntnisse und Kompetenzen, die im Umgang mit neuen technischen Geräten sowie den damit gebildeten Informations- und Kommunikationsnetzwerken benötigt werden.

Gesche Joost, die Internetbeauftragte der Bundesregierung, steht an einem Bahnsteig und erklärt, was Digital Literacy ist. Abspielen

Maßnahmenkatalog der Bundesregierung, um die politisch-rechtlichen Grundlagen für den digitalen Wandel am Standort Deutschland zu schaffen und die Digitalisierung in Gesellschaft und Wirtschaft zu verankern. Die Maßnahmen zielen u.a. auf Wachstum und Beschäftigung (Digitale Wertschöpfung und Vernetzung), Vertrauen und Sicherheit (Informationstechnik) sowie Zugang und Teilhabe (Internet, Medien- und Technologiekompetenz).

Der Digitale Wandel bündelt eine Vielzahl von Veränderungen, die auf Basis einer schnellen und breiten Adaption neuer Informations- und Kommunikationstechnologien in Wirtschaft und Gesellschaft realisiert werden können. Sie haben jeweils für sich und erst recht in Wechselwirkung miteinander ein großes Potenzial, die Art und Weise, wie wir wirtschaften und arbeiten, grundlegend zu beeinflussen.

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Verdrängung etablierter Geschäftsmodelle durch neue, digitale Alternativen. Aus einem Nischenprodukt entwickelt sich ein Standard, der die Umstrukturierung und Neuausrichtung einer ganzen Branche zufolge haben kann. Beispiel hierfür sind Modelle, die physische Aktivitäten vermehrt in das Internet verlagern, wie Online-Shopping-Portale.

Mit Blick auf einen wachsenden und sich verfestigenden Niedriglohnsektor sowie einer zunehmenden Verbreitung atypischer Erwerbsformen einerseits und einer weiterhin hohen Zahl von Normalarbeitsverhältnissen andererseits sprechen Wissenschaftler oftmals von einer Dualisierung des Arbeitsmarktes in Deutschland.

Konzept, das auf die Entbindung der Arbeitstätigkeit vom festen Arbeitsplatz abzielt. Aufgrund der technischen Möglichkeiten durch Digitalisierung im Büroalltag ist die physische Anwesenheit und fest eingeteilte Arbeitszeit nicht mehr notwendig. 

Thesen zum Ende der Arbeit aufgrund von Produktivitätsgewinnen aus dem technologischen Fortschritt gibt es bereits seit über hundert Jahren. Immer wieder verschwanden auch ganze Branchen und Berufe. Gleichzeitig entstanden neue Geschäftsmodelle und Berufsbilder. Daher geht es eher um Veränderungen und Umbrüche und neue Gleichgewichte am Arbeitsmarkt.

Der Einsatz moderner Informations- und Kommunikationstechnologie ermöglicht eine Entgrenzung der Arbeit, d.h. dass Arbeit räumlich, zeitlich und organisational bisherige betrieblich vorgegebene Strukturen mit festen Arbeitszeiten und Arbeitsorten und langfristig angelegter Bindung von Mitarbeitern an den Betrieb zugunsten einer neuen Offenheit verliert. 

Bislang sind vor allem, aber nicht ausschließlich, abhängig Beschäftigte (Angestellte) in der gesetzlichen Rentenversicherung versichert. Das Konzept einer Erwerbstätigenversicherung würde hingegen alle Erwerbstätigen, auch Selbstständige, in eine gesetzliche Altersversicherung einbeziehen.

Personen mit einer abgeschlossenen mindestens zweijährigen Berufsausbildung werden als Fachkraft bezeichnet. Dies sind Personen mit abgeschlossener Lehre, einem Fachschulabschluss oder (Fach-) Hochschulabschluss oder vergleichbaren Abschlüssen. 

Familienarbeitszeit bezeichnet ein Modell der partnerschaftlichen Aufteilung von Erwerbsarbeit und familiärer Arbeit zwischen Partnern, bei dem beide einer Erwerbstätigkeit mit substanzieller Wochenstundenzahl (z.B. ca. 80% einer Vollzeittätigkeit) nachgehen und sich familiäre Aufgaben teilen. Diskutiert wird in diesem Zusammenhang auch eine Lohnersatzleistung, die den Differenzbetrag zum Vollzeiteinkommen teilweise ausgleichen soll.

Fest angestellte Mitarbeiter, die nicht an Arbeitszeit und -ort gebunden sind. Die Arbeitsleistung erfolgt dann über Telearbeit oder mobiles Arbeiten. 

Mit Generation Y - im Englischen ausgesprochen wie „why“ - ist die zwischen 1985 und 2000 geborene Bevölkerungskohorte gemeint. Den Mitgliedern der Generation Y wird zugeschrieben, dass ihnen die Sinnhaftigkeit ihrer Arbeit sowie die Vereinbarkeit von Arbeit und Leben deutlich wichtiger sind als älteren Generationen.

Tina Egolf, Produktmanagerin und Netzaktivistin, erläutert den Begriff "Generation Y" Abspielen

(dt. ‚Heimarbeit‘) Arbeitsform, bei der außerhalb der Betriebsstätte und von privaten Räumen des Arbeitnehmers aus gearbeitet wird. Dies betrifft sowohl fest angestellte Arbeitnehmer als auch selbstständige Erwerbstätige. Bei der alternierenden Telearbeit erfolgt die Arbeit sowohl beim Arbeitgeber als auch zu Hause. 

Hierunter wird eine möglichst menschengerechte Gestaltung der Arbeitswelt verstanden. Der Begriff umfasst alle auf die Verbesserung des Arbeitsinhaltes und der Arbeitsbedingungen gerichtete Maßnahmen.

Das Schlagwort „Industrie 4.0“ beschreibt einen Umbruch im produzierenden Sektor. Leitbild der Industrie 4.0 ist eine hoch automatisierte und vernetzte industrielle Produktions- und Logistikkette. Dabei verschmelzen virtuelle und reale Prozesse auf der Basis sog. cyber-physischer Systeme. Dies ermöglicht eine hocheffiziente und hochflexible Produktion, die Kundenwünsche in Echtzeit integriert und eine Vielzahl von Produktvarianten ermöglicht.

Recht des Einzelnen, selbst über die Preisgabe und Verwendung seiner personenbezogenen Daten zu bestimmen. Welche Daten genau damit gemeint sind, ist nicht festgelegt. Rechtliche Sicherung in Deutschland erfährt das Gesetz bisher durch das Deutsche Gesetz sowie die Europäische Menschenrechtskonvention, es ist damit nicht im Grundgesetz verankert.

Die Initiative Neue Qualität der Arbeit ist eine gemeinsame Initiative von Bund, Ländern, Sozialpartnern, Kammern, der Bundesagentur für Arbeit, Wissenschaft und Unternehmen, die sich für eine mitarbeiterorientierte Unternehmenskultur einsetzt und Ansätze zur motivations-, gesundheits- und innovationsförderlichen Arbeitsgestaltung oberhalb von gesetzlichen Mindestnormen entwickelt. Sie bietet Beratungs- und Informationsangebote, Austauschmöglichkeiten sowie ein Förderprogramm für neue praxisnahe Angebote für Beschäftigte und Unternehmen.

Begriff, der einen Produktionsablauf bezeichnet, in dem die beteiligten Maschinen untereinander vernetzt sind und miteinander kommunizieren, sodass keine menschliche Steuerung mehr erforderlich ist. Basis hierfür sind sog. cyber-physische Systeme, in denen virtuelle und reale Prozesse miteinander verschmelzen. Bisher sind Smart Factories Zukunftsvisionen, werden aber als Modellfabriken getestet. Technische Grundlage sind „Embedded Systems“, in Geräte eingearbeitete Computersysteme, die für nur eine Aufgabe programmiert und schon heute im Alltag aufzufinden sind: Handys, Laserdrucker oder Herzschrittmacher. 

Systeme, die mit der Umwelt interagieren, unerwartete Situationen bewältigen, Einflüssen vorausschauen und mit dem Benutzer interagieren können. Aktuell wird diese Technik in dem Projekt ‚it’s OWL (Intelligent Technical Systems OstWestfalenLippe)‘ entwickelt und getestet. 

Der Begriff bezeichnet die Digitalisierung von Gegenständen. Kühlschränke, Heizungen oder Autos werden durch integrierte Computer zu „intelligenten“ Dingen, die über das Internet vernetzt werden und miteinander kommunizieren können. So „merkt“ der intelligente Kühlschrank beispielsweise, welche Produkte fehlen und bestellt diese via Internet beim nächsten Supermarkt, der sie pünktlich zum Feierabend nach Hause liefert. 

Die Automatisierung von Arbeitsabläufen erfordert immer weniger menschliche Interaktion und Steuerung, da Geräte und Maschinen mehr Arbeitsschritte übernehmen. Gleichzeitig nimmt bei steigender technischer Komplexität das Wissen um die einzelnen Prozessschritte seitens des Menschen ab, sodass dieser in einem Notfall nicht um die notwendigen Reparaturmechanismen weiß – die Überwachung wird komplexer.

Die Schlagwörter vollzeitnahe Teilzeit, kleine Vollzeit oder große Teilzeit bezeichnen Arbeitszeitmodelle unterhalb einer Vollzeit von 40 Wochenstunden, jedoch oberhalb einer Teilzeit von 20 Stunden. Derartige Arbeitszeitmodelle ermöglichen es Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ihre privaten und beruflichen Anforderungen besser miteinander in Einklang zu bringen.

Forschungsgebiet, das sich mit der Entdeckung neuer Wissenszusammenhänge in sehr großen Datenmengen beschäftigt. Dies bezieht sich auf die Vorbereitung, Transformation und Analyse (Data Mining) der Daten. 

Die Veränderung der gesellschaftlichen und individuellen Wertvorstellungen und Normen wird als kultureller Wertewandel bezeichnet.

Eine lebensphasenorientierte Arbeitszeit ermöglicht es Beschäftigten, ihre Arbeitszeit in bestimmten Lebensphasen, z.B. während der Familiengründung oder einer Weiterbildung, zu reduzieren, um die verschiedenen Zeitbedürfnisse besser vereinbaren zu können.

Die Journalistin und Buchautorin Susanne Garsoffky über die Bedeutung der Lebensphasenorientierung. Abspielen

Mobiles Arbeiten bezeichnet das Arbeiten außerhalb der Betriebsstätte. Es umfasst die Arbeit von Zuhause aus (Telearbeit, alternierende Telearbeit), die Arbeit beim Kunden (z.B. Service oder Vertrieb), die Arbeit von unterwegs (z.B. Flugzeug, Hotelzimmer) und die Arbeit im Rahmen von Dienstreisen (z.B. Messe, Kongress).

Als Resultat des Mobilen Arbeitens, der technischen Möglichkeiten und der steigenden Flexibilität der Arbeitswelt sind viele Arbeitnehmer grundsätzlich über ihre mobilen (Arbeits-)Geräte erreichbar und einsetzbar. Vor diesem Hintergrund wird oft ein Recht auf Nichterreichbarkeit gefordert. Erste Unternehmen in Deutschland haben bereits Regelungen getroffen, um die Grenze zwischen Erwerbstätigkeit und Freizeit beizubehalten. (Beispiel: Der Arbeitnehmer hat das Recht, nach einer bestimmten Uhrzeit nicht mehr auf Anrufe und Emails zu reagieren.) 

Der Niedriglohnsektor wird durch die relative Niedriglohngrenze bestimmt. Diese wird üblicherweise als zwei Drittel des mittleren Lohns (Median) definiert. Im Jahr 2012 lag die bundesweite Niedriglohnschwelle bei 9,30 Euro pro Stunde. 24 % aller Beschäftigten arbeiteten 2012 im Niedriglohnsektor.

In den 1980er Jahren wurde von einer Reihe von Wissenschaftlern die empirisch in Westdeutschland am weitesten verbreitete Form von Erwerbstätigkeit als Normalarbeitsverhältnis mit folgenden Merkmalen definiert: dauerhafte und unbefristete, sozialversicherungspflichtige Vollzeittätigkeit mit geregelten Arbeitszeiten außerhalb der Zeitarbeitsbranche. Implizit wurde häufig davon ausgegangen, dass der Beschäftigte männlicher Alleinverdiener mit Familie war. 

Von dem Autor Sascha Lobo geprägter Begriff, der kritisch auf die Sharing Economy abzielt. Elektronische Plattformen vermitteln Dienstleistungen nach Bedarf, die gegen ein relativ geringes Entgelt ausgeführt werden. Aus der kritischen Perspektive wird diese Praxis einer systematischen Ausbeutung von Arbeitnehmern gleichgesetzt.

Wenn die Nachfrage nach mittleren Qualifikationen im Vergleich zu höheren und niedrigeren Qualifikationen sinkt, bspw. durch den technologischen Fortschritt, kann es zu einer Polarisierung der Löhne bzw. der Beschäftigung kommen. Dann steigen bspw. die Löhne an den Polen der Lohnverteilung relativ zu den Löhnen in der Mitte.

Prekäre (lat. ‚precarius‘/‘precari‘, dt. ‚unsicher‘) Beschäftigung liegt vor, wenn das Beschäftigungsverhältnis nicht auf Dauer und Kontinuität angelegt ist (z.B. befristete Verträge) und nur geringer arbeitsrechtlicher Schutz gegeben ist. Weiterhin besteht keine Sicherung durch eine Sozialversicherung und das Einkommen liegt unterhalb des Standards eines Normalarbeitsverhältnisses. 

Rushhour des Lebens bezeichnet eine Lebensphase von besonderer Dichte an Anforderungen und Entscheidungen mit zentraler Bedeutung für den weiteren Lebensweg (z.B. zwischen dem 25. und 45. Lebensjahr). Ausbildungsabschluss, Berufseinstieg und berufliche Etablierung, Lebenspartnerwahl und Familiengründung fallen in diese Phase und müssen innerhalb einer kurzen Zeitspanne gleichzeitig bewältigt werden.

Geschäftsmodell, das die gemeinsame Nutzung von Dienstleistungen und Gütern bezeichnet. Hierbei werden zum Beispiel über digitale Plattformen Dienstleistungen und Gegenstände vermittelt: Das gemeinsame Nutzen eines Autos (Carsharing) oder die Vermietung privater Wohnräume gegen Entgelt.

Die Publizistin Anke Domscheit-Berg erklärt, was der Begriff "Sharing Economy" bedeutet. Abspielen

Als Solo-Selbständige werden gemeinhin Selbständige bezeichnet, die keine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigen.

Der Begriff beschreibt eine Wirtschaftsordnung, in der die freie Teilnahme aller an einer Wettbewerbswirtschaft mit dem sozialen Ausgleich und einem sozialen Fortschritt in der Gesellschaft verbunden wird.

Ein kürzlich gegründetes Unternehmen, das sich durch eine innovative Geschäftsidee und das Ziel schnell zu wachsen auszeichnet. Somit bezieht sich der Begriff meist auf Firmen in der Technologie-Branche und nicht auf handwerkliche Betriebe.

Geräte, in die ein Computer eingebaut ist und die zur Anwendung am Körper getragen werden können. Sie sind internetfähig und die Basis für das Internet der Dinge. (Beispiel: eine Smartwatch (dt. ‚intelligente Uhr‘), die den Puls des Trägers messen und verarbeiten kann oder die Daten an einen Computer sendet.) 

In einer Wissensgesellschaft werden Wissen und dessen Organisation zur Grundlage des sozialen Zusammenlebens und zu einer herausragenden ökonomischen Ressource, die in hohem Maße über die Wettbewerbsfähigkeit von Volkswirtschaften entscheidet. Arbeit geschieht verstärkt in der Form von Wissens- und Kopfarbeit. Dabei ist der Zugang zu Wissen und die Teilhabe an Wissen über Bildung eine zentrale soziale Frage. 

Der Begriff bezeichnet das individuell als ausgewogen bzw. stimmig erlebte Verhältnis von beruflichen und privaten Aufgaben und Anforderungen. Gerät dieses Gleichgewicht aus dem Lot, kann sich dies negativ auf die psychische und physische Gesundheit auswirken. 

Im Allgemeinen meint Zeitsouveränität die selbstbestimmte Verwendung der eigenen Zeit. Im engeren Sinne bezeichnet sie die Möglichkeit, Dauer und Lage der eigenen Arbeitszeit mitzubestimmen.