Darum geht's

Der Dialogprozess Arbeiten 4.0

Mit dem bis Ende 2016 angelegten Dialogprozess Arbeiten 4.0 schaffte das Bundesministerium für Arbeit und Soziales einen Rahmen für einen teils öffentlichen, teils fachlichen Dialog über die Zukunft der Arbeitsgesellschaft. Es ging dabei nicht nur um ein Arbeiten in den neuen Produktionswelten der Industrie 4.0. Es ging auch darum, auf Basis des Leitbilds „Guter Arbeit“ vorausschauend die sozialen Bedingungen und Spielregeln der künftigen Arbeitsgesellschaft zu thematisieren und mitzugestalten.

Infografik illustriert den Dialogprozess Arbeiten 4.0
Die Infografik illustriert den Dialogprozess Arbeiten 4.0, bestehend aus einem öffentlichen Dialog und einem Fachdialog.

Grünbuch

Als Grundlage für den Dialog stellte Bundesministerin Andrea Nahles am 22. April 2015 in Berlin das Grünbuch Arbeiten 4.0 vor. Es skizziert bestimmende Trends, gewandelte Werte und wichtige Handlungsfelder der künftigen Arbeitsgesellschaft. Es enthält eine Reihe konkreter Leitfragen, die einen breiten Dialog anstoßen sollten und unter Einbindung von Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Sozialpartnern, Verbänden und betrieblicher und Praxis behandelt werden sollten.

Der Dialog

Das BMAS stellte einen Beraterkreis mit Expertinnen und Experten aus der Wissenschaft und der betrieblichen Praxis zusammen, mit dem die Fragen des Grünbuchs diskutiert und aufgearbeitet wurden. Dazu gab es eine Reihe von Workshops zu spezifischen Fragestellungen, bei denen der Beraterkreis durch weitere Personen mit spezieller thematischer Expertise ergänzt wurde. Die Zwischenergebnisse wurden im Rahmen von öffentlichen Veranstaltungen und den Werkheften zur Diskussion gestellt.

Das BMAS möchte erreichen, dass Arbeiten 4.0 breit diskutiert wird. Dazu wurden bestehende Formate wie die Partnerschaft für Fachkräfte und die INITIATIVE NEUE QUALITÄT DER ARBEIT genutzt. Die Sozialpartner wurden darüber hinaus eingeladen, ihre Ideen und Positionen auf die im Grünbuch gestellten Fragen einzubringen. Im Rahmen einer Halbzeitkonferenz und einer Abschlusskonferenz wurden die Zwischenergebnisse des Dialogs zur Diskussion gestellt. Dabei wurde auf einen intensiven Austausch mit Partnern aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen gesetzt: Wissenschaft und Praxis, Verbände und Sozialpartner, Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft.

Im Juli 2015 besuchte Ministerin Nahles eine Reihe von Unternehmen und Institutionen, die sich bereits mit den Herausforderungen der Digitalisierung in der betrieblichen Praxis auseinandersetzen. Sie informierte sich vor Ort darüber, mit welchen Problemen Unternehmen und ihre Belegschaften konfrontiert sind und wie innovative Lösungsansätze aussehen können. Über die Facebook-Seite des BMAS und der Ministerin konnte die Sommerreise der Ministerin mitverfolgt werden

Die Webseite www.arbeitenviernull.de macht den Dialogprozess Arbeiten 4.0 transparent. Sie sammelt die Beiträge der Bürgerinnen und Bürger, die bis zum Ende des Dialogprozesses mitdiskutiert haben. Der Bürgerdialog läuft aber nicht nur online: Mit dem Futurale Filmfestival, das von Herbst 2015 bis Herbst 2016 auf Tour durch 27 Städte in Deutschland, Österreich und der Schweiz ging, wurde der Dialog in die breite Fläche getragen, und die Bürgerinnen und Bürger konnten sich auf diesem Wege einbringen: Wie wollen wir in Zukunft arbeiten? Und welche Spielregeln braucht es dafür? Die Anregungen aus diesem Diskussionsprozess wurden vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales aufgenommen und für das Weißbuch Arbeiten 4.0 berücksichtigt.

Studien und Forschungsvorhaben

Im Laufe des Prozesses führte das Bundesministerium für Arbeit und Soziales eine Reihe von Studien und Forschungsvorhaben durch. Im Vordergrund standen dabei die Fragen: Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung auf die Arbeitswelt? Welche Ansprüche an Arbeit und den Sozialstaat existieren in der Gesellschaft und wie können diese aufgegriffen werden? Die Studien können in den jeweiligen Themenräumen recherchiert werden.

Weißbuch

Der Dialog fand Ende 2016 mit dem Weißbuch Arbeiten 4.0 seinen Abschluss. In diesem Dokument finden sich die gewonnenen Erkenntnisse und Ergebnisse aus dem Dialog wieder, darüber hinaus werden Gestaltungsoptionen erörtert.