Das Persönliche Erwerbstätigenkonto

16.01.2017

Die Idee des Erwerbstätigenkontos ist es, junge Erwerbstätige im Sinne eines "Sozialerbes" mit einem Startkapital auszustatten, das für Qualifizierung, Gründungsphase oder private Auszeiten genutzt werden kann. Die Idee greift verschiedene Vorschläge aus der Wissenschaft auf und knüpft an das französische Konzept eines "persönlichen Aktivitätskontos" an, das seit Anfang 2017 eingeführt wird.

Vor allem sind es drei Ziele, die mit dem Persönlichen Erwerbstätigenkonto verfolgt werden:

Erstens könnte es helfen – mittels der Verwaltung durch einen staatlichen Dienstleister – Rechte, die an Arbeitnehmer gebunden sind, auch beim Wechsel des Arbeitgebers leichter übertragbar zu machen.

Zum Beispiel Langzeitkonten: Eine automatische Einrichtung eines solchen Kontos am Beginn der Erwerbsbiografie könnte die sehr geringe Verbreitung von Langzeitkonten auch bei Kleinbetrieben und Geringverdienern erhöhen. Die Verwaltung durch einen staatlichen Dienstleister könnte sicherstellen, dass die Wertguthaben sicher angelegt und verzinst werden.

Das Konto könnte zweitens die Eigenverantwortung und Wahlmöglichkeiten der Beschäftigten stärken. Es böte ihnen Chancen, die von den Erwerbstätigen selbstbestimmt und individuell genutzt werden könnten. So könnte man das Konto beispielsweise mit einem Startguthaben ausstatten, welches im Laufe des Erwerbslebens für unterschiedliche, aber klar definierte Zwecke genutzt werden könnte: beispielsweise für Existenzgründungen oder den Übergang in eine Selbstständigkeit, aber auch für Arbeitsreduzierungen oder Sabbaticals zur individuellen Weiterbildung, für Erziehung oder Pflege eines Angehörigen oder für den flexiblen Übergang in den Ruhestand.

Drittens könnte das Konto für mehr soziale Gerechtigkeit sorgen. Es nimmt den Vorschlag verschiedener Ökonomen auf, angesichts von ungleich verteilten Vermögen, die vererbt werden, ein "Sozialerbe" einzuführen: Ein zweckgebundenes Startkapital, das allen jungen Menschen ungeachtet ihrer sozialen Herkunft einmalig vom Staat zur Verfügung gestellt wird und somit ein Beitrag zur Verteilungs- und Generationengerechtigkeit wäre.